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Neues Leben im Celler Palast-Theater: Was daraus werden soll

Das Palast-Theater ist für viele Cellerinnen und Celler mit schönen Erinnerungen verbunden. Nun wird das ehemalige Kino umgebaut. Ein Blick in "Celles wohl spannendste Baustelle". Der Besitzer der Immobilie hat mit dem Gebäude am Magnusgraben viel vor. Besondere Elemente aus der Kino-Vergangenheit sollen in die Neugestaltung auch integriert werden.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 03. Dez. 2022 | 06:58 Uhr
  • 03. Dez. 2022
Eigentümer Hans-Martin Schneider über das ehemalige Kino: "Das ist eine der spannendsten Baustellen, die Celle derzeit zu bieten hat."
  • Von Gunther Meinrenken
  • 03. Dez. 2022 | 06:58 Uhr
  • 03. Dez. 2022
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In dieser mittlerweile entkernten Wohnung über dem Kino wohnte bis zu ihrem Tod die Besitzerin Hildegard Zelezniak.
Celle.

Hans-Martin Schneider steht in den alten Räumlichkeiten des Palast-Theaters an der Magnusstraße. Der 36-Jährige kennt das ehemalige Kino aus seinen Kindheitstagen. „Hier habe ich gemeinsam mit meinen Eltern einen Kinderfilm angeschaut“, sagt Schneider, der als Besitzer des ehemaligen Kinos an einen Ort seiner Kindheit zurückgekehrt ist. 

Celles wohl spannendste Baustelle

Der Geschäftsführer der Norddeutschen Vermögensgesellschaft (NDVG) in der Blumlage hat große Pläne für das ehemalige Palast-Theater. „Das ist eine der spannendsten Baustellen, die Celle derzeit zu bieten hat. Wir werden das alte Kino zu einem hochmodernen und energieeffizienten Wohn- und Geschäftshaus umbauen“, kündigt Schneider an.

„Das ist eine der spannendsten Baustellen, die Celle derzeit zu bieten hat."

Hans-Martin Schneider, Besitzer der Immobilie

Gebäude bereits komplett entkernt

Der Immobilienexperte und Baufinanzierungsspezialist hat das Palast-Theater vor etwa zwei Jahren erworben. Die Sanierungsarbeiten haben in den vergangenen Wochen Fahrt aufgenommen: Der Boden ist bis zum Erdreich abgetragen, im Inneren des Gebäudes stehen zur Rechten und Linken nur noch die Stützpfeiler.

Planung mit Denkmalschutz abgestimmt

„Die Planungsphase hat eineinhalb Jahre gedauert. Dabei haben wir uns eng mit dem Bauamt und der Denkmalpflege abgestimmt“, erläutert Schneider. Das Haus an sich stehe zwar nicht unter Denkmalschutz, aber es steht im Innenstadtbereich, für den die Gestaltungssatzung der Altstadt gilt.

So soll das ehemalige Palast-Theater nach dem aufwändigen Umbau aussehen.

"Im Kern wird nur die alte Hülle stehen bleiben, aber wir waren überhaupt die Einzigen, die das Gebäude erhalten wollten, ein so geschichtsträchtiges Objekt in unserer schönen Stadt.“

Hans-Martin Schneider, Besitzer der Immobilie

Stützpfeiler und Stahlträger werden ausgetauscht

Nachdem die Erben der 2018 verstorbenen letzten Kinobetreiberin, Hildegard Zelezniak, die Kinosessel ausgebaut und verkauft hatten, hatte Schneider Mitte vergangenen Jahres das Gebäude entkernt. Doch dabei wird es nicht bleiben. „Wir werden alle Stützpfeiler und Stahlträger austauschen und auch die Fundamente erneuern. Im Kern wird nur die alte Hülle stehen bleiben, aber wir waren überhaupt die Einzigen, die das Gebäude erhalten wollten, ein so geschichtsträchtiges Objekt in unserer schönen Stadt.“

Die drei geretteten Filmprojektoren sollen in die Neugestaltung integriert werden und an das ehemalige Kino erinnern.

Zwei neue Etagen für Wohnungen

Der vordere, zur Straße gewandte Teil, wird zum Wohnbereich. Dort befindet sich bereits die Wohnung, in der Zelezniak gelebt hatte. Von den alten Zwischenwänden stehen nur noch die Holzgerüste. Zwei große Löcher in der Wand in Richtung Kinosaal zeugen davon, dass der Vorführraum direkt an die Wohnung der Kinobesitzerin anschloss. „Hier werden wir noch zwei Etagen für eine Wohnnutzung aufstocken“, sagt Schneider.

Kompetenzcenter rund um Thema Immobilie

Die ehemaligen Kinosäle werden zu Büros umgebaut. „Wir möchten hier ein Kompetenzcenter rund um das Thema Immobilie schaffen“, so Schneider. Die Räumlichkeiten sollen vermietet werden, zum Beispiel an Architekten, Rechtsanwälte und Notare. Teile der Geschäftsräume möchte die NDVG selbst nutzen.

"Wir sind in unmittelbarer Nähe zur Altstadt, Parkplätze, auch für Dauerparker, gibt es in den umliegenden Parkhäusern. Das dürfte bei vielen Firmen und Dienstleistern, aber auch Wohnungsinteressenten als Pluspunkt zählen.“

Hans-Martin Schneider, Besitzer der Immobilie

Weihnachten 2023 soll alles fertig sein

„Dafür werden wir eine neue Zwischendecke einziehen. In die Mitte kommt eine Glaskuppel, so dass hier mehr Tageslicht hereinscheint“, sagt Schneider, der die Lage des gesamten Komplexes für äußerst attraktiv hält: „Wir sind in unmittelbarer Nähe zur Altstadt, Parkplätze, auch für Dauerparker, gibt es in den umliegenden Parkhäusern. Das dürfte bei vielen Firmen und Dienstleistern, aber auch Wohnungsinteressenten als Pluspunkt zählen.“

Alte Filmvorführgeräte werden in Planung integriert

Die Fertigstellung ist für Weihnachten 2023 geplant, wobei Bauzeitverzögerungen aufgrund der aktuellen Materialengpässe leider nicht ausgeschlossen werden könnten. „Das Gebäude, welches für viele Celler mit Erinnerungen verbunden ist, wird aber auf jeden Fall mit einem großen Tag der offenen Tür und mit vielen Attraktionen eröffnet. Wir möchten vielen Cellern die Möglichkeit geben, unser Schmuckstück nach Fertigstellung in Augenschein zu nehmen“, so Schneider. Und: Drei alte Filmvorführgeräte hat der neue Besitzer gerettet. „Die wollen wir aufbereiten und in die Neugestaltung integrieren – als Reminiszenz an das ehemalige Palast-Theater.“

Hinweis der Redaktion

Der Text wurde erstmals am 6. April 2022 um 18.02 Uhr auf unser Internetseite veröffentlicht.