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Kultur „Metallica“ in St. Marien
Weltgeschehen Kultur „Metallica“ in St. Marien
13:14 04.03.2019
Von Jürgen Poestges
Foto: „Kultur querbeet“ hatte einen Volltreffer geliefert. „Viva Voce“, fünfköpfige A-cappella-Formation aus Franken, begeisterten in der vollen Stadtkirche St. Marien ihr Publikum: (von links) Bastian Hupfer, Mathias Hofmann, Jörg Schwartzmanns, David Lugert und Heiko Benjes
„Kultur querbeet“ hatte einen Volltreffer geliefert. „Viva Voce“, fünfköpfige A-cappella-Formation aus Franken, begeisterten in der vollen Stadtkirche St. Marien ihr Publikum: (von links) Bastian Hupfer, Mathias Hofmann, Jörg Schwartzmanns, David Lugert und Heiko Benjes Quelle: Oliver Knoblich
Celle

„Ein Stück des Weges“ – den ist jeder der über 450 Besucher in der Stadtkirche St. Marien am Sonntagabend begeistert mitgegangen. Denn die fünf Sänger der A-cappella-Gruppe „Viva Voce“, auf Einladung von „Kultur querbeet“ gekommen, überzeugten mit diesem Programm auf ganzer Linie. Mit ihrer Mischung aus Chorälen, Cover-Versionen bekannter Songs und selbst komponierten Liedern haben sie ihrem Publikum von der ersten Minute an eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken gejagt.

Ohne Mikrofon und Verstärkung - einfach pur

Die Sänger nutzten den gesamten Raum der Kirche für ihr Programm. Zu Beginn lag der Altarraum im Dunkeln. Die Stimmen zum Choral „Os Justi“ von Anton Bruckner kamen aus dem hinteren Teil des Kirchenschiffes. Ohne Mikrofon, ohne Verstärkung – einfach pur. Ein Auftakt, der dem Ort mehr als gerecht wird. Mit Kerzen in den Händen kamen Tenor Bastian Hupfer, Tenor David Lugert, Bass Heiko Benjes, Bariton und wandelnder Schlagzeuger Jörg Schwartzmanns und Bariton Matthias Hofmann durch die drei Gänge nach vorne. Um dann sofort lückenlos zu „I Still Haven‘t Found What I‘m Looking For“ von U2 zu wechseln.

Das war der Start für ein rund zweistündiges Programm, das wie im Flug verging. Mal mit, mal ohne Mikrofon, mal zu fünft im Altarraum, mal verteilt in der Kirche, sangen sie ihre Lieder. Zwischendurch bewiesen sie, dass sie sich mit Celle durchaus beschäftigt haben. „Hier in der Kirche liegen Vorfahren des englischen Königshauses begraben“, informierte zum Beispiel Benjes seine Mitsänger.

Cover von Stevie Wonder und Marvin Gaye

„Immer begleiten“ und „Am Ende der Welt“ sind zwei Songs, die die Band „in Klausur“, sprich in einer Auszeit zum Komponieren neuer Songs geschrieben hat. Als Kontrast immer wieder Bekanntes im neuen Gewand, so zum Beispiel „For once in my life“, das Stevie Wonder bekannt gemacht hat, oder „Ain‘t no mountain“ von Marvin Gaye. Und Hupfer, der einzige aus der Band, der einen „richtigen Beruf“ gelernt hat – er ist Zimmermann , erklärte in einer deutschen Version des 1968er Hits „The Wanderer“ von Dion, was er als „Der Zimmerer“ leisten musste.

"Metallica"-Klassiker als Höhepunkt

Höhepunkt war zweifellos der „Metallica“-Klassiker „Nothing Else Matters“. Ein dunkler Altarraum, Auftritt Band von der Seite, Kerzen. „So close, no matter how far“ , begann Schwartzmanns, seine vier Kollegen stiegen ein und machten den Song zum echten Erlebnis in der Akustik und der Atmosphäre der Kirche. Das hat St. Marien sicherlich noch nie erlebt: Ein Song einer Hardrock-Band wird in ihrem Altarraum gesungen.

Beatles-Potpourri als Zugabe

Mit einem Beatles-Potpourri und einem Loblied auf Celle („Hier wollten wir immer schon mal hin“) ging das Konzert zu Ende – das Publikum riss es buchstäblich von den Kirchenbänken – Standing Ovations.

Die Sänger waren im übrigen genauso begeistert wie ihre Fans. „Das ist ein toller Ort hier. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass sich eine Kirche für solch ein Konzert öffnet“, sagte Bass Benjes. Vor allem war er begeistert vom Zuspruch. „Wir sind zum ersten Mal hier, und die Kirche ist voll! Das ist absolut ungewöhnlich und spricht für die professionelle Organisation.“

Was auch die entsprechenden „Folgen“ nach sich zieht: Es ist geplant, das „Viva Voce“ im Herbst des kommenden Jahres mit ihrem Programm zum 20. Geburtstag in der Congress Union Celle auftreten sollen.

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