CZ-Weihnachtsaktion

Monat für Monat ein Minus auf dem Konto

In der aktuellen Lage wächst die finanzielle Not der Menschen. Für einen 37-Jährigen und seine Familie reicht das Geld nicht mehr bis zum Monatsende.

  • Von Jana Wollenberg
  • 04. Dez. 2022 | 10:05 Uhr
  • 09. Dez. 2022
Zwischen steigenden Energiekosten und dem Versuch, den Kindern die gleichen Möglichkeiten zu bieten, die auch andere haben: Für einen 37-jährigen Familienvater und seine Frau reicht das Einkommen nicht mehr bis zum Monatsende. 
  • Von Jana Wollenberg
  • 04. Dez. 2022 | 10:05 Uhr
  • 09. Dez. 2022
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Celle.

Die gefüllten Terminbücher in Celles Beratungsstellen zeigen: Die finanzielle Not vieler Menschen ist derzeit so groß wie wohl nur selten in den vergangenen Jahrzehnten. Für diejenigen, die kaum Geld zur Verfügung haben, wächst der Druck angesichts steigender Rechnungen für vieles, das zum Leben eigentlich unerlässlich ist. Zudem steigt die Zahl der Menschen, die in finanzielle Schieflage geraten, weil das, mit dem sie vorher gut zurechtgekommen sind, plötzlich kein Auskommen mehr bietet.

"Versuchen, unseren Kindern vieles zu ermöglichen"

An Sparen sei derzeit erst recht nicht zu denken, erzählt ein 37-jähriger Familienvater, der mit seiner Frau und zwei Kindern im Landkreis Celle lebt. Ganz abgesehen von den laufenden Kosten, die ohnehin die eigenen Möglichkeiten überschreiten. Der Sohn und die Tochter des Paares, neun und sieben Jahre alt, besuchen die Grundschule. Sie leben seit acht Jahren in Deutschland, kamen Ende 2014 hierher. Ihre Tochter wurde kurze Zeit später geboren. Der 37-Jährige ist Jurist, hat nach seiner Ankunft in Deutschland zusätzlich einen Magister in Ausländerrecht abgeschlossen, seine Frau hat ebenfalls einen Studienabschluss. In ihren derzeitigen Verwaltungstätigkeiten spielt dieses Wissen aber keine Rolle.

"Wir versuchen, unseren Kindern vieles zu ermöglichen", erzählt der Familienvater. Es ist nachvollziehbar, dass er ihnen so viel wie möglich von dem bieten möchte, was auch anderen Kindern zur Verfügung offensteht: das gesunde Schulmittagessen, Musikunterricht, Sport und Schwimmkurse, die nicht nur Freizeitbeschäftigung sind, sondern auch zur Sicherheit des Nachwuchses beitragen. Was aber nicht von den Leistungen für Bildung und Teilhabe des Landkreises Celle abgedeckt wird, muss von der Familie selbst getragen werden – und wiegt angesichts der steigenden Ausgaben für essenzielle Dinge schwer.

Im Gespräch mit dem Familienvater wird deutlich: Ihm ist wichtig, dass die Familie finanziell auf eigenen Beinen steht. "Seit 2018 beziehen wir keine Sozialhilfe", erzählt er. Sein eigenes Geld zu verdienen, sei ihm von Anfang an wichtig gewesen, regelmäßig ging er zum Jobcenter, um Unterstützung bei der Stellensuche zu bekommen. Inzwischen arbeitet er in Vollzeit, seine Frau hat eine Teilzeitstelle.

Beratung und Soforthilfen

Zusätzlich hat das Paar Anspruch auf Wohngeld und Kinderzuschlag. Und dennoch: Auch, weil Benzin, Gas, Strom und Lebensmittel in den vergangenen Monaten so viel teurer geworden sind, steht derzeit an fast jedem Monatsende ein Minus auf dem Konto der Familie. Den 37-Jährigen beschäftigt nicht nur die eigene Situation. "Ich denke, dass viele Familien derzeit Hilfe brauchen", sagt er.

Der Vater und seine Familie sind vier von zahlreichen Menschen im Landkreis Celle, die Inflation und Energiekrise an den Rand ihrer Möglichkeiten und darüber hinaus bringen. Gerade dann, wenn das Einkommen schon, bevor vieles teurer wurde, nur knapp reichte. Und gerade dann, wenn wegen der ohnehin angespannten finanziellen Lage in den vergangenen Monaten und Jahren jetzt kein finanzieller Puffer da ist, der die Situation auffangen könnte. Neben der Beratung können die Mitarbeiter des Diakonischen Werks, der Caritas und des Sozialen Dienstes des Landkreises ihren Klientinnen und Klienten in besonders dringenden Fällen zudem nach sorgfältiger Prüfung mit Soforthilfen aus dem Topf der Aktion "Mitmenschen in Not" unter die Arme greifen.

So können Sie helfen

Die Tombola in der Celler Altstadt als traditioneller Teil der CZ-Weihnachtsaktion fällt auch in diesem Jahr leider aus. Menschen in finanzieller Not können Sie aber mit Ihrer Geldspende helfen. Das Bankkonto des gemeinnützigen Vereins „Mitmenschen in Not“ läuft unter dem gleichnamigen Stichwort mit der IBAN DE74269513110000009910 bei der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg (BIC: NOLADE21CEL). Bis zu einem Betrag von 200 Euro erkennt das Finanzamt den Einzahlungsbeleg als Spendenquittung an.