Celler OHE

Neue Halle für S-Bahn-Züge

Die Celler OHE investiert einen zweistelligen Millionenbetrag. Ministerpräsident Stephan Weil zeigt sich beeindruckt von dem Unternehmen.
  • Von Gunther Meinrenken
  • 23. Juni 2022 | 20:30 Uhr
  • 23. Juni 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 23. Juni 2022 | 20:30 Uhr
  • 23. Juni 2022
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Celle.

Bei der Celler Osthannoverschen Eisenbahnen AG (OHE) laufen die Vorbereitungen zur Abwicklung eines Großauftrags für die Wartung der Züge der S-Bahn Hannover auf Hochtouren. Das ist gestern bei einem Besuch von Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) deutlich geworden. Weil, der als Vorsitzender der Landes-SPD die hiesigen Landtagskandidaten Christoph Engelen und Ros-Marie Siemsglüß unterstützen möchte, machte sich in Celle ein Bild von den aktuellen Entwicklungen bei dem Celler Eisenbahnunternehmen.

Wartungsauftrag für S-Bahn-Züge

Im Mai vergangenen Jahres hatten die OHE und die Transdev Hannover GmbH (TDH), seit 12. Juni diesen Jahres neue Betreiberin der S-Bahn Hannover, einen Vertrag über eine Laufzeit von 15 Jahren unterzeichnet. Inhalt: In den Werkstätten der OHE in Celle soll ab Juli 2023 die neue Flotte der S-Bahn – 64 fabrikneue Züge vom Typ Flirt 3 XL vom Hersteller Stadler Deutschland sowie 13 Züge aus dem bisherigen Bestand vom Typ ET 425.5 von Bombardier – gewartet und repariert werden. Dafür wird eine neue Halle gebaut.

Investition von 15 bis 18 Millionen Euro

Von dem Gebäude ist zwar noch nicht viel zu sehen, aber Ralf Materzok, Leiter Technik bei der OHE, weiß genau, wie sie einmal aussehen wird: „Das werden über 2600 Quadratmeter, 12 Meter hoch und innendrin dreigleisig, alles komplett elektrifiziert. Wir werden hier zwischen 15 und 18 Millionen Euro investieren“, freute er sich. Und weil die Eisenbahn das klimafreundlichste Verkehrsmittel sei, werde auch die neue Halle über eine Hybridheizung aus Gas, Photovoltaik und Wärmepumpe versorgt. Vor dem Eingang soll es zudem Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes geben. In Kürze soll für den Neubau die alte Triebwagenhalle abgerissen werden.

Celler OHE macht Ministerpräsidenten glücklich

Weil zeigte sich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der OHE. "Wir haben in Niedersachsen ein großes Bahnnetz. Es leuchtet ein, dass man dafür auch hochkompetente Wartungsunternehmen braucht. Ich habe vor Ort den Eindruck gewonnen, dass die OHE diese Kompetenz hat", sagte Weil, nachdem er von einer frisch durchgecheckten Lok der Havelländischen Eisenbahn AG stieg, mit der Werkstattleiter Otto Winkelmann den Ministerpräsidenten sowie Engelen und Siemsglüß kurz zum OHE-Verwaltungsgebäude hin- und zurückgefahren hatte. "Das hat Spaß gemacht", schwärmte Weil.

Land kauft OHE-Netz

Weiteres Thema: der Personennahverkehr auf der Schiene. Ende des Jahres beschloss der Landtag den Rückkauf des 280 Kilometer langen Netzes der OHE. Engelen: "Ich sehe darin eine große Chance für den Landkreis Celle. Gerade für zahlreiche produzierende Unternehmen in der Region Celle und Nordostniedersachsen sind die Bahnstrecken ein wichtiger Anschluss." Auch unter dem Gesichtspunkt nachhaltiger Mobilität sei der Schienenverkehr eine gute Alternative für die Region. Im Landkreis Celle könnten die Strecken Müden (Örtze)-Celle, Soltau-Bergen- Celle sowie Celle-Wittingen genutzt werden. "Für den Weg zur Realisierung sind allerdings noch eine Reihe von Fragen zu klären. Ich hoffe, dass dieser Klärungsprozess zügig vollzogen wird", so Engelen.

Noch kein Termin für Celler Strecken

Und wann fahren die ersten Züge? "Wir wollen das Schienenangebot dort erweitern, wo es geht. Die ersten Strecken sind bereits in der vergangenen Legislaturperiode in Betrieb gegangen", sagte Weil, der für die ehemaligen OHE-Strecken keinen Termin nennen konnte. "Dafür ist es noch zu früh. Wir brauchen zunächst auch entsprechende Wirtschaftlichkeitsberechnungen, bevor eine Strecke ans Netz geht."