Italienische Barockmusik

Klangvolles Potpourri

Das Duo Vimaris hat ein Konzert mit italienischer Barockmusik in der St. Laurentiuskirche in Müden gegeben - und erhielt dafür viel Beifall.
  • Von Doris Hennies
  • 14. Aug. 2022 | 13:00 Uhr
  • 14. Aug. 2022
  • Von Doris Hennies
  • 14. Aug. 2022 | 13:00 Uhr
  • 14. Aug. 2022
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Müden.

Ein Konzert mit italienischer Barockmusik in einer historischen Dorfkirche auf dem Land – was könnte idyllischer sein. Zwar hatten bedauerlich Wenige an diesem heißen Donnerstagabend den Weg in die Laurentiuskirche in Müden gefunden. Sie aber wurden dafür mit einem unterhaltsam-klangvollen Potpourri aus diversen Stücken von genau genommen zwölf Komponisten belohnt – mit Musik, die im Hoch- und Spätbarock geschrieben wurde – und die das Duo Vimaris zu Gehör brachte.

Interessante Einführung

Für besonders Neugierige vorab gab es von Wieland Meinhold, ganz begeisterter Organist, eine interessante Einführung über Aufbau und Klangfarbe der historischen Meyer-Orgel in der Müdener Kirche.

Barockmusik aus dem Süden

Umfangreich aufgeklärt freuten sich die Teilnehmer anschließend, mit den dazugekommenen Gästen, auf ein Konzert zum Thema „Musica Italiana – Barockmusik aus dem Süden“. Als Duo Vimaris – in der Region bereits aus einigen Konzerten bekannt – trat der Organist mit seiner Frau Mirjam Meinhold (Gesang und Blockflöte) auf. Sie musizieren seit über dreißig Jahren mit länder- beziehungsweise themenspezifischen Programmen. Mirjam Meinhold singt außerdem als Mitglied des Opernensembles im Deutschen Nationaltheater Weimar, Wieland Meinhold ist thüringischer Universitätsorganist.

Flehend-leidende Gefühlslage gut vermittelt

Auf der Programmliste des Konzerts standen bekannte Namen wie Guiseppe Torelli – mit dem Concerto d-Moll für Orgel der erste in der Reihe, Alexandro Marcello mit dem Concerto d-Moll für Altblockflöte und Orgel – vor allem das Adagio war hier sehr gelungen. Natürlich durfte auch der berühmte Alessandro Scarlatti nicht fehlen – mit einer Arie aus „Il Pompeo“ – einem musikalischen Drama in drei Akten. Scarlatti hatte es 1682, erst 22 Jahre alt, geschrieben. Das Werk ist seine vierte Oper und die erste zu einem ernsten Thema. Was zu hören war: Mirjam Meinhold gelang es hier sehr gut, die flehend-leidende Gefühlslage mit ihrer Stimme zu vermitteln. Auch die Arietta „Set mámi“ von Giovanni Battista Pergolesi gelang ihr hörenswert.

Mit Technik und Fingerfertigkeit überzeugt

Die ganze Kraft eines virtuosen barocken Orgelstücks war dagegen in Vivaldis Concerto G-Dur in der Bearbeitung vom Johann Sebastian Bach zu spüren. Kein Wunder, wenn sich gleich zwei Meister an die gleiche Sache machen. Wieland Meinhold überzeugte vor allem, was Technik und Fingerfertigkeit angeht. Ein bisschen ging dies auf Kosten barocker „Rundungen“, dem besonderen Schmelz des Gefühls. Die musikalische Sprache und Melodienbildung des Barocks beruhte auf einem reichhaltigen System von Figuren, die als sogenannte „Affekte“ menschliche Gemütszustände aufzuzeigen versuchten.

Alles in allem war es aber ein gelungenes Konzert, das großen Beifall fand.