Blick nach vorne

So verarbeitet Team des Circus Belly Robbys Tod

Der Tod des Schimpansen Robby ist auch nach einer Woche nicht leicht zu verarbeiten für Direktor Klaus Köhler und das Team des Circus Belly.

  • Von Benjamin Behrens
  • 20. Nov. 2022 | 16:35 Uhr
  • 21. Nov. 2022
Schimpanse Robby lebte seit 47 Jahren im Circus Belly. Jetzt war er verstorben. Vor allem Zirkusdirektor Klaus Köhler belastet der Verlust. Doch er bleibt Optimist.
  • Von Benjamin Behrens
  • 20. Nov. 2022 | 16:35 Uhr
  • 21. Nov. 2022
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Celle.

Über eine Woche ist es her, dass Klaus Köhler, Direktor des Circus Belly, von einem alten Weggefährten Abschied nehmen musste. Zirkus-Affe "Robby" war mit 51 Jahren verstorben. Seitdem versuchen Köhler und das Team des Circus Belly den Verlust zu verarbeiten. Es fällt nicht leicht.

Klaus Köhler und Schimpanse Robby sitzen 2018 gemeinsam im Gehege des Primaten.

Affe starb mit 51 Jahren an Herzinfarkt

51 Jahre wären ein geradezu biblisches Alter für Schimpansen, im Freiland werden die Primaten meist zwischen 30 und 40 Jahren alt. Kein Trost für Köhler, der Menschenaffe war quasi in seinen Armen gestorben – Herzinfarkt. Der 74-Jährige wollte nach dem Rechten sehen, war in den Käfig gegangen. "Er war sehr ruhig und für sich. Mit einmal war er weggesackt", erinnert Köhler. Er versuchte noch Robby mittels Herzmassage wiederzubeleben, ohne Erfolg.

"Keiner ist davor geschützt"

Seit dem versuchen der Zirkusdirektor, seine Familie und alle Mitarbeiter den Verlust zu verarbeiten. Robby lebte 47 Jahre im Circus Belly. "Das Leben muss weitergehen. Ich habe schon gesehen, wie sehr junge Menschen an solchen Sachen verstorben sind. Robby hat ein schönes Leben gehabt, sämtliche Zuneigung, das ist das wichtigste", ist sich Köhler sicher. "Es ist natürlich eine harte Sache, sowas zu erleben. Wenn ich daran denke, die Mutter meines Schwiegersohns war 52, die war Lehrerin in Sehnde. Sie hat sich nicht wohlgefühlt, setzt sich in den Sessel und steht nicht mehr auf", berichtet Köhler. "Keiner ist davor geschützt."

Tierärztin obduziert Menschenaffen

Tierärztin Dr. Alexandra Dörnath, die ihre Praxis in Bremen betreibt, betreut auch die Tiere des Circus Belly. "Sie hat eine Obduktion vorgenommen", so Köhler. Der Schimpanse wird nun eingeäschert, die Urne bekommt einen Ehrenplatz im Zirkuswagen.

Zirkusdirektor Klaus Köhler und sein "Circus Belly" überwinterten auch 2021 in Altencelle.

Mehr zum Circus Belly und Robby

"Wenn ich die Augen mal schließe, dann kann das ruhig in der Manege sein."

Zirkusdirektor Klaus Köhler

Bei Facebook hatte der Circus Belly den Tod des Menschenaffens Robby bekannt gegeben und gebeten von Anrufen oder Kondolenzbesuchen Abstand zu nehmen. Über 200 Kommentare mit Beileidsbekundungen gingen unter dem Post ein. Viel Anteilnahme einerseits andererseits wühlt es das Erlebte immer wieder auf. "Ganz ehrlich, ich möchte manchmal gar nichts hören davon. Es ist ja schön. Aber es kommt gleich wieder hoch, wenn man gerade mal abgeschaltet hat. Das dauert noch."

Köhler bleibt optimistisch

Die Zirkusfamilie will nach vorne blicken – der Weihnachtszirkus steht an. "Es bringt ja nichts dahinzuvegetieren. Ich habe 16 Enkelkinder und meine Jungs wollen auch, dass ich in der Manege stehe. Ich bin ein großer Optimist", sagt der 74-Jährige. "Wenn ich die Augen mal schließe, dann kann das ruhig in der Manege sein."