Überzeugende Darbietung

Musikalischer Trost in der Peter-Paul-Kirche

Die Musiker der Kammersinfonie Hannover und der Hermannsburger Kantorei haben Johannes Brahms „Deutsches Requiem“ überzeugend dargeboten.
  • Von Georg Wießner
  • 22. Nov. 2022 | 12:06 Uhr
  • 22. Nov. 2022
Für Hörgenuss und große Gefühle sorgten Hans Jürgen Doormann (Mitte) und seine Musiker in der Peter-Paul-Kirche
  • Von Georg Wießner
  • 22. Nov. 2022 | 12:06 Uhr
  • 22. Nov. 2022
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Hermannsburg.

Es war ein besonderes musikalisches Geschenk, das der Dirigent und musikalische Leiter Hans Jürgen Doormann den Besuchern der Peter-Paul-Kirche am Sonntagabend gemacht hat, und diese zeigten ihren Dank mit einem langanhaltenden stehenden Applaus. Den hatten sich die Musiker der Kammersinfonie Hannover und der Hermannsburger Kantorei auch verdient: Ihr dargebrachtes „Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms bestach durch seine emotionale Wucht im Gesang und dem nuancierten, feinsinnigen Spiel des Orchesters.

Ausgesuchte Textstellen überzeugen

Am letzten Sonntag vor den Adventssonntagen wurde den Verstorbenen gedacht und im Sinne Johannes Brahms’ vor allem den trauernden Hinterbliebenen. Ihnen Trost zu spenden war das große Anliegen bei seiner Komposition, und die ausgesuchten Textstellen aus dem Alten und Neuen Testament der Lutherbibel bezeugten dies schon im ersten Satz des Chorgesangs: „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden“, wie es Matthäus formulierte.

Der Mensch im Mittelpunkt

Brahms hat sein zwischen 1865 und 1868 komponiertes Werk bewusst nicht an der Totenmesse in katholischer Tradition orientiert und Elemente wie Sünde oder Verdammnis herausgenommen. Im Gegenteil, als Protestant und Anhänger von universellen weltlichen Werten stand der Mensch für ihn mit seinen Ängsten und Sorgen im Mittelpunkt. Ein Zitat aus dem Korinther-Brief, von Bariton Peter Kubik zusammen mit dem Chor intensiv vorgetragen, war geeignet, den Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“

Beeindruckendes Solo

Das beeindruckende Solo der Sopranistin Maxie Reichert untermauerte Brahms’ Anliegen, die Hinterbliebenen mit Worten aus der Bibel zu trösten: „Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen und euer Herz soll sich freuen und eure Freude soll niemand von euch nehmen“, aus dem Johannes-Evangelium.