Corona und Grippe

Krankheitswelle in Celler Schulen

Kranke Schüler und kranke Lehrkräfte - an den Celler Schulen schlägt die derzeitige Krankheitswelle voll durch.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 04. Dez. 2022 | 12:00 Uhr
  • 05. Dez. 2022
Krank im Bett, statt im Unterricht in der Schule. Auch im Landkreis Celle rauscht eine Krankheitswelle durch die Klassenräume. Ebenfalls davon betroffen sind viele Lehrkräfte. Vielerorts kommt es zu Unterrichtsausfällen und verschobenen Klausuren.
  • Von Gunther Meinrenken
  • 04. Dez. 2022 | 12:00 Uhr
  • 05. Dez. 2022
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Celle.

Unterrichtsausfälle, verschobene Klausuren und Klassen, in denen im Extremfall nur noch die Hälfte der Schüler und Schülerinnen sitzt – Grippe, grippale Infekte, Corona und Erkältungskrankheiten grassieren in diesem Spätherbst in den Celler Schulen. Die gesund gebliebenen Lehrkräfte stehen vor besonderen Herausforderungen.

Krankenstand lässt sich nicht mehr auffangen

"Bei uns sind heute zehn von 70 Lehrkräften krankgeschrieben. Das lässt sich schwer auffangen, einige Unterrichtsstunden fallen aus", berichtet Dirk Neumann, Koordinator für MINT-Fächer am Gymnasium Ernestinum. Die verbliebenen Kolleginnen und Kollegen würden "über den Durst Überstunden machen".

Dezember ist Klausurenmonat

Die Krankheitswelle kommt zur Unzeit, ist doch gerade der Dezember vor den anstehenden Weihnachtsferien ein klassischer Klausurenmonat. "Wir versuchen, die Klausuren zu schreiben, auch wenn die Lehrkraft krank sein sollte. Wenn der erkrankte Kollege es schafft, die Aufgaben zu schicken, wird die Klassenarbeit von einem Vertretungslehrer beaufsichtigt", erklärt Neumann.

"An den einzelnen Tagen schwanken die Zahlen sehr, aber es sind deutlich mehr Schüler und Lehrkräfte krank als im November und Dezember vergangenen Jahres."

Alke Schillings, Direktorin KAV-Gymnasium

Viele Schüler verpassen Klausuren

Weiteres Indiz für den hohen Krankenstand unter Schülern: "Wir haben jeden Freitag in der siebten und achten Stunde einen zentralen Nachschreibetermin für Klausuren. Normalerweise nehmen daran zehn bis 15 Schüler und Schülerinnen teil. Diesen Freitag sind es 45", berichtet Neumann.

Zahlen schwanken von Tag zu Tag

Von einem "signifikant hohen Krankenstand" sowohl unter den Schülerinnen und Schülern, als auch unter den Lehrkräften berichtet Alke Schillings, Direktorin des Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasiums (KAV). "An den einzelnen Tagen schwanken die Zahlen sehr, aber es sind deutlich mehr Schüler und Lehrkräfte krank als im November und Dezember vergangenen Jahres", teilt Schillings mit.

Bereitschaftsstunden erhöht

Am KAV habe man sich so gut es geht vorbereitet. "Wir sind mit einer höheren Anzahl an Bereitschaftsstunden in das Schuljahr gegangen, weil wir davon ausgegangen sind, dass Corona und Erkältungskrankheiten verstärkt auftreten werden", sagt Schillings. So habe man bei Ausfällen mehr Lehrkräfte zur Verfügung, die als Vertretung sofort in die Klassen gehen könnten.

Nur drei Klausuren pro Woche erlaubt

Weiteres Problem: Wenn erkrankte Kinder Klausuren nachschreiben müssten, wäre es manchmal schwierig vor Weihnachten noch einen Termin zu finden, weil dort bereits andere Klausuren anstehen und mehr als drei Klassenarbeiten pro Woche darf ein Schüler nicht schreiben. "Klassenarbeiten müssen aber nicht verpflichtend nachgeschrieben werden. Die Fachlehrkraft entscheidet, ob sie das für erforderlich hält. Alternativ können die Schüler auch eine Ersatzleistung einbringen."

"In einigen Klassen fehlen 50 Prozent der Schüler."

Claudia Huck, Direktorstellvertreterin Oberschule an der Welfenallee

Verstärkt Corona-Fälle unter Lehrkräften

Die hohen Krankheitsausfälle stellen auch die Oberschule an der Welfenallee vor besondere Herausforderungen. "In einigen Klassen fehlen 50 Prozent der Schüler", sagt Direktorstellvertreterin Claudia Huck. Bei den Lehrkräften würden seit Oktober verstärkt Corona-Fälle auftreten. Auch grippale Infekte seien an der Tagesordnung.

Bei vielen Ausfällen lieber keine neuen Themen

Huck schickt ihren Schülern jeden Tag über IServ den Stoff, der im Unterricht drangenommen wurde. Bei der hohen Anzahl an erkrankten Schüler könne man allerdings nicht jedem Nachhilfe bei den versäumten Inhalten geben. Die Lehrer seien gehalten, bei zu vielen Ausfällen nicht unbedingt neue Themen anzufangen, weil zu viele Schüler diese nicht im Unterricht verfolgen könnten. Stattdessen solle der Unterrichtsstoff, der schon durchgenommen worden sei, vertieft werden.