Münzgeld ist weiter beliebt

Kleingeld einzahlen: Wo es in Celle noch kostenlos möglich ist

Einige Banken verzichten inzwischen auf die Bereitstellung von Münzzählautomaten. Im Celler Raum sollen die Geräte weitgehend erhalten bleiben. Doch wie kann man sein Kleingeld noch einzahlen?

  • Von Stefanie Franke
  • 17. Jan. 2023 | 16:00 Uhr
  • 20. Jan. 2023
In einigen Banken werden SB-Münzzählgeräte aus Kostengründen nicht mehr bereitgestellt. Die meisten Celler Banken wollen die Automaten erhalten. Teilweise ist die Abgabe von Münzen jedoch kostenpflichtig.
  • Von Stefanie Franke
  • 17. Jan. 2023 | 16:00 Uhr
  • 20. Jan. 2023
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Celle.

Sie sind überall präsent: In den Ritzen des Sofas, in der Spardose des Nachwuchses, in der Mittelkonsole des Fahrzeuges oder schlichtweg im Portemonnaie – das Kleingeld ist aus dem Leben vieler Cellerinnen und Celler nach wie vor nicht wegzudenken. Laut einer Studie der Europäischen Zentralbank ist im europäischen Raum das Bargeld immer noch das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel in Geschäften.

Mehr als die Hälfte der Zahlungen, nämlich 59 Prozent, wurden 2022 an der Ladenkasse in bar getätigt. 2019 waren es sogar noch 72 Prozent. Dennoch lässt es sich nicht leugnen: Bargeldlose, elektronische Zahlungen sind weiter auf dem Vormarsch. Dieser Trend wurde nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie beschleunigt. Hinzu kommt, dass die Bezahldauer bei kontaktlosen Zahlungsmitteln geringer ist als bei einer Barzahlung. Das ergab eine Erhebung der Deutschen Bundesbank.

„Es ist ein Thema, das viele Menschen bewegt und was keiner so richtig greifen kann.“

Martin Mehrdorf, Regionsleiter Commerzbank

Münzabgabe nicht immer kostenfrei

Doch wohin mit all den Münzen, die man an diversen Orten hortet, sammelt und versteckt? Immer häufiger erleben Kunden eine unangenehme Überraschung, wenn sie ihr Münzgeld bei der Hausbank einzahlen möchten.

Manche Banken nehmen die Münzen nicht mehr an, möglicherweise werden auch Gebühren fällig. „Es ist ein Thema, das viele Menschen bewegt und was keiner so richtig greifen kann“, weiß Martin Mehrdorf, Regionsleiter der Commerzbanken Celle und Wolfsburg. Er führt es auf das "Jagen und Sammeln"-Gen zurück, dass das Münzgeld häufig ausgiebig gehortet werde.

Safebags statt Münzautomat

Bei der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg gibt es keinen Münzzählautomaten mehr. Wer als Sparkassen-Kunde Münzen einzahlen möchte, kann dies mithilfe von sogenannten Safebags tun. Die verschließbaren Kunststofftüten sind in den Kundencentern erhältlich. Die Vorderseite wird mit den entsprechenden Daten beschriftet. Anschließend kann der Beutel mit Münzgeld befüllt und mit dem vorgesehenen Klebestreifen verschlossen werden.

Nach der Abgabe des Safebags im Kundencenter wird der eingezahlte Betrag dem Konto innerhalb von einer Woche gutgeschrieben. „Diese Münzsafebags werden zentral bei unserem Geld- und Wertdienstleister Ziemann CashService in Braunschweig gezählt“, erläutert Eike Fromhage von der Sparkasse. „Eine zentrale Aufarbeitung von Münzgeld ist seit Jahren für uns als Kreditinstitut selbstverständlich. Begründet ist dies zum einen darin, dass uns unsere gewerblichen Kunden sortenreine Münzen in Rollen abnehmen, bei uns jedoch Kundinnen und Kunden lediglich Einzelmünzen einzahlen“, so Fromhage weiter.

