Celler Jugendherberge

DJH verfolgt Neubaupläne weiter

Nach dem geplatzten "Jugendherbergs-Deal" kritisiert das DJH die Stadt. Die Neubaupläne werden trotzdem aufrecht erhalten.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 10. Nov. 2022 | 18:05 Uhr
  • 10. Nov. 2022
Seit 2018 ist die Jugendherberge geschlossen. Ein Neubau ist nicht in Sicht.
  • Von Gunther Meinrenken
  • 10. Nov. 2022 | 18:05 Uhr
  • 10. Nov. 2022
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Celle.

Als im September bekannt wurde, dass der "Jugendherbergs-Deal" auf der Allerinsel geplatzt ist, folgten aus Teilen der Politik Schuldzuweisungen an die Stadt und die Forderung, nach alternativen Standorten zu suchen. Jetzt hat sich der Landesverband Hannover des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) zu Wort gemeldet. In einem Schreiben an die Fraktionen im Stadtrat bittet der Vorsitzende des DJH, Peter Peschel, die Politik um Unterstützung, um doch noch einen Neubau einer Jugendherberge in Celle zu ermöglichen.

DJH fühlt sich von Stadt "nicht begleitet"

Hatte vor ein paar Wochen der DJH-Landesverbands mitgeteilt, dass es für Celle keine weiteren Planungen gebe, rückt Peschel diese Aussage wieder gerade. "Vorstand und Geschäftsführung des Landesverbands sind weiterhin entschlossen, in der Stadt Celle eine neue DJH-Jugendherberge zu errichten – sowie die Rahmenbedingungen für eine auch wirtschaftliche Perspektive zu eröffnen", schreibt Peschel und fügt einen Satz hinzu, der für Zündstoff sorgen könnte: "Mit dieser Offerte fühlen wir uns bisher nicht hinreichend verstanden und nicht von der Stadt Celle begleitet."

"Vorstand und Geschäftsführung des Landesverbands sind weiterhin entschlossen, in der Stadt Celle eine neue DJH-Jugendherberge zu errichten."

Peter Peschel, Vorsitzender DJH-Landesverband

Kein persönliches Gespräch mit Nigge

In dieser Aussage schwingt eine große Portion Enttäuschung mit. Peschel sagt, dass die Stadt immer wieder "den Standort Allerinsel und die Planungen der Konzerntochter Allerland unterstrichen habe". Das DJH habe indes über sein Raumprogramm für ein etwa 120 Betten umfassendes Gebäude sprechen wollen und über Einsparmöglichkeiten. Letztlich platzte das Geschäft, dem DJH war das Angebot zu teuer. "Insgesamt waren die Pachtkosten für uns zu hoch. Dafür hätten wir die Übernachtungszahlen, die in der Vergangenheit in Celle bei 10.000 bis 11.000 lagen, verdoppeln müssen. Das ist unrealistisch", so Peschel, der sich enttäuscht zeigte, dass Oberbürgermeister Jörg Nigge nie zu einem persönlichen Gespräch zur Verfügung gestanden habe.

Hilferuf an Celler Politik

Peschel will nach vorne schauen. Positiv stimme ihn, dass sich Stadtbaurätin Elena Kuhls gemeldet und das große Interesse der Stadt bekundet habe. "Das ist geschehen, als unser Brief im Entwurf war. Wir haben dann entschieden, uns trotzdem an die Celler Politik zu wenden. Das kann ja nicht schaden", so Peschel.

Stadt verwundert über DJH-Aussagen

Bei der Stadt ist man verwundert über die Äußerungen von Peschel. Seit langer Zeit habe es Gespräche zwischen dem DJH und der Stadt gegeben. "Nachdem das Jugendherbergswerk die Aufgabe des bisherigen Standortes in Klein Hehlen bekannt gegeben hatte, wurde die Suche nach einem neuen Standort intensiviert", so Stadtsprecherin Myriam Meißner. Die Gespräche hätten vorrangig auf der Ebene des Verwaltungsvorstands, sprich dem Stadtbaurat, stattgefunden.

"Gleichwohl ist auch danach gegenüber dem DJH deutlich zum Ausdruck gebracht worden, dass eine Ansiedlung seitens der Stadt Celle im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiterhin unterstützt wird

Myriam Meißner, Stadtsprecherin

Neues Rathaus will weiterhin unterstützen

Fündig wurde man auf der Allerinsel. Für das Projekt wäre die Ansiedlung der Jugendherberge Teil eines größeren Baukomplexes neben anderen Nutzungen geworden. "Aus den bereits bekannten Gründen konnte oder wollte das Jugendherbergswerk das Angebot der Stadt Celle dann nicht akzeptieren. Gleichwohl ist auch danach gegenüber dem DJH deutlich zum Ausdruck gebracht worden, dass eine Ansiedlung seitens der Stadt Celle im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiterhin unterstützt wird", fährt Meißner fort.

Art und Weise der Kommunikation verwundert

Vor diesem Hintergrund und in der Kontinuität der Gesprächsebene sei deshalb von der Stadtbaurätin ein Anschreiben an Herrn Peschel verfasst worden. "Leider finden sich wiederum, trotz Bitte, keine konkreten Vorstellungen zur Frage der Wirtschaftlichkeit in der Antwort. Vielmehr verwundert stattdessen die Art und Weise der Kommunikation über Öffentlichkeit und Politik. Die Stadt Celle wird auch in Zukunft an der Ansiedlung einer Jugendherberge in Celle festhalten", sagt Meißner.