Energiekrise

Celle sucht die Spar-Ideen

In anderen Städten hat man angesichts Energiekrise schon Spar-Ideen und -Konzepte entwickelt. In Celle sucht man noch danach.

  • Von Michael Ende
  • 09. Aug. 2022 | 19:05 Uhr
  • 15. Aug. 2022
  • Von Michael Ende
  • 09. Aug. 2022 | 19:05 Uhr
  • 15. Aug. 2022
Anzeige
Celle.

"Die sind schon aus." So hätte die Stadtverwaltung kürzlich auf die CZ-Anfrage antworten können, ob die Stadt Celle aus Energiespargründen die öffentlichen Brunnen abstellen wolle. Denn weder aus den Pipenposten noch aus dem Stechbahn-Wasserspiel sprudelt Wasser. Stattdessen hieß es aus dem Rathaus, zum Thema Brunnen wolle man gar nichts sagen. Das Schweigen in Sachen Energiesparen solle erst gebrochen werden, wenn der "Runde Tisch Energie" getagt habe.

Kerzenlicht statt Weihnachtsbeleuchtung?

Zu diesem Treffen hat Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) am 18. August Vertreter der Ratsfraktionen eingeladen. Zu denen, die das Thema angeschoben hatten, gehört die FDP, die angefragt hatte, welche konkreten Maßnahmen für Celle möglich und erforderlich seien, um einen Beitrag zum Energiesparen zu liefern.

FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim Falkenhagen schlägt vor, bei der Straßenbeleuchtung zu sparen und den Ausbau von Solaranlagen zu forcieren. Und: "in einer Notsituation muss auch geprüft werden, ob wir auf die Weihnachtsbeleuchtung verzichten sollten. Kerzen auf dem Weihnachtsmarkt statt Lichterketten?"

Heiz-Pause von April bis Oktober

"Im Vorfeld des Arbeitstreffens haben wir uns bereits Gedanken zu möglichen, auch unpopulären Maßnahmen gemacht", sagt SPD-Fraktionschef Patrick Brammer: "Mir ist dabei wichtig, dass wir dabei ein Gesamtkonzept entwickeln und die Einzelmaßnahmen aufeinander abstimmen und Ziele definieren." Bei den möglichen Einzelmaßnahmen müsse man das Rad in Celle nicht neu erfinden, da andere Kommunen wie etwa Hannover bereits schneller gewesen seien.

So habe man dort etwa für alle städtischen Gebäude eine Heizperiode vom 1. Oktober 2022 bis 31. März 2023. festgelegt: "Außerhalb der Periode wird grundsätzlich nicht mehr geheizt, außerdem werde die Raumtemperatur auf maximal 20 Grad begrenzt."

Warmwasser und "Festbeleuchtung" ausschalten

Man könnte die Warmwasserbereitung für Handwaschbecken sowie die Außenbeleuchtung öffentlicher Gebäude ausschalten, so Brammer. Bei jeder Einzelidee seien aber Vor- und Nachteile abzuwägen: "Ein Beispiel: Wird das Warmwasser in Turnhallen abgeschaltet, werden die meisten Sportler die warme Dusche zu Hause nachholen. Das bringt also unterm Strich wenig."

Grüne erwarten Flickwerk

"Am Ende wird vermutlich ein Flickenteppich herauskommen, mit dem unter Umständen kurzfristig auf die Krise reagiert werden kann. Bedauerlicherweise hat es der Oberbürgermeister in den letzten Jahren versäumt, sich ernsthaft mit der Klima- und Wärmewende zu beschäftigen und langfristige, nachhaltige Ziele zu entwickeln", sagt Grünen-Fraktionsvorsitzende Johanna Thomsen: "Völlig ambitionslos, ohne Ziele, konzeptionslos und ohne Interesse an praktischem Klimaschutz gerät Celle immer ins Hintertreffen."

Andere Kommunen und Regionen wie etwa Regensburg oder der Rhein-Hunsrück-Kreis seien in Sachen Energiewende und Klimaschutz schon schon viel weiter und ambitionierter und gälten deutschlandweit als Vorbild. "In Celle fehlt schlicht und ergreifend der politische Wille für Veränderungen zugunsten des Klimaschutzes", so Thomsen.

Eine Spar-Idee ist schon verwirklicht

Immerhin: Hinter das Thema "Brunnen abschalten" kann man im Celler Rathaus schon mal ein Häkchen setzen.

Haben Sie Energiespar-Ideen für de Stadt Celle? Dann senden Sie sie bitte per E-Mail an m.ende@cz.de. Die besten und originellsten Vorschläge wollen wir in der CZ präsentieren.