Hohe Inflation

Kostenexplosion: Celler Hospiz schlägt Alarm

"Keinem Schwerkranken darf zugemutet werden, zu frieren“: Inga Janßen, Leiterin des Celler Hospiz, will das verhindern, hat allerdings mit explodierenden Energiekosten zu kämpfen. Und nicht nur damit.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 23. Nov. 2022 | 13:05 Uhr
  • 23. Nov. 2022
Das Celler Hospiz in Wietzenbruch hat mit explodierenden Kosten und einem deutlichen Spendenrückgang zu kämpfen.
  • Von Cellesche Zeitung
  • 23. Nov. 2022 | 13:05 Uhr
  • 23. Nov. 2022
Anzeige
Celle.

Die aktuelle Krise wirkt sich zunehmend auch auf Celles stationäres Hospiz an der Glockenheide in Wietzenbruch aus. So ist laut Mitteilung der SVO allein bei den Heizkosten mit einem Anstieg von 70 Prozent zu rechnen. Und auch bei den Stromkosten ist von Erhöhungen auszugehen, teilte die Einrichtung für Schwerstkranke mit.

Einsparpotenziale im Celler Hospiz "überschaubar"

„Wir haben schon immer umsichtig gewirtschaftet. Unsere Einsparpotenziale im Hospiz sind jedoch überschaubar. So können wir die Raumtemperatur in den Zimmern unserer Hospizgäste nicht einfach herunterfahren. Keinem Schwerkranken darf zugemutet werden, zu frieren“, berichtet Inga Janßen, Geschäftsführerin des Hospiz Celle.

„Keinem Schwerkranken darf zugemutet werden, zu frieren“: Inga Janßen, Geschäftsführerin des Hospiz Celle.

Gleiches gelte für die Stromkosten: „Wie jeder Haushalt sind natürlich auch wir bemüht, unseren Stromverbrauch einzuschränken, wo immer es geht. Das hat aber Grenzen. So können wir bei der Beleuchtung in den Zimmern ebenso wenig sparen wie beim Stromverbrauch der TV-Geräte oder Laptops“, erläutert Janßen.

Teure Lebensmittel schlagen immer mehr zu Buche

Neben steigenden Energiekosten schlagen aber auch die anziehenden Lebensmittelpreise immer mehr zu Buche. „Wir stehen vor großen Herausforderungen. Erschwerend kommt hinzu, dass wir seit Ausbruch der Pandemie einen deutlichen Spendenrückgang erleben“, sagt Janßen. So habe sich die Anzahl der Spenden seit 2019 nahezu halbiert. Betroffen seien vor allem die Kleinspenden, die in ihrer Summe viel ausmachten.

Kosten werden nur zum Teil von Krankenkassen übernommen

Hospize müssen sich generell zu großen Teilen über Spenden finanzieren. Darauf weist auch Ulrich Kreutzberg, Vorsitzender des Hospiz- und Palliativverbands Niedersachsen (HPVN), hin: „Die Kosten werden immer nur zum Teil von den Krankenkassen aufgefangen.“ Auch bei den ambulanten Diensten sei ein angemessener Zuschuss für Sach- und Personalleistungen unerlässlich.

Celler Hospiz ist auf Spenden angewiesen

Die Begleitung trauernder Menschen ist grundsätzlich auf Spenden angewiesen. Die ehrenamtlichen Begleiter seien keine Therapeuten, müssten aber trotzdem entsprechend qualifiziert werden, erläutert Kreutzberg. Hospiz-Leiterin Janßen gibt sich zuversichtlich: „Wir wissen natürlich um die allgemein angespannte wirtschaftliche Lage, vertrauen aber darauf, dass wir von unseren Spendern nicht vergessen werden."

Von Oliver Gatz