Zum Thema Mauerfall

Inspiration aus unterschiedlichsten Perspektiven

Der Bund Bildender Künstler hat für seine Jahresausstellung in der Gotischen Halle im Celler Schloss das Thema „Mauerfall“ gewählt.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 11. Dec 2019 | 06:00 Uhr
  • 10. Jun 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 11. Dec 2019 | 06:00 Uhr
  • 10. Jun 2022
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Celle.

Ob nun die Eroberung der Berliner Mauer, die symbolischen Risse in einem unfreien System, die Anspielung auf Mauern im Kopf oder den Überwachungsstaat mit Kameras und spionierenden Augen … die Kunstschaffenden haben eine beeindruckende Vielfalt von Perspektiven und Inspirationen zusammengetragen und verarbeitet, die jetzt bis zum 26. Januar in der Gotischen Halle des Celler Schlosses zu sehen sind.

Sammlung von Auseinandersetzung

Wem ein Blick auf die Exponate – von Zeichnungen bis Skulpturen und Installationen – nicht genügt, der erfährt auf den zugeordneten Informationsschildern oft auch einiges mehr über den gedanklichen Ansatz und das, was der jeweiligen Arbeit zu Grunde liegt. So ist der Gang durch die Ausstellung auch eine Sammlung von Auseinandersetzung und Betroffenheit – nicht nur mit einem schon historischen Ereignis sondern auch mit einem Vor- und Hinterher und einer deutlichen Aktualität: Der „Mauerfall“ und seine Folgen.

„Momente“ des Mauerfalls

Eine geschickte Ergänzung dazu hat der BBK Celle zur Eröffnung dieser Jahresaustellung – neben den Auftritten des Projektchors Celle – gefunden, indem er einzelne Mitglieder aus der ehemaligen DDR gebeten hat, die „Momente“ des Mauerfalls und dem Erleben aus ganz persönlicher Sicht aufzuschreiben und vorzulesen. Die kleinen, aus heutiger Sicht naiv-amüsanten Irrtümer, Erwartungen, das Staunen und die Verunsicherung erdeten die übergeordneten, ja transzendenten und oft weitangedachten Perspektiven und Denkansätze, die in den Bildern und Skulpturen zu finden sind. Sie brechen die weitreichende gesellschaftspolitische Bedeutung herunter auf das ganz menschliche Empfinden und Erfahren. Schade, dass diese Texte den künftigen Besuchern der Ausstellung nicht zur Verfügung gestellt werden.

„Alles Banane“ oder „Trabi to go“

Die Ausstellung hält für jeden etwas bereit: Angefangen von den satirischen Angängen Horst Brunes im Mauerfall-Panoramabild „Alles Banane“ oder „Trabi to go“, über den substanziellen Auseinandersetzungen mit den Rissen in der Mauer selbst, bis zur Abstraktion des Themas – von Mauern im Kopf, den Schubladen für Wessis und Ossis, falschen Vorstellungen, zerbrochenen Träumen und vielen verletzenden Tatsachen im Zusammenhang mit Überwachung und Stasi-Bespitzelungen.

Von Doris Hennies

Die Ausstellung ist außer an den Feiertagen dienstags bis sonntags, 12 bis 16 Uhr, bis zum 26. Januar in der Gotischen Halle im Celler Schloss zu sehen.

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