Konzert in Kirche

Bunter Mix aus 250 Jahren Musikgeschichte

Eckhard Pohl und das „Arriaga-Quintett“ boten in der Johannes-Kirche in Wietzenbruch eine musikalische Reise durch Europa und Amerika.
  • Von Doris Hennies
  • 04. Okt. 2022 | 09:05 Uhr
  • 04. Okt. 2022
  • Von Doris Hennies
  • 04. Okt. 2022 | 09:05 Uhr
  • 04. Okt. 2022
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Wietzenbruch.

Der Mensch lebt nicht von Brot alleine … – was könnte also näher liegen, als am Erntedank-Sonntag-Nachmittag noch zu einer kleinen Zugabe für die Seele einzuladen. Eine „musikalische Reise durch Europa und Amerika“ war versprochen – und sorgte, auf Einladung der Kirchengemeinde, im Gotteshaus St. Johannes im Celler Stadtteil Wietzenbruch für rund eine Stunde Konzertvergnügen.

Musikalische Reise in Wietzenbrucher Johanneskirche

Mit Mozarts „Divertimento“ und Salzburg ging es los. „Reiseleiter“ Eckhard Pohl fand zwischen den Stücken stets ein paar erklärende Worte. Als erste Geige sorgte er – gemeinsam mit seinem kurzerhand neu-benannten „Arriaga-Quintett“ aus Gudrun Nitschke (Geige), Claudia Krömer (Viola), Lars Schrader (Cello) und Andreas Scholz (Kontrabass) – für ein buntgemischtes Programm mit Kompositionen und Arrangements aus 250 Jahren Musikgeschichte.

Arriaga-Quintett mit abwechslungsreichem Programm

Von Salzburg ging die Reise über Wien nach Budapest. Und mit Vittorio Monti rau in die Puszta – zu temperamentvollem Csardas. Die heiße Ungarnseele hat der eigentlich italienische Komponist ganz offensichtlich perfekt nachempfinden können – und auch in den Kirchenbänken wippte so mancher Fuß.

Walzer als fester Bestandteil der Konzerte von André Rieu

Mit der „Serenata op. 9 rimpianto von Enrico Toselli – einer rührseligen Liebeserinnerung und dem Schmelz vergangener Jugend – war die Reisegesellschaft in Italien gelandet. Nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Moskau und zu Dmitri Schostakovitschs Walzer Nr. 2 (aus der Jazz-Suite), der als fester Bestandteil der Konzerte von André Rieu sehr bekannt geworden ist. Zurück in Großbritannien erwartete die Zuhörer ein „Salut d'Amour“ (op. 12) von Edward Elgar – bevor ein weiterer Brite, Leslie Searle mit „Evening Shadow“, den Beweis antrat, dass auch in einem Engländer ein Herz für klassischen Tango schlagen kann.

Begeistertes Publikum fordert Zugabe

Mit Klassik aus Spanien von J. C. de Arriaga wäre die Reise eigentlich zu Ende gewesen – hätte sich das Publikum nicht noch eine Zugabe ertrotzt. Nach "The Entertainer" von Scott Joplin, Titelmelodie von „Der Clou“, ging es schließlich beschwingt nach Hause. Das Konzert wurde im Übrigen am Montag in Wienhausen noch einmal wiederholt.