Haftstrafe verhängt

Celler Drogendealer muss ins Gefängnis

Wegen Drogengeschäften ist ein 41 Jahre alter Celler zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Er war bereits mehrfach vorbestraft.

  • Von Benjamin Reimers
  • 10. Nov. 2022 | 07:05 Uhr
  • 11. Nov. 2022
Bei einer Razzia in der Wohnung des Angeklagten an der Harburger Straße stieß die Kriminalpolizei im Dezember 2020 unter anderem auf Marihuana. 
  • Von Benjamin Reimers
  • 10. Nov. 2022 | 07:05 Uhr
  • 11. Nov. 2022
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Celle.

Das Landgericht Lüneburg sprach überraschend bereits am zweiten Verhandlungstag das Urteil: Michael P. muss für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Ihm wurde bewaffneter Drogenhandel vorgeworfen. Die 1. Große Strafkammer übertraf am Mittwoch mit dem erteilten Strafmaß den Antrag der Staatsanwältin, die nur fünf Jahre und zwei Monate Gefängnis beantragt hatte.

„Herr P., ich wende mich direkt an Sie: Das ist bitter, aber letztlich ist das Urteil der Preis, den Sie zahlen müssen, für das was vorgefallen ist.“

Der Vorsitzende Richter Michael Herrmann

Richter: "Preis, den Sie zahlen müssen"

„Herr P., ich wende mich direkt an Sie: Das ist bitter, aber letztlich ist das Urteil der Preis, den Sie zahlen müssen, für das was vorgefallen ist“, leitete der Vorsitzende Richter Michael Herrmann in die mündliche Urteilsbegründung ein.

Razzia in Wohnung an Harburger Straße in Celle

Bei der Razzia in der Wohnung des Angeklagten an der Harburger Straße stieß die Kriminalpolizei im Dezember 2020 auf Marihuana und Amphetamine, die abgepackt in mehreren Dosen in einer Sporttasche lagen. Aber nicht nur das: In den anderen Räumen fanden die Beamte außerdem noch Messer, Morgensterne und eine Schreckschusspistole. „Da lebten Sie mit Partnerin und Kindern“, hielt der Richter dem 41 Jahre alten Celler vor.

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Messer, Morgensterne und Schreckschusspistole

Ein Jahr später, am 28. Dezember 2021, beobachtete eine Zivilstreife an einem Supermarkt, wie P. eine Papiertüte erhielt, die ein Mann ihm aus einem Wagen der Marke Chevrolet herausreichte. Kurzerhand entschlossen sich die Polizisten zu einer Kontrolle.

Rauschgifthandel: Marihuana und 1040 Euro in kleiner Stückelung

In der Tüte fanden die Ermittler Marihuana. Außerdem hatte der Beklagte in einer Bauchtasche zusammengerollt insgesamt 1040 Euro in kleiner Stückelung bei sich. „Das alles spricht ganz deutlich für Drogengeschäfte“, erklärte der Vorsitzende.

Angeklagter Michael P. ist Vater von sechs Kindern

Michael P. ist bereits mehrfach vorbestraft. Sechs Eintragungen listet sein polizeiliches Führungszeugnis schon auf. Allerdings war es bisher immer eher „Kleinkram“ wie Fahren ohne Führerschein, Beleidigung oder ein Steuerdelikt. Der Angeklagte, Vater von sechs Kindern im Alter von vier Monaten bis achtzehn Jahren, arbeitet seit August als Gärtner.

Nach Therapie wieder rückfällig geworden

Richter Herrmann nahm sich Zeit, dass, wie er es ausdrückte, „hässliche Verfahren“ in seiner Entstehung zu schildern. Im September 2020 gab eine Frau eine Anzeige bei der Polizei auf. Ihr Partner sei nach einer Therapie wieder rückfällig geworden und beziehe das Rauschgift von Michael P. Sie beschrieb die Wohnung, wusste von den zahlreichen Messern und zwei Hunden.

Zeugin abgetaucht

„Das war alles strukturiert angegeben. Die wollte Sie nicht belasten oder fertigmachen. Es war die Wahrheit“, so der Richter. Die Kammer hätte die Frau gerne in Lüneburg vernommen. Das klappte nicht, sie ist abgetaucht und nicht mehr aufzufinden. Ihre letzte Adresse war in Rheinland-Pfalz.

Der Verteidiger stellte in seinem Plädoyer keinen konkreten Strafantrag. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.