Regierungschef in Celle

Weil möchte Tablets für jeden Schüler

In Celle fordert Niedersachsens Ministerpräsident Tablets für alle Schüler. Stephan Weil (SPD) sprach in der Altstadt mit Betriebsräten.

  • Von Andreas Babel
  • 04. Aug. 2022 | 15:36 Uhr
  • 04. Aug. 2022
  • Von Andreas Babel
  • 04. Aug. 2022 | 15:36 Uhr
  • 04. Aug. 2022
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Altstadt.

Um keine Antwort verlegen zeigte sich Niedersachsens Ministerpräsident am Donnerstagvormittag bei einem Gespräch mit Vertretern von Betriebsräten großer Celler Firmen im Restaurant "San Marino". Stephan Weil (SPD) setzt während seines gesamten Wahlkampfs auf Frage-Antwort-Runden – im Gegensatz zu monotonen Reden. Eingangs sprach er kurz die derzeitige Situation an: „So etwas haben wir noch nie erlebt. Wir haben so viele Baustellen gleichzeitig.“ Der drängendste Punkt sei der Krieg in der Ukraine, damit einhergehend die Frage der weiteren Energieversorgung, dann käme der Klimawandel und wie wir damit umgehen und schließlich, dass wir nun in den dritten Corona-Winter gehen würden. „Man könnte sich umzingelt fühlen“, sagte Weil, aber Staat und Gesellschaft hätten schon 2015 gezeigt, dass sie die Flüchtlingskrise gut in den Griff bekommen haben. Und auch die zwei Coronajahre hätten die Niedersachsen insgesamt gut bewältigt.

Straßenausbaubeiträge Sache der Kommunen

Die Kommunen müssten selbst entscheiden, ob sie von ihrem Recht Gebrauch machen, Straßenausbaubeiträge einzufordern oder nicht. Das sei eben kommunale Selbstverwaltung, meinte Weil. Wer damit nicht einverstanden sei, dem empfahl er, auf kommunaler Ebene weiter zu bohren und letztlich bei den Kommunalwahlen den zu wählen, der seiner Ansicht nach den besten Weg gehen wolle.

Digitalisierung an Schulen beschleunigen

Für die digitale Ausstattung der Schulen seien die Kommunen zuständig, für die Fortbildung der Fachkräfte das Land, erläuterte Weil. „Wir wissen, dass die Ausstattung in vielen Schulen nicht gut genug ist. Aber warum ist von der halben Milliarde Euro, die 2019 von Bund und Ländern im Rahmen des Digitalpakts zur Verfügung gestellt wurden, drei Jahre später erst gerade einmal die Hälfte abgerufen?“, fragte der Regierungschef. Die SPD schlage vor, dass alle Schülerinnen und Schüler ein Tablet erhalten, das das Land auf Leasing-Basis beschafft und das alle drei Jahre ausgetauscht wird. So hätten alle in der Klassengemeinschaft dieselben Chancen. Man können auf diesen Tablets eine „digitale Lernmittelfreiheit“ erzielen, indem man Lehrbuchinhalte dort herunterlade. Das alles sei kein „Wolkenkuckucksheim“, sondern in iPad-Klassen, die er besucht habe, schon Realität. Dort seien die Schüler mit Begeisterung bei der Sache.

Personal in Pflege und in Kitas

Um dem Pflegenotstand zu begegnen, müssten „Druck und Hetze“ in den Einrichtungen weg. Das könne man über ein Pflegebudget erreichen: „Da kann dann in diesem Bereich nicht gespart werden.“ Um Kita-Betreuer zu finden, plädiert Weil, das Modell der Stadt Hannover zu übernehmen, bei dem angehende Erzieherinnen vom ersten Tag an (schon als Sozialassistenten) Gehalt bekämen und praktische Erfahrung sammelten.