Wort zum Sonntag

„Ich bin Tante geworden“

Indra Grasekamp, Pastorin und Referentin beim Missionswerk in Niedersachsen, berichtet in ihrem Wort zum Sonntag vom Wunder des Lebens.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 14. Aug. 2022 | 10:00 Uhr
  • 18. Aug. 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 14. Aug. 2022 | 10:00 Uhr
  • 18. Aug. 2022
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Hermannsburg.

Ich bin Tante geworden!“.... so möchte ich es laut in die Welt rufen, denn nur vor wenigen Tagen ist meine Nichte geboren. Die Menschen lächeln und sind fröhlich, wenn sie davon hören; sie beglückwünschen die Eltern und Familie, denn es ist allen klar: Es ist immer noch ein Wunder, wenn ein Mensch geboren wird! Die Eltern, Großeltern sowie die Onkel und Tanten halten das zerbrechliche kleine Menschlein in ihren Händen und das Wunder der Schöpfung, das Wunder der Menschwerdung; alles liegt mit dem kleinen Wesen in ihren Armen.

 

Wird sie sich zurechtfinden?

Voll Verzückung schauen die Menschen auf die Kleine und fragen sich hinter dem verklärten Blick: In was für eine Welt wurde sie geboren? Was wird ihr Halt geben und wie wird sie sich zurechtfinden?

 

Fragen zum Innehalten

Fragen, mit denen wir unser ganzes Leben konfrontiert sind: In welcher Welt lebe ich und wie lebe ich in ihr? Was gibt mir Halt und hilft mir den richtigen Weg zu finden? In einer Welt, die immer schneller wird, in der immer mehr Informationen auf uns einprasseln, in der wir jeden Tag unzählige Entscheidungen treffen müssen, sind dies wichtige Fragen, die zum Innehalten einladen.

 

Was trägt mich?

Und manchmal nehme ich mir diese Zeit und frage: Was trägt mich? Meine Familie und die Freunde, die Arbeit, die Kollegen, meine Hobbys, die Musik, der Sport, die Kunst... All das ist mir wichtig und strukturiert meinen Tag, doch gibt es mir auch Halt, oder brauche ich dafür mehr?

 

Mensch traut auf Gott

„Ich aber, Herr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott!“, so schreibt es der Beter in Psalm 31,15. Ich höre das tiefe Vertrauen aus seinen Worten, dass es Gott ist, der ihn trägt, auf den er sich verlassen kann. Im ganzen Psalm spricht er von diesem Vertrauen. Egal was kommt, welche Lebenssituation eintreten mag, dieser Mensch traut auf Gott, seinen Fels, seinen Halt.

 

Mit Glauben in den Alltag

Mit diesem Glauben an einen Gott, der mich in der Welt begleitet und mir Halt gibt, kann auch ich in meinen Alltag gehen. In den Alltag mit den vielen Dingen, die mir etwas bedeuten. In einen Alltag, der voll ist von Unsicherheit und Wirbel, von zahlreichen Entscheidungen und immer wieder Neuem.

 

Geschenk Gottes

Und in diesem Vertrauen, dass Gott trägt und begleitet, kann ich auch meine kleine Nichte weiter mit verklärten Augen anschauen, weil ich weiß: Auch sie wird getragen; dieses kleine Menschlein... ein Geschenk Gottes.

Von Indra Grasekamp