CZ-Weihnachtsaktion

Wenn Schwangere und junge Mütter in Not geraten

Bei der Schwangerenberatung der Caritas Celle bekommen werdende Mütter und junge Familien Hilfe und Beratung - auch in finanziellen Notlagen.

  • Von Jana Wollenberg
  • 06. Dez. 2022 | 18:56 Uhr
  • 09. Dez. 2022
  • Von Jana Wollenberg
  • 06. Dez. 2022 | 18:56 Uhr
  • 09. Dez. 2022
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Cordula Uhde
Celle.

Für eine junge Mutter, die Hilfe in der Beratungsstelle für Schwangere der Caritas Celle suchte, war es ein tragischer Schicksalsschlag, der sie in finanzielle Not brachte. Ihr Lebensgefährte verunglückte bei einem Motorradunfall tödlich. "Sie hatten gerade ein Kind bekommen und ein Haus gemietet", erzählt Cordula Uhde, die in der Beratungsstelle junge Familien in der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes unterstützt. "Die junge Mutter hatte gar keine Zeit zu trauern und das alles zu verarbeiten." Plötzlich musste sie allein für das Neugeborene und die beiden älteren Geschwister sorgen. Hinzu kamen die Mietzahlungen für das noch nicht bezogene Haus, auf die der neue Vermieter pochte.

Manche Fälle gehen besonders nahe

Es sind Fälle wie dieser, die Cordula Uhde auch nach 20 Jahren in der auch mit Mitteln der CZ-Aktion "Mitmenschen in Not" unterstützten Beratungsstelle der Caritas besonders nahe gehen. "Das möchte keiner erleben", sagt sie. Bei Uhde bekommen Schwangere und junge Mütter und Familien bis zum dritten Lebensjahr des Kindes Beratung: Welche finanziellen Mittel stehen mir zu? Wer unterstützt mich nach der Geburt? Was passiert, wenn sich die finanzielle Situation durch Trennung oder andere Umstände plötzlich ändert? Und die Pädagogin leistet auch emotionalen Beistand in schwierigen Lebenssituationen.

"Zu uns kommen auch Frauen, die während der Schwangerschaft in Not geraten", sagt Uhde, zum Beispiel dann, wenn sich die finanzielle Situation der Mutter oder Familie plötzlich ändert. Das zeigt das Beispiel einer Klientin, die gemeinsam mit ihrem Partner ihr drittes Kind erwartete. "Sie ist eine sehr engagierte Mutter, die ihre ersten Kinder noch als Minderjährige bekam", erzählt die Pädagogin. Als Alleinerziehende habe sie zuerst ihren Realschulabschluss gemacht und schloss dann zwei Berufsausbildungen ab. Die finanzielle Lage der Familie verschlechterte sich, als sie kurz vor der Geburt des Kindes in ein neues, teureres Mietshaus umziehen mussten.

Kurzfristiger Umzug bringt Familie in finanzielle Schieflage

"Vor zwei Jahren hatte die Familie ein Haus angemietet und aufwändig renoviert", erzählt Uhde. Dann kam die Kündigung wegen Eigenbedarfs, der Umzug habe kurzfristig stattfinden müssen. Auch durch die hohe Kaution seien keine Mittel mehr dagewesen, um die Kinderzimmer einzurichten.

In einer ähnlichen Lage befand sich eine junge Klientin, die während ihrer ersten Schwangerschaft für den Beruf ihres Mannes in den Landkreis Celle umziehen musste. Wie auch in diesem Fall seien hier oft Wohnungssuche und hohe Mieten ein Problem, erzählt Uhde. Eine Arbeitsstelle habe die junge Frau während der Schwangerschaft vergeblich gesucht.

Hilfe bei Antragstellung und finanzielle Unterstützung

Familien wie diesen kann die Caritas dabei helfen, Anträge auf die ihnen zustehenden finanziellen Mittel beim Jobcenter und der Bundesstiftung "Mutter und Kind" zu stellen. Die Gelder sollen die Beschaffung von Umstandskleidung und der nach der Geburt nötigen Erstausstattung ermöglichen. Nach sorgfältiger Prüfung und in besonders dringenden Fällen stehen zudem über die CZ-Aktion "Mitmenschen in Not" Mittel für finanzielle Beihilfen zur Verfügung, die kurzfristig helfen können – zum Beispiel bei der Einrichtung eines Kinderzimmers.

So können Sie helfen

Die Tombola in der Celler Altstadt als traditioneller Teil der CZ-Weihnachtsaktion fällt auch in diesem Jahr leider aus. Aber Sie können Menschen in finanzieller Not mit Ihrer Geldspende helfen: Das Bankkonto des gemeinnützigen Vereins „Mitmenschen in Not“ läuft unter dem gleichnamigen Stichwort mit der IBAN DE74269513110000009910 bei der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg (BIC: NOLADE21CEL). Bis zu einem Betrag von 200 Euro erkennt das Finanzamt den Einzahlungsbeleg als Spendenquittung an.