Energie sparen

Im Celler Rathaus: Licht aus, Heizung runter

Wie soll die Stadt Celle in Zukunft Energie sparen? CZ-Leser haben Tipps parat.

  • Von Michael Ende
  • 13. Aug. 2022 | 09:00 Uhr
  • 23. Aug. 2022
  • Von Michael Ende
  • 13. Aug. 2022 | 09:00 Uhr
  • 23. Aug. 2022
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Celle.

Alle wollen und müssen das: Energie sparen. Wie das die Stadt Celle in Zukunft noch besser und effizienter als bisher bewerkstelligen will, soll in der kommenden Woche bei einem "Runden Tisch Energie" im Rathaus besprochen werden. Die Stadt spart bereits in vielen Bereichen. Stichworte: Senkung der Temperatur in Bädern und öffentlichen Gebäuden, Nachtabschaltung vieler Ampeln und LED-Technik in Straßenlaternen. Doch was könnte man noch tun? CZ-Leser haben da Ideen parat.

 

Im Rathaus brennt noch Licht

"Die Fassade des neuen Rathauses wird die ganze Nacht angestrahlt, ich frage mich: für wen? Da könnte man schon einiges an Strom einsparen", sagt Heidemarie Müller. Weiter schlage sie vor, dass der Hausmeister abends innen kontrollieren solle, ob das Licht überall ausgeschaltet worden sei: "Ich wohne in der Wehlstraße mit Blick auf das Rathaus und sehe nachts oft beleuchtete Fenster, manchmal über das ganze Wochenende. So lange werden die doch wohl nicht arbeiten, oder vielleicht doch?"

 

"Festbeleuchtung" ausknippsen

Gerhard Meyer regt an, nachts alle Beleuchtungsanlagen, die nicht aus Sicherheitsgründen strahlen müssten, auszuschalten. Das Thema bewegt auch Christine Deißner: "Schon seit Jahren fragen wir uns in meinem Umfeld, wie wohl der viele Strom erzeugt wird, der im Lichtkunstmuseum und am Lichtkunstbahnhof verbraucht wird. Gibt es Photovoltaik auf den Dächern? Oder woher kommt der elektrische Strom? Vielleicht gibt es hier ja ein großes Potential an Einsparmöglichkeiten."

 

Technik optimieren

"Einmal nachts oder spätabends durch Celle fahren. Dann weiß man, wo Energie gespart werden kann", meint Karin Spehlbrink: "Nicht nur durch Ampelausschaltung, auch durch Benzinsparen." Dagmar Fitz-vom Bruch hat eine Idee, die noch "weiter ausgeklügelt werden" müsste, wie sie sagt: "Straßenlaternen für nachts mit Bewegungsmeldern ausstatten, damit sie ab einer bestimmten Uhrzeit bei Bedarf angehen." Das schlägt auch Gerhard Drachau vor, der zudem anregt, in städtischen Gebäuden effizientere Heizungstechnik zu installieren: "Eine Rücklaufabsenkung des Heizungswassers würde die Energieausbeute optimieren."

 

Kaffeemaschine ausschalten

Auch die Politik macht sich im Vorfeld des "Runden Tisches Energie" weiter Gedanken. Jeder städtische Mitarbeiter könne einfache Maßnahmen beisteuern, "denn viel kleine Schritte sind auch ein großer", sagt Hartmut Cewe von den Unabhängigen. "Sei es die Kaffeemaschine, deren Warmhalteplatte nicht den ganzen Tag laufen muss, wenn man eine Thermoskanne benutzt, oder alte Leuchtstoffröhren gegen LED tauschen. Das geht schnell und amortisiert sich in kurzer Zeit. Zusätzliche Sensorik in den Leuchten schalten diese bedarfsgerecht in den Fluren und Nebenräumen."

 

Heizperiode verkürzen

SPD-Ratsfraktionsvorsitzender Patrick Brammer hatte in der CZ vorgeschlagen, die Stadt Celle solle nach dem Vorbild der Landeshauptstadt Hannover für alle städtischen Gebäude eine Heizperiode vom 1. Oktober bis 31. März festlegen. Dazu heißt es jetzt aus dem Celler Rathaus, wo man vor dem Runden Tisch zunächst überhaupt nichts zu diesem Thema sagen wollte, dass dies die Verwaltung längst beschlossen habe: "In dieser Zeit wird die Temperatur in den Räumen auf den zulässigen Mindestwert von 20 Grad abgesenkt", so die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner: "Allerdings erachten wir das, anders als andere Städte, nicht einer Meldung in den Medien wert." Während "die Medien" und Menschen in ganz Deutschland und der Welt sich aus aktuellem Anlass derzeit intensiv mit dem Thema Energiesparen beschäftigen, dürfte diese spezielle Celler Verwaltungseinschätzung der Grund sein, warum man im Rathaus die entsprechende CZ-Anfrage nicht beantworten wollte.

 

Ganzheitliche Lösung gefragt

Patrick Brammer erhofft sich vom "Energiespar-Gipfel" im Celler Rathaus am kommenden Donnerstag die Arbeit an einer ganzheitlichen Lösung: "Diese erreicht man aber nur, wenn man die Ziele vorab definiert. Ich hoffe, die Stadtverwaltung sieht das ähnlich und nimmt die Krisensituation nicht zum Anlass, eine reine Haushaltssanierung durch die Hintertür durchzudrücken."