Einsatz in Echtestraße

Erleichterung: Mörder von Ruth Buchelt verhaftet

Aufatmen in Celle: Die Polizei hat den Mörder von Ruth Buchelt in der Echtestraße verhaftet. So berichtete die CZ über die Festnahme von Olaf W. am 15. März 1999.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 15. März 1999 | 18:26 Uhr
  • 01. Sept. 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 15. März 1999 | 18:26 Uhr
  • 01. Sept. 2022
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Celle.

Aufatmen in Celle, Erleichterung in Isenbüttel im Nachbarkreis Gifhorn: Der Mörder der 59jährigen Ruth Buchelt ist gefaßt. Gut einen Tag, nachdem eine DNA-Analyse ergeben hatte, daß die Vermißte aus Celle identisch ist mit dem am 3. März im Elbe-Seitenkanal gefundenen Torso, nimmt die Gifhorner Polizei einen Beschuldigten fest. Olav W. aus Celle gesteht im Laufe der Vernehmung die Tat, die Polizei findet in seiner Wohnung in der Heese Spuren der grausigen Bluttat.

Nachbarn schauen zu, als die Polizei am Freitag und Sonnabend Beweismaterial aus dem Haus in der Echtestraße holt. Inzwischen ist die Wohnungstür versiegelt. Auch sein Lastwagen wurde abgeholt. Gehört habe sie nichts in der Mordnacht, erzählt eine Nachbarin. Meistens sei W. spät in der Nacht nach Hause gekommen. Richtigen Kontakt habe er zu niemand gehabt, seit er in dem Haus wohnte.

Ruth Buchelt trifft ihren Mörder in der Gaststätte

Die bisherigen Ermittlungen der Polizei ergeben, daß W. am Abend des 28. Februar die Gaststätte „Paris-Dakar“ kurz nach seinem späteren Opfer vorließ. Er traf die Frau auf der Straße wieder. Gemeinsam gingen die beiden in seine Wohnung, um hier noch etwas zu trinken. In der Wohnung sei es zu sexuellen Handlungen gekommen, so Erster Polizeihauptkommissar Jürgen Schmidt von der Gifhorner Polizei am Sonnabendnachmittag vor der Presse in Gifhorn.

Der Chef des Zentralen Kriminaldienstes bei der Polizeiinspektion Gifhorn leitet die Mordkommission „Torso“, die nach dem Fund des Frauenkörpers im Elbe-Seitenkanal am 3. März gebildet wurde. Er nennt es eine glückliche Lage, so schnell einen Tatverdächtigen präsentieren zu können. Den Fall hält er am Sonnabend für weitgehend aufgeklärt, betont aber, daß die Ermittlungen der Polizei erst am Anfang stehen. Ein Motiv des Täters kann er nicht nennen. Ob der Tatverdächtige für weitere Morde in Frage komme, müsse ermittelt werden.

Frauenleiche im Kanal: Polizei stößt schnell auf Olav (Olaf) W.

Seit dem 5. März, als Ruth Buchelt von ihrem Ehemann bei der Polizei als vermißt gemeldet wurde, habe es eine enge Kooperation zwischen der Polizei in Cello und in Gifhorn gegeben, sagt Heinz-Jürgen Fischer, Leiter des 1. Kommissariats bei der Celler Polizei am Sonnabend in Gifhorn. Die Celler hatten nach der Anzeige durch den Ehemann alle Gäste, die das Lokal am 28. Februar besucht hatten, befragt. Dabei hatte W. angegeben, er sei allein nach Hause gegangen.

Als die Identität der Frauenleiche aus dem Elbe-Seitenkanal feststand, wurden alle Gäste des Lokals einer genaueren Überprüfung unterzogen. Schnell stießen die Beamten bei Olav W., der keine 200 Meter von der Gaststätte entfernt wohnt, auf eine Beziehung in den Gifhorner Raum. Dort war der Berufskraftfahrer seit einiger Zeit auf einer Baustelle beschäftigt. Und gegenüber in dem Markt gab es die Müllsäcke, in denen die Leichenteile entdeckt worden waren.

Mordfall Ruth Buchelt: Verhafteter ist kein unbeschriebenes Blatt

Der Verhaftete ist kein unbeschriebenes Blatt. 1981 hatte er im Harzer Raum eine Jugendliche vergewaltigt. Im selben Jahr wurde er deswegen zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. In der Justizvollzugsanstalt schloß er erfolgreich eine Lehre als Koch ab. Später arbeitete er in diesem Beruf, seit fünf Jahren ist er als Kraftfahrer tätig. Vor seiner Bundeswehrzeit hatte er bereits eine Lehre als Maler und als Schlachter abgebrochen. Die dabei erworbenen Kenntnisse wandte er bei dem Mord grausam an.

Der Text ist am 15. März 1999 im Original in der Celleschen Zeitung erschienen. Wir haben lediglich die gefetteten Zwischenzeilen hinzugefügt. 

 

Von Cellesche Zeitung