Ab ins Wasser

Nina Ramachers ist neue Feuerwehrtaucherin in Celle

Nina Ramachers ist neue Feuerwehrtaucherin in Celle. Als Lehrgangsbeste bekam die Cellerin ihr Zeugnis persönlich überreicht. So sieht ihr Feuerwehr-Alltag aus.

  • Von Katharina Jäger
  • 22. Nov. 2022 | 07:05 Uhr
  • 22. Nov. 2022
Nina Ramachers taucht bei Wind und Wetter, egal ob sich auf dem Wasser eine Eisschicht gebildet hat.  
  • Von Katharina Jäger
  • 22. Nov. 2022 | 07:05 Uhr
  • 22. Nov. 2022
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Celle.

Nach neun Jahren Wartezeit konnte Nina Ramachers von der Feuerwehr Celle endlich ihre Prüfung absolvieren und ist nun neue Feuerwehrtaucherin in der Stadt. Und das mit einem hervorragenden Ergebnis: Von insgesamt 15 Taucherteilnehmern und 4 Lehrtaucher-Anwärtern – sie bilden Taucher aus – wurde Ramachers Lehrgangsbeste. Um zur Prüfung zur Feuerwehrtaucherin der Stufe Zwei zugelassen zu werden, musste die 25-Jährige 35 Theoriestunden, 20 Praxisstunden, in denen sie unter anderem Verhaltensregeln gelernt hat, und 50 Tauchgänge vorweisen.

Lehrgang für Cellerin am 17. September

„Eigentlich dauert die Ausbildung nur zwei Jahre, doch da es trotz Ausbildungsverbund aus den Feuerwehren Lehrte, Hameln, Sehnde und Celle nie genügend Teilnehmer waren und dann die Pandemie kam, hat sich das Ganze verzögert“, so Ramachers. Am 17. September fand schließlich endlich der Lehrgang statt. Austragungsort war im Gebiet der Feuerwehr Lehrte.

Nina Ramachers ist neue Feuerwehrtaucherin in Celle. Als Lehrgangsbeste überbringt ihr Lehrgangsleiter Dieter Koch das Ergebnis persönlich (2. v. rechts). Ortsbrandmeister Bernd Müller, Celler Tauchergruppe-Leiter Martin Fester (von links) und Stadtbrandmeister Uwe Wiechmann (rechts) sind ebenfalls dabei.  

Begeisterin für Feuerwehr liegt in Ramachers Familie

Ramachers ist familiär "vorbelastet": „Oma und Opa waren dort und meine Eltern haben sich ebenfalls freiwillig für die Feuerwehr engagiert“, erzählt die 25-Jährige. Beide seien zusätzlich auch Feuerwehrtaucher – wie sie jetzt. Ihr Vater habe sie früher zum Tauchen immer mitgenommen. Im Alter von zehn Jahren ist Ramachers der Jugendfeuerwehr beigetreten, seit 2013 ist sie auch ein Teil der Tauchergruppe. Jeden Mittwoch geht sie zum Tauchdienst. „Im Sommer trainieren wir hauptsächlich in der Aller, ab und zu auch im Kalka-See“, sagt sie. „Im Winter sind wir im Hallenbad.“ Donnerstags sei normaler Feuerwehrdienst. „Hier wird alles geübt, was passieren kann.“

„Oma und Opa waren dort und meine Eltern haben sich ebenfalls freiwillig für die Feuerwehr engagiert.“

Nina Ramachers, Feuerwehrtaucherin Celle

Pieper alarmiert die Cellerin

„Wir haben alle einen Pieper zu Hause“, erzählt Ramachers. Sobald das Gerät Alarm schlage, schaue die Cellerin und wäge ab, ob sie zum Einsatzort fährt oder nicht. Es gebe genügend Feuerwehrleute in Celle, sodass immer jemand hinfahre. Wenn es sich um einen Taucheinsatz handelt, sei es anders. „So viele aktive Taucher haben wir nicht“, erklärt die 25-Jährige.

Wie sehen ihre Einsätze im Wasser aus?

Doch zu welchen Einsätzen werden speziell Feuerwehrtaucher benachrichtigt? „Wir werden bei allem gerufen, was unter Wasser ist – wie etwa zur Personensuche oder -bergung in Flüssen und Seen, bei Badeunfällen oder auch bei untergegangenen E-Scootern oder halb versunkenen Booten“, meint Ramachers. Im Jahr seien es etwa sieben bis acht Einsätze.

Letzte Vorbereitungen: Noch die Handschuhe über und ab ins Wasser.

Triebwerksmechanikerin bei der Motoren- und Turbinen-Union (MTU) in Hannover

Die Arbeit als Feuerwehrfrau und -taucherin macht Ramachers freiwillig. Eigentlich ist sie Triebwerksmechanikerin bei der Motoren- und Turbinen-Union (MTU) in Hannover. Sie arbeitet entweder von 6 bis 13.45 Uhr (Frühschicht) oder von 14 bis 21.30 Uhr. In ihrer Freizeit ist Ramachers außerdem im Schützenverein in Garßen und im Musikzug engagiert. Früher hat sie noch Handball gespielt, doch das habe sie zeitlich irgendwann nicht mehr geschafft. Fit hält sich die Feuerwehrtaucherin durch „CrossFit“ – ein Kraft- und Konditionierungsprogramm, bei dem Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Balance, Koordination und Genauigkeit trainiert werden.

Im Sommer findet Nina Ramachers Tauchtraining im Fluss oder See statt, im Winter üben sie im Hallenbad.

Nina Ramachers: Voraussetzung fürs Tauchen ist Grundfitness und bestimmte Arztbescheinigung

„Als Taucherin muss man eine gewisse Grundfitness mitbringen“, erklärt Ramachers. Auf die Frage, was sonst noch wichtig sei, antwortet sie: „Man braucht zum Tauchen eine bestimmte Bescheinigung vom Arzt, sonst ist man nicht tauchtauglich.“ Dabei werde das Lungenvolumen untersucht, Ergometer gefahren und ein großes Blutbild gemacht.

Lehrgangsbeste bei Prüfung zur Feuerwehrtaucherin der Stufe Zwei

Für ihre sehr gute Leistung bei dem Lehrgang zur Feuerwehrtaucherin der Stufe Zwei wurde die 25-Jährige persönlich geehrt. Beim „Antreten der Feuerwehr“ – jeden ersten Donnerstag im Monat –, wo der Ortsbrandmeister über Neuigkeiten und Ernennungen spricht, sei plötzlich ihr Lehrgangsleiter Dieter Koch aufgetaucht und habe verkündet, dass sie die Prüfung als Lehrgangsbeste abgeschlossen habe. Damit gerechnet hatte Ramachers nicht. Sie hatte gedacht, dass sie das Ergebnis einfach im Briefkasten vorfinden würde. Aber so ist es ja viel motivierender.