Hehlentorstraße

Bäckerei Roj: Eine Sonne für Celles Altstadt

Seit vergangener Woche gibt es mit der Bäckerei Roj einen neuen Akteur in Celles Altstadt. Der kurdische Name bedeutet "Sonne" – die Bäcker-Familie Mhe will ihren Kunden Wohlfühl-Atmosphäre bieten.

  • Von Marius Klingemann
  • 24. Jan. 2023 | 13:00 Uhr
  • 27. Jan. 2023
Junior-Chef Salem Mhe (23) zeigt, was die Bäckerei Roj als frischer Altstadt-Akteur im Angebot hat – bald soll noch einiges hinzukommen. 
  • Von Marius Klingemann
  • 24. Jan. 2023 | 13:00 Uhr
  • 27. Jan. 2023
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Celle.

Mehr als zwei Jahre lang herrschte in der früheren Subway-Filiale an der Hehlentorstraße gähnender Leerstand, doch das hat sich in den vergangenen Wochen geändert. Zwar war die Glasfront des Gebäudes mit der Hausnummer 14 in dieser Zeit von innen verhängt, die Schlussfolgerung „hier zieht endlich wieder jemand ein“ drängte sich allerdings auf.

Seit wenigen Tagen – für aufmerksame Beobachter, die das Schild über dem Eingang gesehen haben, schon etwas länger – ist das Geheimnis nun gelüftet: Mit der Bäckerei Roj gibt es in Celles Altstadt einen neuen, weiteren Backwaren-Anbieter.

Die Bäckerei-Theke zeigt jetzt zur Straße

Roj, grob ausgesprochen „Rosch“ (mit scharfem „sch“), ist Kurdisch und bedeutet „Sonne“. „Wir wollten auf jeden Fall einen besonderen Namen haben“, erklärt Salem Mhe, der neben Vater und Bäckermeister Naif als Junior-Chef dabei ist.

"In den ersten Tagen gab es schon ein paar fragende Blicke."

Salem Mhe, Junior-Chef Bäckerei Roj

Und auch das Ambiente soll einladen: „Die Theke haben wir jetzt extra so gedreht, dass jeder von draußen sehen kann, was Sache ist.“ Das war in den ersten Tagen nach der Eröffnung noch nicht so, „da gab es schon ein paar fragende Blicke“.

Roj: Bäcker-Familie geht ins Geschäftsrisiko

Nun ist aber so gut wie alles bereitet – und die Auslage reichlich bestückt: Es gibt unter anderem Lahmacun, Mini-Pizzen und Fladenbrot, vieles ist mit Käse, Spinat oder Hack garniert. „Besonders gut weg gehen bisher die Zigaretten-Böreks oder auch die Schiffchen“, Letzteres ist gefülltes Gebäck in namensgebender Form.

So sieht die Bäckerei Roj nun von außen aus – die Theke ist mittlerweile gut zu erkennen. 

Die Geschäfte seien ordentlich angelaufen, so Salem Mhe, „aber natürlich muss sich ein neuer Laden auch erstmal rumsprechen“. Um hier nachzuhelfen, geht das Roj-Team durchaus ein Stück weit ins wirtschaftliche Risiko. Viele der Waren „sind bei uns erstmal deutlich günstiger zu bekommen als anderswo“, das Stichwort laute dabei Kundenbindung.

Mhe: „Das soll ungefähr einen Monat so laufen, dann werden wir die Preise anheben, aber nicht zu stark.“ Klar, Miete und Energiekosten schlagen zu Buche, aber das sieht die Bäcker-Familie sportlich: „Es ist normal, wenn ein Geschäft in der Anfangszeit draufzahlt.“

"Breites Angebot belebt die Innenstadt"

Einige Nachbarn an der Hehlentorstraße, freut sich der 23-Jährige, haben die Neuankömmlinge bereits willkommen geheißen und viel Erfolg gewünscht. „Ein besonderer Dank geht an den Barber Shop an der Stechbahn, die haben schon im Vorfeld ganz viel Werbung für uns gemacht.“

 

„Wir bieten an diesem tollen Standort etwas, das andere hier noch nicht haben.“

Salem Mhe, Junior-Chef Bäckerei Roj

Wegen der Bäcker-Dichte in der City macht sich der Familienbetrieb – Vater Naif Meh steht in der Backstube, die Tante verkauft, auch die jüngeren Kinder helfen mal aus – keine Sorgen: „Wir bieten an diesem tollen Standort etwas, das andere hier noch nicht haben.“

Und was sagt die Konkurrenz? „Ein breites Angebot unterschiedlicher Backwaren belebt die Innenstadt“, meint Anja Misch, Chefin der gleichnamigen Bäckerei, deren Filiale nur wenige Türen neben Roj zu finden ist. Letztlich würden die Kunden entscheiden, was ihnen am meisten zusage.

Roj-Angebot soll auch "deutscher" werden

„Bei uns sollen sich die Leute wohlfühlen“, damit will Familie Meh punkten, die 2016 aus dem Kurden-Gebiet im Nordirak nach Celle gekommen ist und sich mit der eigenen Bäckerei einen Traum erfüllt. Inklusive Küche „haben wir alles neu gemacht“, an die Wände im Sitzbereich sollen nun noch schöne Celle-Ansichten kommen – aber auch Motive, die die kurdische Kultur widerspiegeln.

In Sachen Angebot soll es derweil noch ein wenig „deutscher“ werden: „Brezeln, Berliner, Schoko-Croissants, wahrscheinlich auch Kuchen.“ Außerdem werde der erste Roj-Kundenwunsch erfüllt und Linsensuppe auf die Karte genommen.