CZ-Weihnachtsaktion

"Der Bedarf ist größer als je zuvor"

Mit der Energiekrise wächst in Celle auch die finanzielle Not. Mit einer Spende können Sie die CZ-Weihnachtsaktion "Mitmenschen in Not" unterstützen.

  • Von Jana Wollenberg
  • 19. Nov. 2022 | 13:05 Uhr
  • 05. Dez. 2022
Mit der Energiekrise wächst auch die finanzielle Not weiter. 
  • Von Jana Wollenberg
  • 19. Nov. 2022 | 13:05 Uhr
  • 05. Dez. 2022
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Das Lachendorfer Unternehmen Drewsen Spezialpapiere gehört zu den Ersten, die die CZ-Aktion „Mitmenschen in Not“ in diesem Jahr unterstützen: Geschäftsführer Matthias Rauhut (links) übergab einen Scheck über 1000 Euro an Chefredakteur Ralf Leineweber. 
Celle.

Für die einen ist es die Rate für die Stromrechnung, die beglichen werden muss, für andere die Rechnung für eine dringend benötigte Waschmaschine, die unerschwinglich scheint, oder einfach nur Lebensmittel, für die das Geld am Monatsende einfach nicht reicht: Energiekrise und Inflation treiben die Anzahl der Menschen, die nicht genug Geld für sich selbst und ihre Familien zur Verfügung haben, immer weiter in die Höhe. Das zeigt sich auch bei den Beratungsangeboten, in denen die Betroffenen unterstützt werden: „Unsere Terminkalender sind gefüllt“, sagt Heike Lührs, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Celle. Um in möglichst vielen solcher Fälle helfen zu können, startet die Cellesche Zeitung zum 28. Mal ihre Weihnachtsaktion „Mitmenschen in Not“.

Seit 1995 mit mehr als 3 Millionen Euro geholfen

Mehr als 3 Millionen Euro sind seit 1995 dank der breiten Unterstützung aus Stadt und Landkreis Celle in den Topf der CZ-Aktion geflossen, knapp 1,8 Millionen davon aus dem Erlös der bis zum Jahr 2019 jährlich durchgeführten Weihnachtstombola. Die aber findet auch in diesem Jahr nicht statt, da die Verantwortlichen in Anbetracht der nach wie vor hohen Ansteckungsgefahr weder Losverkäufer noch Mitspieler einer Ansteckungsgefahr aussetzen wollen. „Umso mehr hoffen wir auf Spenden, um auch in den nächsten Monaten unsere unbürokratische Unterstützung Bedürftiger fortsetzen zu können“, so CZ-Chefredakteur Ralf Leineweber. „Wir wissen von unseren Partnern von Diakonie und Caritas sowie vom Sozialen Dienst des Landkreises, dass der Bedarf in der aktuellen Situation größer ist als je zuvor.“

Inzwischen kämen immer mehr Menschen in die Beratungen des Diakonischen Werks, die Angst vor dem haben, was ihnen bevorstünde, berichtet Heike Lührs. „Andere kommen erst, wenn sie kurz vor der Abstellung stehen“, ergänzt Diakoniepastor Christian Rebert. Deutlich wird: Teurere Lebensmittel und Bescheide über die Anhebung der Kosten für Strom und Gas bringen nun auch viele jener Menschen in Not, die früher ohne Unterstützung zurechtgekommen sind.

"Hilfe zur Selbsthilfe"

„Oft ist es der Betrag für eine erste Rate, die gezahlt werden muss“, erläutert der Pastor. In der Beratung werde dann nach einem Weg gesucht, wie die Klienten finanziell wieder auf die Beine kommen können. „Wir leisten sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe“, meint Heike Lührs. „Wir können uns abteilungsübergreifend um die Menschen kümmern.“

Die Spenden seien auch eine Art Multiplikator, so Rebert. Durch die Unterstützung der Beraterinnen und Berater können Klienten Hilfen wie Wohngeld oder Kinderzuschlag in Anspruch nehmen – gerade dann, wenn sie vorher nicht wussten, dass ihnen diese Gelder zustehen oder sie mit der Antragstellung nicht allein zurechtkamen.

In Beratungsstellen bekommt jeder Hilfe

In besonders dringenden Fällen kann das Diakonische Werk den Klienten zudem nach sorgfältiger Prüfung mit Soforthilfen aus dem Topf der Aktion "Mitmenschen in Not" unter die Arme greifen. Das geht zum Beispiel mit Gutscheinen für den Supermarkt oder indem eine Rechnung oder Rate übernommen wird. Zahlreichen Menschen konnte auf diesem Weg in den vergangenen Wochen und Monaten geholfen werden. So etwa einem Mann aus Hambühren, der nach dem Verlust seiner Arbeit auf das ihm zustehende Arbeitslosengeld I wartete. Eine Beihilfe ermöglichte es ihm in der Übergangszeit, Lebensmittel einkaufen zu können. Und auch als für einen alleinerziehenden Vater im Herbst das Geld nicht zum Kauf einer Winterjacke für den Sohn reichte, konnte dank der Spendengelder die Rechnung übernommen werden.

"Teils sind es Versäumnisse wie zu spät gestellte Anträge, die in eine Notlage führen", sagt Christian Rebert. Was zu der finanziellen Notlage geführt hat, sei letztlich aber unerheblich, betont er. Man wolle jeden, der es braucht, dabei unterstützen, seine Lebenssituation wieder in den Griff zu bekommen.

So können Sie helfen

Die Tombola in der Celler Altstadt als traditioneller Teil der CZ-Weihnachtsaktion fällt auch in diesem Jahr leider aus. Menschen in finanzieller Not können Sie aber mit Ihrer Geldspende helfen. Das Bankkonto des gemeinnützigen Vereins „Mitmenschen in Not“ läuft unter dem gleichnamigen Stichwort mit der IBAN DE74269513110000009910 bei der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg (BIC: NOLADE21CEL). Bis zu einem Betrag von 200 Euro erkennt das Finanzamt den Einzahlungsbeleg als Spendenquittung an.