Pandemie-Politik

Giffey: Verkürzung der Quarantäne noch nicht nötig

Berlins Regierende Bürgermeisterin Giffey hält es momentan nicht für nötig, die Quarantäne-Zeit zu verkürzen. Eine solche Maßnahme stehe erst im Notfall zur Debatte.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 02. Jan. 2022 | 11:41 Uhr
  • 10. Juni 2022
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  • 02. Jan. 2022 | 11:41 Uhr
  • 10. Juni 2022
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Berlin.

Berlin (dpa) - Die Verkürzung der Quarantäne in der Pandemie wegen Omikron ist nach Ansicht von Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey derzeit noch nicht nötig.

«Jetzt im Moment brauchen wir das noch nicht, weil unsere kritische Infrastruktur noch nicht außer Gefecht gesetzt ist», sagte die SPD-Politikerin im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Sie sehe das als Stufenmodell. Erst wenn absehbar sei, dass Polizei, Feuerwehr und andere Institutionen nicht mehr arbeitsfähig seien, müsse eine solche Maßnahme beschlossen werden.

Debatte um Quarantäne-Zeiten

Angesichts erwarteter hoher Ansteckungszahlen mit der Omikron-Variante wird in Deutschland über kürzere Quarantäne-Zeiten diskutiert. Großbritannien und die USA haben die Dauer für Infizierte ohne Symptome verkürzt, um akutem Personalmangel in Bereichen vorzubeugen, die für die Grundversorgung und Sicherheit nötig sind. Spanien und Portugal verkürzten die Quarantäne-Dauer für symptomlose Infizierte von zehn auf sieben Tage.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) drängen seit einigen Tagen auf eine Regelung für Deutschland. «Denkbar wäre aus meiner Sicht beispielsweise eine Befreiung von der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen», hatte Holetschek gesagt. Nötig sei eine Stellungnahme des Robert Koch-Instituts oder des Expertenrats noch vor der Ministerpräsidentenkonferenz am 7. Januar.

Der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, hatte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gesagt: «Eine Verkürzung der Quarantäne kann sich als sinnvoll erweisen.» Omikron sei stärker, aber auch kürzer ansteckend. «Da ist es folgerichtig, die Quarantäneregeln anzupassen, verbunden mit der Möglichkeit zur Freitestung», sagte Sager. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) befürwortete die Diskussion um die Quarantäne-Dauer.

© dpa-infocom, dpa:220102-99-565091/2

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