Chor begeistert Publikum

Konzertabend zum Genießen

Der "Junge Chor Celle" hat unter der Leitung von Egon Ziesmann das Publikum in der Pauluskirche mit seinem Weihnachtkonzert begeistert.
  • Von Doris Hennies
  • 04. Dez. 2022 | 18:49 Uhr
  • 05. Dez. 2022
Der „Junge Chor Celle“ hat unter Leitung von Egon Ziesmann (vorne) ein Weihnachtskonzert in der Pauluskirche gegeben.
  • Von Doris Hennies
  • 04. Dez. 2022 | 18:49 Uhr
  • 05. Dez. 2022
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Celle.

Vom sehnsüchtigen Erwarten bis zum Wiegenlied fürs Kind, aus der Renaissance bis in die Gegenwart, mal ehrfürchtige Huldigung, mal einfache Freudebekundung – das Weihnachtskonzert des „Jungen Chors Celle“ war in mehr als einer Weise bezaubernd. Das Programm bot nicht nur eine breite Auswahl musikalischen Schaffens, sondern auch wunderbare Arrangements. „Weihnachtliche Chormusik ist unglaublich vielfältig und umfangreich – und es kommen immer wieder neue Stücke hinzu“, sagt Egon Ziesmann. „Das ist wohl auch so, weil Weihnachten die Menschen stets aufs Neue berührt, egal, welche Einstellung man zum Fest hat.“ Der Chorleiter konnte dementsprechend aus dem Vollen schöpfen.

Gesangliches Können bewiesen

Es wurde ein Konzertabend, den man nur genießen konnte. Der „Junge Chor Celle“ stellte sein gesangliches Können ebenso wie sein Einfühlungsvermögen in die Lieder souverän unter Beweis und meisterte die anspruchsvollen Arrangements bravourös. Da ist auch mehrstimmig und a cappella nichts verrutscht. Alles wirkte sicher, leicht und auf den Punkt gebracht – selbstbewusst und gefühlvoll gleichermaßen im perfekten Zusammenspiel. Selbst die höchsten Tonlagen – wie im Choral von Luthers „Vom Himmel hoch …“ – standen klar und präzise.

Sieben Mitglieder krankheitsbedingt ausgefallen

Zusammengenommen eine großartige Leistung, die so manchen professionellen Chor hätte neidisch werden lassen – zumal sieben der eigentlich 30 aktiven Mitglieder wegen Erkältungserkrankung ausfielen. Das birgt Erinnerungen und lässt das Bedauern über den kurzfristigen krankheitsbedingten Ausstieg des Jungen Chors im Niedersächsischen Chorwettbewerb noch größer werden. In dieser Leistungsstärke wären dem Chor ein Sieg und die Teilnahme beim Bundeswettbewerb sicher gewesen.

Worum es im Advent eigentlich geht

Egon Ziesmann hatte das Programm des Weihnachtskonzerts, das schon seit Jahrzehnten zur Tradition in der Pauluskirche gehört, in unterschiedliche Blöcke gefasst. Seiner kurzen Begrüßungsrede folgte mit „Es ist Zeit“ eines seiner eigenen Lieder, „das daran erinnern soll, worum es im Advent eigentlich geht – nämlich um die Zeit, ruhiger zu werden und sich Zeit für sich und andere zu nehmen“. Ein inniger Einstieg. Beinahe gregorianisch kam das Arrangement von „Adventi enek“ (Text aus den O-Antiphonen) von Zoltán Kodály daher. So neu zu entdecken „Es ist ein Ros entsprungen“ in der Fassung von Michael Praetorius vor dem gloriosen Luther-Choral.

Zum Highlight wird „O magnum mysterium“

Den Kontrast bildete das mit dem Publikum gesungene einfache Volkslied „Mit den Hirten will ich gehen“ – eher unbekannt und „ein Lieblingslied meiner Mutter“, wie Ziesmann verriet. Mit einer Kanon-Fassung von „Oh Tannenbaum“ glückte das Zusammenwirken von Chor und Zuhörern später sogar vierstimmig. Dazwischen erzählte die Auswahl aus zeitgenössischer Chorliteratur von Christi Geburt: Wiegenliedern wie „Sweet Was the Song“, „Balulalow“ oder „Lullaby“. Ein Höhepunkt war das „O magnum mysterium“ von Morten Lauridsen in all seiner Pracht. Und natürlich fehlten auch weitere deutsche Volkslieder nicht …

Der Junge Chor ist in der Pauluskirche auch beim „Mit-Sing-Konzert“ am Donnertag, 15. Dezember, ab
19 Uhr – sowie in der Christnacht am Heiligen Abend ab 23 Uhr zu hören. Außerdem nimmt der Chor beim Stadionsingen am 23. Dezember im TuS-Stadion in der Nienburger Straße teil, Beginn ist um 18 Uhr.