CZ-Weihnachtsaktion

Celler Vater mit Minijob: "Erst muss das Kind versorgt sein"

Ein Mountainbike – der Herzenwunsch des elfjährigen Sohns eines Celler Vaters mit Minijob. Doch das Geld reicht einfach nicht. Die Aktion CZ-Aktion "Mitmenschen in Not" könnte helfen.

  • Von Benjamin Behrens
  • 27. Nov. 2022 | 09:15 Uhr
  • 05. Dez. 2022
Er ist schwer herzkrank und hat auch einen Schlaganfall hinter sich: Herr D. hat sich Hilfe gesucht bei der Diakonie Celle. Von seinem Minijob bleibt für ihn und seinen Sohn nur wenig übrig.
  • Von Benjamin Behrens
  • 27. Nov. 2022 | 09:15 Uhr
  • 05. Dez. 2022
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Celle.

Ein Fahrrad oder ab und an eine Kleinigkeit zum Geburtstag oder ein Geschenk zu Weihnachten. Warme Kleidung im Winter. Es ist nicht viel, was sich der elfjährige Sohn von Herrn D. wünscht. Wünsche, die alle Kinder haben, die in vielen Familien einfach so erfüllt werden können. Auch D. würde ihm gern wenigstens einen der Wünsche erfüllen. Doch es geht nicht – es fehlt an Geld, erst recht, seitdem zuletzt die Preise in so vielen Bereichen anzogen.

"Ich habe fast 20 Jahre bei der Stadt gearbeitet als Müllwerker. Als die Stadt und der Landkreis da zusammengelegt haben, waren wir zu viele Mitarbeiter, da durften die letzten Leute gehen, die eingestellt wurden."

Herr D., Minijobber

Als Müllwerker bei der Stadt gearbeitet

"Ich habe fast 20 Jahre bei der Stadt gearbeitet als Müllwerker. Als die Stadt und der Landkreis da zusammengelegt haben, waren wir zu viele Mitarbeiter, da durften die letzten Leute gehen, die eingestellt wurden", sagt der 57-Jährige. 2002 wurde er entlassen. 2003 wurde er schwer herzkrank, danach kam ein Schlaganfall hinzu.

Heute auf Minijob-Basis tätig

Heute arbeitet D. auf Minijob-Basis als Reinigungskraft in der Bahnhofsmission. Auch sonst hält er sich dort hin und wieder auf, geht zur Essenszeit der Diakonie am Harburger Berg und ist Tafel-Kunde. "Sonst kann man manche Monate gar nicht hinkommen", sagt er.

Größter Wunsch für seinen Sohn wäre ein Fahrrad, gern ein BMX oder Mountainbike. "Aber ich kann das nicht finanzieren", so D. Er hat schon lange versucht, an ein bezahlbares Fahrrad zu kommen, bislang ohne Erfolg. "Auch mein Bett ist kaputt. Aber erst muss das Kind versorgt sein."

Spender-Fahrrad mit Geld aus CZ-Weihnachtsaktion überholen

Ein geeignetes Spender-Fahrrad könnte bei der Diakonie in Aussicht stehen – es ist allerdings nicht fahrbereit. "Mit Hilfe der CZ-Aktion ,Mitmenschen in Not' könnten wir es grundüberholen", hofft Diana Schönenberger, die bei der Diakonie Menschen in finanzieller Not berät.

"Die Aktion ist eine sehr gute Sache, weil wir durch die letzten Jahre immer weniger zur Verfügung haben. Ich bin alleinerziehend, habe einen Sohn", sagt D. "Mein Sohn stellt ja ein bisschen Ansprüche. Natürlich nur nach einfachen Dingen. Aber er würde sich gern mal ein Videospiel kaufen, was ich natürlich nur sehr schlecht finanzieren kann." Die Kosten stiegen an vielen Stellen, so D. "Von meinem Minijob, rund 300 Euro, zieht das Jobcenter schon fast die Hälfte ab. Darauf wird das Kindergeld von 220 Euro auch wieder angerechnet", erläutert er die finanzielle Situation. "Ich habe rund 1000 Euro, davon gehen rund 600 ab. Davon bleiben für uns beide 400 Euro übrig. Ich kann das gar nicht stemmen."

Es bleibt nur wenig Geld im Monat

"Von meinem Minijob bleiben mir vielleicht 170 Euro. Wenn die Menschen da oben, unsere Politiker, mal ein bisschen nachdenken würden und den Menschen mit Minijob mehr lassen würden" ärgert sich D. Das geplante Bürgergeld sei nicht der richtige Weg. Vielmehr sollten diejenigen, die etwa in Minijobs arbeiten, mehr davon behalten dürfen. "Wir haben auch welche, die den ganzen Tag herumsitzen, auch hier in Celle. Und eben auch Menschen, die arbeiten und sich für ein paar Cent quälen. Denen müsste doch geholfen werden", fordert D.

"Für die Schule braucht mein Sohn Internet zu Hause, das sind auch 28 Euro. Dann die fast 90 Euro Strom", so der 57-Jährige. "Vom Kindergeld muss ich irgendwie 20 Euro weglegen, damit ich ihm auch mal ein Geschenk kaufen kann. Anfang des Jahres habe ich für ihn eine Winterjacke bekommen. Meine ist kaputt. Ich muss warten, mein Kind ist zuerst dran."

So können Sie helfen

Die Tombola in der Celler Altstadt als traditioneller Teil der CZ-Weihnachtsaktion fällt auch in diesem Jahr leider aus. Menschen in finanzieller Not können Sie aber mit Ihrer Geldspende helfen. Das Bankkonto des gemeinnützigen Vereins „Mitmenschen in Not“ läuft unter dem gleichnamigen Stichwort mit der IBAN DE74269513110000009910 bei der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg (BIC: NOLADE21CEL). Bis zu einem Betrag von 200 Euro erkennt das Finanzamt den Einzahlungsbeleg als Spendenquittung an.