Junge (13) stirbt an Drogencocktail

Tod schockierte Öffentlichkeit: Prozess gegen mutmaßlichen Dealer startet

Er soll einem 13-Jährigen, der vor zwei Jahren verstarb, Drogen verkauft haben. Jetzt steht der Celler in Lüneburg vor Gericht.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 21. Jun 2022 | 13:08 Uhr
  • 21. Jun 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 21. Jun 2022 | 13:08 Uhr
  • 21. Jun 2022
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Celle.

Der Tod eines 13-Jährigen , der an den Folgen des Konsums eines Drogencocktails in Verbindung mit Alkohol verstorben sein soll, schockierte im März 2020 die Celler Öffentlichkeit. Jetzt steht ein 24 Jahre alter Celler vor Gericht, der unter anderen dem Schüler Marihuana verkauft haben soll. Am Dienstag, 21. Juni, beginnt vor der 1. großen Strafkammer des Landgerichts Lüneburg (9.30 Uhr, Saal 21) die Hauptverhandlung gegen den mutmaßlichen Dealer.

Angeklager soll in Celle und Eschede gedealt haben

Dem Angeklagten wird gewerbsmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln in 60 Fällen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht unter anderem davon aus, dass der Mann in Celle und Eschede von Juli 2019 bis August 2020 "gewinnbringend Marihuana in Mengen von jeweils 2 Gramm und Kokain in Mengen von jeweils 0,7 Gramm an einen Erwachsenen, ferner Marihuana zum Einzelpreis von jeweils 5 Euro an einen 17-jährigen sowie den 13-jährigen, inzwischen verstorbenen Jungen" verkauft hat.

Marihuana-Plantage im Zimmer

Zudem soll der 24-Jährige in seinem Zimmer in Celle auch Marihuanapflanzen mit THC-Gehalt, die zum Verkauf vorgesehen gewesen sein sollen, selbst angebaut und gezogen haben. Durch die Drogengeschäfte soll der Angeklagte einen Betrag von insgesamt 1560 Euro eingenommen haben. Der Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft. Allerdings nicht wegen seiner relativ geringfügigen Drogengeschäfte, sondern nach Angaben von Gerichtssprecherin Verena Böbs wegen eines anderen Delikts.

Drogenverkauf an Minderjährige strafverschärfend

Der tragische Tod des 13-Jährigen stehe nicht im Mittelpunkt des Verfahrens, wie Böbs auf Anfrage der CZ mitteilte. Allerdings könnte sich dieser Fall auf das mögliche Strafmaß des Angeklagten auswirken. "Der Verkauf von Drogen an Minderjährige ist strafverschärfend", sagte Böbs gegenüber der CZ. Wer über 21 Jahre alt sei und illegale Betäubungsmittel an Personen unter 18 Jahre verkaufe, erhalte eine Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis. In minder schweren Fällen seien laut Gesetz mindestens drei Monate Haft vorgesehen.

Am ersten Verhandlungstag kommen fünf Zeugen

Der Prozess ist zunächst auf drei Verhandlungstage angesetzt. Weitere Fortsetzungstermine finden am Mittwoch sowie Montag, 27. Juni, ebenfalls um 9.30 Uhr in Saal 21 statt. Zum ersten Verhandlungstag sind fünf Zeugen geladen.