„Zirkus FahrAway“

Artistik, Musik und Spaß für Jung und Alt

Artistik auf hohem Niveau: Solvejg Weyeneth und Valentin Steinemann unterhielten mit ihrem „Zirkus FahrAway“ das Publikum im Celler Badeland.
  • Von Georg Wießner
  • 15. Aug. 2022 | 11:00 Uhr
  • 15. Aug. 2022
  • Von Georg Wießner
  • 15. Aug. 2022 | 11:00 Uhr
  • 15. Aug. 2022
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Celle.

Andreas Heinecke, Veranstalter der Reihe „Spectacle & Cirque“ war am Freitagabend im Celler Badeland selbst sehr gespannt vor der ersten Vorstellung des Stücks „Wo ist Tobi?“ vom Schweizer Zirkus „FahrAway“, denn live gesehen hatte er es noch nicht. Wärmstens empfohlen wurde es ihm, und der Förderpreis „Nouveaux Cirque“ des Kantons Basel für die Artisten war ein weiteres Qualitätsmerkmal. Ein Stück für Zirkusliebhaber von 6 bis 99 Jahren, lautete die Ankündigung. Sicherlich zutreffend angesichts der begeisterten Reaktionen der Kinder. Die Antwort der sechsjährigen Juli auf die Frage, was ihr am besten gefallen hätte, sprach da Bände: „Alles!“

Hochleistungsartistik des Schweizer Duos

Gesehen hatte sie rund 75 Minuten Hochleistungsartistik des Schweizer Duos Solvejg Weyeneth und Valentin Steinemann. Balance-Akte auf dem Boden oder auf dem Fahrrad, alleine oder zu zweit, Kunststücke auf dem Seil unter dem Kuppeldach und immer wieder selbst gemachte Musik, wahlweise mit Cello, Kontrabass, Flöte oder auch gesungen. Sie waren praktisch pausenlos in Bewegung, ohne sichtbar außer Atem zu kommen. Und wenn sie einmal scheinbar völlig erschöpft auf dem Boden liegen blieb, war das nur das Startsignal für ihren Partner, sie mit einem Seilzug unter das Dach zu befördern, wo ihre Lebensgeister schnell wieder erwachten und sie mit Artistik in schwindelerregender Höhe das Publikum in Atem hielt. Selbst Künstlerkollege Thorsten Tschernow aus Celle, seines Zeichens „Zauberer“, zeigte sich von der Darbietung beeindruckt: „Es war im positiven Sinne unaufgeregt und poetisch“.

Andreas Röper hat bei seiner Tätigkeit für die Celler Stadtwerke viele Veranstaltungen selbst organisiert und zeigte sich ebenfalls begeistert: „Obwohl ich schon viel gesehen habe, bin ich von der Leistung der Artisten schwer beeindruckt. Obwohl richtig anstrengend, wirkten die Aktionen spielerisch leicht“.

Nur titelgebende Frage bleibt unaufgelöst

Auch die Clownerie kam nicht zu kurz, und wenn Valentin Steinemann wiederholt tollpatschig gegen den Metallschrank rannte, dann amüsierte dies die zehnjährige Charlotte aus Celle in der ersten Reihe königlich. Dass das Handhaben des „Diabolo“ in den Händen einer Könnerin wahrlich kein Kinderspiel ist, bewies Solvejg Weyeneth eindrucksvoll. Die Aktionen in der Höhe waren auch für Meister ihres Fachs durchaus riskant, und es hätte dem Schauwert der Darbietungen keinen Abbruch getan, wenn sich beide mit Seilen gesichert hätten.

Nur die titelgebende Frage: „Wo ist Tobi?“ wurde nicht aufgelöst, und man wunderte sich zum Schluss, wer denn Tobi überhaupt war. Dabei wäre die Antwort leicht zu erfinden gewesen. Die erzählte Geschichte vom Artistenpaar, das sich in der Manege kennenlernt, erst neckt, dann zusammen agiert, hätte man gut mit einer Romanze enden lassen können. Dann wäre die Frage „Wo ist Tobi“ vielleicht neun Monate später beantwortet worden.