Premiere in Halle 19

Wünsche können wahr werden

Das Schlosstheater setzt mit dem Stück „Wunschfunk Celle“ ein neues Konzept sehenswert um. In Halle 19 des Celler Schlosstheaters auf dem Gelände der CD-Kaserne hat das Stück Premiere gefeiert.
  • Von Jürgen Poestges
  • 20. Jan. 2023 | 14:00 Uhr
  • 20. Jan. 2023
Die Schauspieler (von links) Lars Fabian, Nora Di Fausto, Dirk Böthe und Pia Noll fungieren im „Wunschfunk Celle“ in der Halle 19 als Moderatoren, unterstützt von der Band „Was nun“.
  • Von Jürgen Poestges
  • 20. Jan. 2023 | 14:00 Uhr
  • 20. Jan. 2023
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Celle.

Wer Vorstellungen des Celler Schlosstheaters besucht, der muss immer mit Überraschungen und neuen Erfahrungen rechnen, das hat sich schon herumgesprochen. So ist es auch mit dem „Wunschfunk Celle“, der am Donnerstag in der Halle 19 eine Premiere feierte. Was Regisseurin Sonja Elena Schroeder mit dem Ensemble auf die Beine gestellt hat, ist mehr als sehenswert, bedarf aber auch einer gewissen Gewöhnung.

Leichte Anlaufschwierigkeiten

Das war den Zuschauern und den Schauspielern zu Beginn anzumerken. So recht wussten die Besucher, die sich an den von Partnern des Theaters gestalteten Tischen niederließen, nicht, was sie an diesem Abend erwarten sollten. Die Schauspieler Nora Di Fausto, Pia Noll, Lars Fabian und Dirk Böther hatten in der Revue, in der sie eher Moderatoren als Darsteller sind, leichte Anlaufschwierigkeiten. Man muss halt erst einmal schauen, wie die Gäste auf die ungewohnte Szenerie reagieren. Geht es hier doch nicht um ein Stück, dass bereits von einem Autor geschrieben und neu inszeniert wurde. Vielmehr war es buchstäblich eine Weltpremiere.

Profis an den Instrumenten

Dass sich die Atmosphäre dann aber schnell entspannte, lag neben den überzeugenden Darstellern nicht zuletzt an der Jazzband „Was nun“ um den musikalischen Leiter Moritz Aring. Die Sechs erwiesen sich als Profis an ihren Instrumenten und die Arrangements der teilweise bekannten Songs waren hörenswert.

Die Schauspieler fungieren im „Wunschfunk Celle“ in der Halle 19 als Moderatoren, unterstützt von der Band „Was nun“.

Immer wieder werden die Zuschauer in die Revue einbezogen, sei es durch Abstimmungen oder auch aktiv, wenn sie zum Beispiel die Identität von vier Personen hinter einer Leinwand nach ein paar Fragen erkennen sollten. Und wie der Titel es aussagt: Es geht um Wünsche, die das Team entweder von Celler Bürgern erfragt hatte oder die sich schlicht aus der Welt, in der wir leben, ergeben haben.

Wünsche aufschreiben

Jeder konnte Zettel ausfüllen, auf dem er entweder die Erfüllung eines Wunsches anbot oder seinen eigenen Wunsch aufschrieb.

Streit zwischen Vater und Tochter

So war der Streit zwischen Vater (Böther) und Tochter (Noll) zu erleben. Hier die junge Generation, die der alten die Vernichtung von Ressourcen vorwirft. Dort der Vater, der die Tochter darauf hinweist, dass sie es durchaus genießt, dass die Familie zwei Autos besitzt. „Du fragst doch ständig, ob wir dich irgendwo hinbringen oder abholen können.“ Wir leben halt in einem System, in dem Verzicht gar nicht vorgesehen ist.

Die Schauspieler (von links) Lars Fabian, Nora Di Fausto, Pia Noll und Dirk Böthe fungieren im „Wunschfunk Celle“ in der Halle 19 als Moderatoren, unterstützt von der Band „Was nun“.

Es ging um den Wunsch nach der einen wahren Liebe, die Beziehung zum anonymen Nachbarn und um Liebe zu sich selbst. „Liebe deinen Nächsten. Aber dazu muss man erst einmal lernen, sich selbst zu lieben“, erklärte Fabian. Wünsche können wahr werden, wenn wir es wollen.

Lieder mit zu Celle passenden Texten

Dazu gab es immer wieder Musik. Neben bekannten Songs wie „Solsbury Hill“ von Peter Gabriel oder „Fragile“ von Sting waren auch anderen Lieder mit zu Celle passenden Texten angepasst worden. Zu „What an wonderful World“, von Böther gesungen, zeigten die drei Kollegen Bilder. Da gab es die positiven Aspekte dieses Liedes, aber auch die bittere Wirklichkeit, die sich uns bietet, zum Beispiel die Erdkugel in Flammen.

Positive Botschaft

Der „Wunschfunk“ sendet unter dem Strich eine positive Botschaft aus: Aufeinander zugehen, Träume wagen und Träume leben – es sollte Pflicht werden, sich dieses Stück anzusehen.

Weitere Vorstellungen jeweils um 20 Uhr in Halle 19 des Celler Schlosstheaters auf dem Gelände der CD-Kaserne: 27. und 28. Januar, 2., 3., 4., 9., 10., 18. und 23. Februar sowie 4. März.