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Warnung von Tierschützern : Vorsicht beim Welpen-Kauf im Internet

08:51 19.12.2020
Tierschützer warnen vor einem Welpen-Kauf im Internet und weisen auf Tierheime und seriöse Züchter hin. Foto: Thomas Frey/dpa/Archiv
Tierschützer warnen vor einem Welpen-Kauf im Internet und weisen auf Tierheime und seriöse Züchter hin. Foto: Thomas Frey/dpa/Archiv Quelle: Thomas Frey
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Berlin (dpa) - Der illegale Handel mit Hundewelpen im Internet hat schlimme Folgen für die Tiere, warnt der Deutsche Tierschutzbund. Der Verein rät grundsätzlich davon ab, Tiere über Online-Anzeigen zu kaufen.

«Wer sich für ein Tier interessiert, sollte sich zuerst im Tierheim erkundigen. Oder alternativ nach seriösen Züchtern recherchieren, die aus Leidenschaft eine Rasse züchten und mit denen schon andere Hundehalter gute Erfahrungen gemacht haben», sagte die Sprecherin, Lea Schmitz der Deutschen Presse-Agentur.

Der illegale Handel mit Hundewelpen sei vor allem im Internet gefragt, aber gleichzeitig mit enormen Tierleid für die Hundekinder und Elterntiere verbunden, hieß es jüngst in einer Mitteilung des Vereins. Gerade als Weihnachtsgeschenke seien die kleinen Vierbeiner jedes Jahr aufs Neue gefragt.

Besonders gemein am illegalen Online-Handel mit Hundewelpen ist, dass sie laut Tierschutzbund kaum von seriösen Angeboten zu unterscheiden sind. «Dass Angebote in gebrochenem Deutsch formuliert waren und Welpen zu günstigen Schnäppchenpreisen für wenige hundert Euro angeboten wurden, war lange Zeit ein Indiz, kommt heute aber eher selten vor», sagte Lea Schmitz. Ein weiteres Indiz sei gewesen, wenn Welpen ohne Mutter präsentiert wurden oder nicht beim vermeintlichen Züchter zu Hause, sondern auf einem Parkplatz übergeben wurden. «Mittlerweile aber versuchen die Händler alles, um einen seriösen Eindruck zu machen.» Zudem könnten Käufer die Identität der Händler im Internet kaum überprüfen, das gelte auch für die bisherige Geschichte des Tieres.

Die Probleme, die mit unseriösen Angeboten verbunden sind, spüren Käufer laut Tierschutzbund erst, wenn das Geschäft schon längst abgeschlossen ist. Häufig erkranke das Tier wenige Tage nach dem Kauf, typischerweise stelle dann die Tierarztpraxis fest, dass der EU-Heimtierausweis und die eingetragene Impfung gefälscht sind. «Die vermeintlich «günstige» Anschaffung eines illegal gehandelten Welpen zieht dann Behandlungskosten für ein krankes Tier nach sich, die zu einer enormen finanziellen Belastung werden können», sagte Lea Schmitz.

Für die Händler sei der Welpenhandel im Internet ein großes Geschäft. Die Tiere kämen häufig aus dem osteuropäischen Ausland, wo die Elterntiere «unter erbärmlichsten Bedingungen, meist in Verschlägen, ohne Kontakt zu Menschen und ohne medizinische Versorgung» gehalten würden. Die Welpen würden meist schon mit wenigen Wochen von der Mutter getrennt und nach Deutschland gebracht. Häufig seien Mittelsmänner im Spiel, die die Tiere ins Land brächten und schnell und anonym über das Internet anböten, so Schmitz. «Dies hat den Vorteil, dass die Hintermänner meist unerkannt bleiben.»

Die Bundespolizei, die unter anderem für die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität zuständig ist, stellte nach eigenen Angaben zwischen Januar und Oktober 2020 insgesamt 24 Gesetzesverstöße in Zusammenhang mit der illegalen Einfuhr oder dem illegalen Handel mit Tieren fest. Bei den registrierten Verstößen könne es sich jedoch um alle möglichen Arten von Tieren handeln, hieß es auf Nachfrage.

Laut Gesetz gilt, dass der gewerbsmäßige Handel mit Tieren nur mit einer Erlaubnis des zuständigen Veterinäramtes möglich ist. Der Online-Handel mit Welpen ist zunächst einmal nicht verboten, er unterliegt laut Tierschutzbund auch keinen strengen Vorschriften. «Und leider kann auch online nicht kontrolliert werden, wie viele Welpen ein Händler pro Jahr einstellt, da der Händler auch ständig das Profil wechseln kann», sagte Lea Schmitz.

Lea Schmitz rät: Wer sich die kontaktarme Corona-Zeit mit einem vierbeinigen Zeitgenossen vertreiben will, sollte sich eine Anschaffung vorher gut überlegen. Die Bedürfnisse der Tiere seien geld-, zeit- und arbeitsintensiv und würden oft unterschätzt. Und ein Punkt, den nicht alle auf dem Schirm haben dürften, ist die Frage, wie es nach dem Ende der Homeoffice-Zeit mit den Tieren weitergeht. Die Tiere sollten nicht viele Stunden allein zu Hause gelassen werden, sondern langsam an das Alleinlassen gewöhnt werden, sagt Schmitz.

Wenn die Kaufentscheidung feststehe und schließlich alles durchdacht ist, könne man sich von Tierheim-Mitarbeitern beraten lassen, so Schmitz, welches Tier am besten in das neue Zuhause passt.

© dpa-infocom, dpa:201219-99-750867/3

19.12.2020