Immer weniger Parkplätze

So will die Stadt die Parkraumnot in Celle lindern

Wohnen in der Altstadt erleichtern, Parkraumnot mildern - das sind die Ziele einer veränderten Satzung, die die Stadt Celle auf den Weg bringt.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 22. Jun 2022 | 07:00 Uhr
  • 22. Jun 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 22. Jun 2022 | 07:00 Uhr
  • 22. Jun 2022
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Celle.

Parkplätze in der Altstadt sind rar gesät. Und daran wird sich in Zukunft wohl auch nichts ändern. Ganz im Gegenteil: Die Stadt plant, Hauseigentümer und Geschäftsinhaber in der Innenstadt bei der Verpflichtung, Stellplätze zu schaffen, zu entlasten. Außerhalb der City sollen die Celler allerdings kräftiger zur Kasse gebeten werden, wenn sie sich vom Parkplatzbau freikaufen wollen.

Stadt kann Anträge nicht mehr ablehnen

"Satzung über die Erhebung von Ablösebeiträgen für notwendige Einstellplätze von Kraftfahrzeugen in der Stadt Celle" lautete der etwas sperrige Titel des Tagesordnungspunktes, mit dem sich die Lokalpolitik im jüngsten Verkehrsausschuss beschäftigte. "Die alte Satzung ist etwa 30 Jahre alt", so Verkehrsplaner Jörg Frohnert. In der Zwischenzeit seien nicht nur die Grundstückspreise, sondern auch die Erlöse aus Immobilienverkäufen und Vermietungen deutlich gestiegen.

Alte Satzung schon 30 Jahre alt

Außerdem reagiere die Stadt mit der Novellierung der Satzung auf eine Veränderung der Bauordnung. Seit 2012 darf die Verwaltung Anträge auf eine Ablöse von Stellplätzen nicht mehr ablehnen, zuvor lag dies im Ermessen der Baubehörde. Damit kann sich jeder Bauherr freikaufen. Die Stadt möchte daher mit veränderten Ablösebeträgen gegensteuern.

Wohnen in Altstadt von Celle erleichtern

Fachbereichsleiter Jens Hanssen machte in der Sitzung deutlich, dass das Neue Rathaus damit im Bereich der Altstadt die Bereitstellung von Wohnraum erleichtern möchte. "Laut alter Verordnung lagen die Ablösebeträge in der Altstadt bei 4000 Euro, in der neuen Satzung sind es 500 Euro", so Hanssen. Fällig würden die Zahlungen bei Neubauten, aber auch bei Veränderungen, wenn etwa ein neues Geschäft einen höheren Bedarf an Parkplätzen habe, als das vorherige. Dann müsste die Differenz abgegolten werden.

Parkdruck in Celler Stadtteilen mildern

Weitere Zielsetzung der neuen Satzung: Die Stadt möchte die örtliche Infrastruktur entlasten, vor allem in der Zone 2, die die Blumlage, Neuenhäusen, Neustadt/Heese und auch das Hehlentor umfasst. Hier wurden die Ablösebeträge von 2500 auf 5000 Euro verdoppelt. In einigen Stadtteilen sei bereits ein erheblicher Parkdruck vorhanden, der durch die Herstellung von Parkplätzen reduziert werden soll. In einigen Straßen komme die Feuerwehr zum Beispiel kaum noch durch.

Druckmittel gegenüber AKH?

Parkraumnot? Da fällt einem als erstes der Bereich um das AKH ein, wo seit Jahren Anwohner davon genervt sind, dass Patienten und Mitarbeiter die angrenzenden Straßen zuparken. Vor etwas mehr als einem Jahr wurden nach einem Treffen zwischen Klinik-Vertretern und der Stadt verschiedene Arbeitsaufträge an das AKH formuliert. Gehört hat man seitdem nichts mehr. Soll die neue Ablösesatzung den Druck auf das AKH erhöhen? Bei der Stadt Celle waren die zuständigen Mitarbeiter für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.