„Die kleine Spardose des Familiennachwuchses ist kein Problem. Beim Zehn-Liter-Eimer wird es jedoch schwierig.“

Martin Mehrdorf

Commerzbank mit SB-Automaten

„Privatkunden der Commerzbank haben die Möglichkeit, gesammelte Werke kostenfrei in unsere SB-Automaten einzuwerfen“, erklärt Mehrdorf. Darin würde das Geld gezählt und anschließend dem Konto gutgeschrieben – wie bei einer ganz klassischen Einzahlung. „Wir haben die alten Automaten gerade gegen neue Modelle ausgetauscht, diese Option soll also definitiv bestehen bleiben“, so Mehrdorf weiter. Haushaltsübliche Münzmengen könnten so auch weiterhin eingezahlt werden.

„Die kleine Spardose des Familiennachwuchses ist kein Problem. Beim Zehn-Liter-Eimer wird es jedoch schwierig“, berichtet Mehrdorf. „Auch Fremdkörper oder mit Kleber versehene Münzen, beispielsweise bei Hochzeitsgeschenken, sind ein häufiges Problem.“ Wichtig bei der Einzahlung sei, dass die Münze für den Automaten auch als solche zu erkennen sei. Wer sein Kleingeld bemalt, beschädigt oder anderweitig verfremdet einzahlt, kann auf Komplikationen stoßen. Laut Mehrdorf werden die Automaten regelmäßig und gerne genutzt.

Trend zur bargeldlosen Zahlung

Olaf Genth, zuständig für Marketing und Presse bei der Volksbank Südheide, verweist auf den Trend zur bargeldlosen Zahlung, die sich in den allermeisten Bereichen flächendeckend durchgesetzt habe.
„Es macht Bezahlvorgänge spürbar schneller und einfacher. Vor allem Zahlungen mit einer virtuellen Karte über das Handy oder die Smart Watch haben diese Entwicklung einmal mehr beschleunigt.“ Bei der Volksbank sind Münzzählgeräte im Einsatz, die von Kunden während der Servicezeiten zur Einzahlung genutzt werden können. Das soll auch so bleiben: „Aktuell ist keine Bestandsänderung vorgesehen, auch wenn wir feststellen, dass die Bargeldnutzung weiter stark rückläufig ist – und damit natürlich auch das Kleingeldaufkommen“, so Genth.

„Es ist häufig so, dass man bei den Banken Gebühren für diese Leistung bezahlt. Mit dem Coin-Casher sparen wir das Geld, um Kleingeld von den Banken zu ordern. Der Kunde spart sich die Umtauschgebühren.“

Torsten Fuchs, Filialleiter Famila

Jede Münze wird geprüft

Anders als beispielsweise dem Einzelhandel ist es der Sparkasse nicht gestattet, eingenommene Münzen unmittelbar wieder an Kunden auszugeben: „Vielmehr wird jede Münze – wie übrigens auch jeder Geldschein – vor Ausgabe auf Echtheit überprüft. Hier leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Falschgeldprävention“, so Fromhage. Der Nachteil der Safebags: Ihre Nutzung ist nicht kostenfrei, die Nutzungsgebühr pro Stück beträgt 5,50 Euro. Je nach Kontomodell kommen noch Buchungsgebühren hinzu.

Einkaufsgutschein durch Coin-Casher

Cellern, die ihre gesammelten Münzen nicht zwingend auf ihr Konto einzahlen möchten, bietet sich bei Famila in Groß Hehlen eine Alternative. Hier können Kunden den sogenannten Coin-Casher nutzen. Die Münzen werden in den Automaten eingeworfen. Als Gegenleistung erhalten sie einen Beleg, den sie an der Kasse einlösen können. Wahlweise kann man sich auch einen Gutschein über den eingezahlten Münzbetrag ausstellen lassen. Für Filialleiter Torsten Fuchs eine Win-win-Situation: „Es ist häufig so, dass man bei den Banken Gebühren für diese Leistung bezahlt. Mit dem Coin-Casher sparen wir das Geld, um Kleingeld von den Banken zu ordern. Der Kunde spart sich die Umtauschgebühren.“

Die Möglichkeit wird von den Celler Kunden gerne genutzt: „Man muss feststellen, dass das von den Kunden immer mehr angenommen wird, weil sie mittlerweile auf jeden Cent gucken müssen“, so Fuchs. „Wir verzeichnen da ganz klar eine steigende Tendenz.“