Ausflug vom Bundeslager

Celler Altstadt wird zu Spielfeld für Pfadfinder

Aktuell campieren in Bennebostel über 1000 Pfadfinder aus ganz Deutschland im Bundeslager. Bei einer Rallye haben sie nun Celler erkundet.
  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 01. Aug. 2022 | 19:00 Uhr
  • 01. Aug. 2022
  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 01. Aug. 2022 | 19:00 Uhr
  • 01. Aug. 2022
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Celle.

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Das passiert selbst Pfadfindern hin und wieder. "Wir sollen eine Statue von Ernst dem Bekenner suchen, sie soll irgendwo hier in der Nähe stehen", erklärt Alina ihrer Gruppe, die sich auf der Stechbahn versammelt hat. Erst ein paar Minuten und einen Blick nach oben später fällt der Groschen. "Wir stehen direkt davor!", ruft ein Mädchen und zeigt in die Luft. "Da oben ist sein Kopf, Aufgabe erledigt."

Zwei Jahre Arbeit für Entwicklung des Planspiels

Die Mädchen und Jungen aus der Nähe von Stuttgart sind an diesem Montagvormittag nur zehn von insgesamt tausend Pfadfindern, die die Celler Altstadt auf spielerische Weise entdecken. Im Rahmen des Bundeslagers, welches diesen Sommer in Bennebostel stattfindet, haben einige Celler Pfadfinder ein Planspiel im Stile einer Stadtrallye entwickelt. Federführend dabei waren Sofia Zehme und Ami Rühmann. "Da stecken ungefähr zwei Jahre Arbeit drin", sagen sie. "Es hat aber riesigen Spaß gemacht, das alles zu planen und zu überlegen, wie es funktionieren kann."

60 Stationen in der Celler Altstadt

Die Grundidee des Spiels: So viele Stempel wie möglich sammeln. Übersetzt man dies ins Pfadfinderdeutsch, ist es für die Gruppen zunächst das Ziel zu einer Siedlung zu werden, daraus entwickelt sich im besten Fall ein Stamm und wer richtig erfolgreich ist, wird sogar zur Legende. Je mehr Stempel, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit. "Die Stempel können die Pfadfinder an unterschiedlichen Stationen sammeln, die im ganzen Altstadt-Gebiet verteilt sind", erklärt Organisatorin Zehme. "Insgesamt gibt es 60 Stationen, die Aufgaben decken unterschiedliche Bereiche ab, von Bewegung über Musik, Schätzen und Celle-Geschichte ist alles dabei."

Handy-Entzug wird für Jugendliche immer schwerer

An der Station von Bernd Paulas im Schlosspark ist Beweglichkeit und eine gute Portion Geschick gefragt. Er hat zwischen zwei Bäumen Seile gespannt. Dadurch ist eine Art Spinnenweben entstanden. "Die Gruppen müssen hier irgendwie durchklettern, ohne die Seile zu berühren", sagt er. Dabei ist gutes Teamwork gefragt. "Man kann die leichteren Personen zum Beispiel durchheben, die meisten haben wirklich kreative Ideen." Paulus ist aus Mainz zum Bundeslager angereist. Er selbst ist seit vielen Jahren Pfadfinder. "Es ist immer schön zu sehen, dass sich der Nachwuchs noch dafür begeistern kann. Obwohl ich beobachte, dass beispielsweise der Verzicht auf Handys während des zehntägigen Camps immer härter für die Teenies wird."

Bei Spielen ist Geschicklichkeit gefragt

Im Französischen Garten hat es sich unterdessen Mathias Begoin unter einer alten Eiche gemütlich gemacht. Hin und wieder kommt ein Pfadfinder-Stamm vorbei und bleibt stehen. "Was müssen wir hier machen?", fragt ein Junge, der mit seiner Gruppe aus Bremen stammt. "Ihr sollt euch nebeneinander stellen und mit dem Fuß einen Stein balancieren und von Fuß zu Fuß weitergeben. Natürlich so, dass er nicht herunter fällt", antwortet Begoin. Leichter gesagt, als getan, wie sich herausstellt. "Das ist echt nervig, dass wir immer wieder von vorne anfangen müssen, wenn der Stein runter fällt", finden die Jugendlichen. Geduld zahlt sich dann aber doch aus und Begoin stempelt die Hefte der Pfadfinder freudestrahlend ab.

Rückweg nach Bennebostel zu Fuß

Bis 15 Uhr bleibt den Pfadfindern Zeit, so viele Aufgaben wie möglich zu bewerkstelligen. Nach einem Gottesdienst in der Stadtkirche heißt es anschließend: Ab in die Wildnis. Den Rückweg ins Camp nach Bennebostel müssen die Abenteurer nämlich zu Fuß zurücklegen.