Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Panorama Indien lädt zur Prüfung in Kuh-Wissenschaft - mit Preisgeld
Weltgeschehen Panorama

Einstündiger Online-Test : Indien lädt zur Prüfung in Kuh-Wissenschaft - mit Preisgeld

06:01 09.01.2021
Einem indischen Test zufolge verursacht das Töten von Kühen Erdbeben. Foto: Stefan Mauer/dpa Quelle: Stefan Mauer
Anzeige
Delhi

Neu Delhi (dpa) - In Indien hat eine von Premier Narendra Modi eingesetzte Behörde für den Schutz der dort als heilig verehrten Kühe zu einer wissenschaftlichen Prüfung eingeladen.

Kurz nach deren Ankündigung sorgte entsprechendes Lernmaterial zur Kuh-Wissenschaft allerdings für Kontroversen - die Behörde nahm es daher zeitweise von ihrer Internetseite, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in Neu Delhi sagte.

Anzeige

In dem Lernmaterial steht laut örtlichen Medien etwa, dass das Töten von Kühen Erdbeben verursache - und dass Milch von indischen Kühen Spuren von Gold enthalte. Auch seien Menschen, die in Häusern mit von Kuhfladen bedeckten Wänden leben, 1984 von einem schlimmen Gasaustritt verschont geblieben.

An der einstündigen Online-Prüfung am 25. Februar könnten auch Ausländer teilnehmen, heißt es auf der Internetseite. Für erfolgreiche Prüfungsteilnehmer gebe es einen attraktiven Geldbetrag, sagte ein Behördensprecher. In einer Mitteilung des Ministeriums für Tierhaltung und Milchwirtschaft heißt es zum Lernmaterial: «Dies wird alle Inder neugierig über Kühe machen und über nicht erschlossenes Potenzial und Geschäftsmöglichkeiten informieren (...).»

In Indien sind Kühe für die hinduistische Bevölkerungsmehrheit zwar heilig, Kuhmilch, Kuh-Urin und Kuhmist gelten laut traditioneller indischer Ayurveda-Medizin als heilend. Viele Bauern setzen alte weibliche Kühe aber aus, wenn sie keine Milch mehr geben und sich finanziell nicht mehr lohnen. Viele Tiere sterben dann im Straßenverkehr. Die amtierende indische Regierung hat Kühe zunehmend politisiert, viel Geld für ihren Schutz und für Kuh-Wissenschaft eingesetzt und das Töten dieser Tiere teilweise verboten.

© dpa-infocom, dpa:210109-99-952459/2