Gebührenerhöhung

Straßenreinigung in Celle wird deutlich teurer

Die Inflation schlägt jetzt auch schon auf die Gebühren durch. In Celle wird die Straßenreinigung für die Bürger deutlich teurer.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 23. Sept. 2022 | 07:00 Uhr
  • 23. Sept. 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 23. Sept. 2022 | 07:00 Uhr
  • 23. Sept. 2022
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Celle.

Die Stadt Celle bittet die Bürger bei den Gebühren für die Straßenreinigung und die Friedhöfe stärker zur Kasse. Besonders drastisch fällt die Erhöhung bei der Straßenreinigung aus. In der Reinigungsklasse III (Reinigung grundsätzlich alle 14 Tage), unter die in Celle fast alle Straßen fallen, steigen die Abgaben pro Frontmeter von aktuell 3,11 Euro auf 3,99 Euro ab dem kommenden Jahr. Das entspricht einer Steigerung von etwas mehr als 28 Prozent. Für Hausbesitzer in der Innenstadt (Reinigungsklasse I) bedeutet dies eine Erhöhung von 37,29 auf 47,90 Euro pro Frontmeter. Die neuen Gebühren sollen für die kommenden drei Jahre gelten.

Sachkosten steigen um 7,25 Prozent

Der deftige Gebührenanstieg hat mehrere Gründe, wie Fachbereichsleiter Jens Hanssen bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Klima, Umwelt, Verkehr und technische Dienste, erläuterte. Zum einen spielen in die Kalkulation – Gebühren müssen immer kostendeckend erhoben werden – auch die allgemeinen Preis- und Tarifsteigerungen hinein. Vor dem Hintergrund der aktuellen Inflation rechnet die Stadt zum Beispiel mit einer Steigerung der Sachkosten um 7,25 Prozent.

Umzug des Celler Bauhofs schlägt auf Gebühren durch

"Außerdem haben wir in der Vergangenheit die Hinterliegergrundstücke falsch veranlagt. Vor drei Jahren hatten wir die Frontmeter insgesamt geschätzt. Nun haben wir die exakten Daten ermittelt. Dadurch entfallen insgesamt 6000 Frontmeter, was sich negativ auf die Gebührensätze auswirkt", erklärte Hanssen. Dafür werde jetzt "scharf abgerechnet". Neben den Defiziten aus den Jahren 2019 bis 2021 in Höhe von 24.000 bis 59.000 Euro schlage auch der Umzug des Bauhofs an die Hohe Wende auf die Gebühren durch. "Als Folge sind höhere Anlagewerte in den gebührenumlagefähigen Anteilen (ab Sommer 2023) mit einer Gebührenerhöhung verbunden", heißt es in der Vorlage.

Auch Friedhofsgebühren steigen

Defizite aus den Vorjahren und allgemeine Preissteigerungen sind auch für eine Erhöhung der Friedhofsgebühren verantwortlich. "Insbesondere die Folgen der aktuellen Inflationslage und die nachgelagert anzunehmenden Lohnanpassungen
erschweren die Prognose, sodass insgesamt von zum Teil deutlichen Kostensteigerungen gegenüber dem vorliegenden Abrechnungsjahr auszugehen ist", so Hanssen. Außerdem hätte sich bei den Dienstleistungen ein höherer Aufwand ergeben, etwa bei Erdbestattungen, die durch die große Trockenheit mehr Zeit in Anspruch nähmen.

Gebührenerhöhung bei Grabstätten

Ein Reihengrab kostet demnach ab kommendem Jahr 1146 Euro, statt bisher 1103 Euro, ein Urnenreihengrab 636 statt bisher 613 Euro. Die Bestattungskosten bei einem Wahlgrab steigen ab 2023 von derzeit 581 auf 629 Euro und bei einem Reihengrab von 496 auf 529 Euro.