Premiere in Halle 19

Blues des Nordens mit viel Komik

Das Theaterstück „Fleisch ist mein Gemüse“ feiert am 15. Oktober Premiere in Halle 19 des Celler Schosstheaters auf dem Gelände der CD-Kaserne.
  • Von Jürgen Poestges
  • 02. Okt. 2022 | 15:00 Uhr
  • 02. Okt. 2022
  • Von Jürgen Poestges
  • 02. Okt. 2022 | 15:00 Uhr
  • 02. Okt. 2022
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Celle.

Es ist nicht einfach für Heinz. Er lebt mit seiner psychotischen Mutter in einer Reihenhaussiedlung in einer Kleinstadt mit viel Enge und wenig Perspektiven. Das Leben ist anderswo, die Mädchen sind es auch. Den Ausweg aus diesem piefigen Dasein, so glaubt er, liegt in der Musik. Und so heuert er bei der drittklassigen Tanzband „Tiffanys“ an. Das ist die Ausgangssituation in „Fleisch ist mein Gemüse“. Das Stück nach dem Roman von Heinz Strunk feiert am Samstag, 15. Oktober, in der Halle 19 Premiere.

Zeitreise in die 80er Jahre

Regisseur Andreas Döring verspricht den Besuchern eine Zeitreise in die 80er Jahre. „Die Zuschauer betreten durch den Eingang praktisch durch eine Zeitschleuse die Vergangenheit“, sagt er. „Sie kommen so in die ,Erlebnishalle Niedersachen’.“ Hier gibt es ein Bierzelt, ein Zwergenhaus – und die Eingangstür zum Sozialamt. Und es gibt die Aufforderung zum Mitmachen – Singen, Tanzen, alles ist erlaubt – mit einem Schnäpschen zwischendurch.

Geschichte könnte in Celle spielen

Dargestellt wird das Dorfleben, das sich eigentlich nicht groß verändert hat. Die Geschichte könnte durchaus auch in einem Dörfchen im Landkreis Celle spielen. „Wir kennen doch alle die Hoffnung, beim nächsten Fest im Zelt die große Liebe zu treffen“, sagt Döring. „Geklappt hat es aber nie.“ Eine zusätzliche Dramatik bekommt das Ganze, weil derjenige, der durch die Musik hoffte, in ein „richtiges“ Leben zu starten, gar nicht die Möglichkeit dazu bekommt. „Vielmehr ist er ja derjenige, der anderen auf den Festen diese Möglichkeit eröffnet.“

Typisches Leben junger Leute

Strunk beschreibt in seinem Roman aus dem Jahr 2004, der 2010 zum ersten Mal auf die Bühne gebracht wurde, das typische Leben der jungen Leute der damaligen Zeit. „Die Menschen hatten damals auch ihre Probleme, aber das waren noch völlig andere als die heutigen.“ Es ist halt der ganz spezielle Blues des Nordens – präsentiert mit viel Komik und sicherlich auch dem ein oder anderen Wiedererkennungseffekt.

Publikum wird Teil der Inszenierung

In der Halle 19 wird das Publikum zum Teil der Inszenierung. „Die Reihe 1 ist schon mit dabei“, scherzt der Regisseur. So steht das Bett der kranken Mutter mitten im Zuschauerraum. Das Ensemble habe großen Spaß bei den Proben“, ergänzt Döring.

Moritz Aring hat musikalische Leitung inne

Von Dramaturg Matthias Schubert im Übrigen wird eine Ohrwurmgarantie gegeben. Denn es gibt ganz viel Live-Musik, angefangen von Roland Kaiser über die Musik einiger anderer Schlagergrößen – wie es halt im Bierzelt so abging. Moritz Aring hat die musikalische Leitung inne, mit dabei sind Schlagzeuger Erik Mrotzek, Keyboarder Marco Djurdjevic, Bassist Lars Fabian und Gitarrist Gurki (Philip Leenders), alle in schicken pinken Glitzer-Jacken. Und mittendrin Philipp Keßel als Heinz.

Birgit Bott ist für Bühne und Kostüme verantwortlich

Die Jacken hat sich Birgit Bott einfallen lassen, die für Bühne und Kostüme verantwortlich zeichnet. Und sie kennt sich mit dieser Szene aus. „Ich habe in den 80er Jahren die Ausstattung der deutschen 'Hitparade' mit Dieter Thomas Heck begleitet“, erzählt sie. Sie hat unter anderem aber auch bereits mit August Everding und Roman Polanski zusammengearbeitet. Seit 2000 gehört sie als Leiterin des Malersaals und Bühnen- und Kostümbildnerin fest zum Team des Schlosstheaters.

Die Premiere findet am Samstag, 15. Oktober, um 20 Uhr in Halle 19 des Celler Schlosstheaters auf dem Gelände der CD-Kaserne statt. Karten gibt es an der Theaterkasse, Schuhstraße 46, in Celle montags bis freitags, 10 bis 18 Uhr, samstags, 10 bis 13 Uhr, unter Telefon (05141) 9050875/-76 oder per E-Mail an karten@schlosstheater-celle.de.