Ringmasters und Juventis

Barbershop in Perfektion

Es war ein toller Abend im Rahmen von "Kultur querbeet": Die A-cappella-Truppe "Ringmasters" überzeugte mit dem Juventis-Jugendchor in der Union.

  • Von Jürgen Poestges
  • 15. Dec 2019 | 16:46 Uhr
  • 10. Jun 2022
  • Von Jürgen Poestges
  • 15. Dec 2019 | 16:46 Uhr
  • 10. Jun 2022
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Celle.

Es klatschte, es trampelte, es pfiff – in der Celler Congress Union war am Freitag am späten Abend die Hölle los. Das Publikum im ausverkauften Saal feierte vier junge Männer aus Schweden: Die „Ringmasters“, eine A-cappella-Gruppe mit Schwerpunkt Barbershop, hatte mit ihrem Auftritt im Rahmen von „Kultur querbeet“ restlos überzeugt.

Grandioser Juventis-Jugendchor

Was nicht zuletzt auch an der grandiosen Eröffnung des Abends lag. Denn der Juventis-Jugendchor am KAV-Gymnasium betrat mit rund 70 Sängerinnen und Sängern die Bühne, bevor die vier Schweden dazustießen. Die ersten vier Stücke des Abends wurden gemeinsam von den „Ringmasters“ und dem Chor eindrucksvoll präsentiert. „Veni Emmanuel“ hieß es zu Beginn. Es folgte ein überragendes „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ im Arrangement von Chorleiter Stephan Doormann. Zwei Sängerinnen jeweils rechts und links auf der Empore, zwei rechts und links neben der Bühne. Dazu der Klangkörper auf der Bühne, jeweils mit verschiedenen Einsätzen – das war Gänsehaut pur.

Zwei schwedische Weihnachtslieder folgten, bevor der Juventis-Jugendchor allein das isländische Lied „Eg vil lofa eina thau“ und „Gabriel‘s Message“ sang. Der Chor bewies einmal mehr, dass auch er auf der großen Bühne zu Hause ist. Was auch die Zuhörer mit starkem Applaus honorierten.

Ein fulminantes Programm

Jakob, Rasmus, Emanuel und Didier, die vier Sänger aus Schweden, boten im Anschluss ein fulminantes Programm. Verbunden wurden die Songs aus den verschiedenen Genres mit munteren Moderationen auf Deutsch und Englisch – und mit einer gehörigen Portion Humor. Natürlich kamen Weihnachtslieder nicht zu kurz, aber auch schwedische Traditionals und Songs aus Musicals und Filmen gab es zu hören.

Ein Hauch von Hawaii

Los ging es mit „It‘s the Most Wonderful time of the Year“ gefolgt von „Tonight“ aus der Westside Story. Mit „Here Comes Santa Claus“ kehrten sie dann wieder zur Weihnachtszeit zurück. Auf Schwedisch weihnachtlich wurde es bei „Strålande Helgonfé“ und „Kung Liljekonvalje“. Und mit „Blue Christmas“ von Elvis Presley kam ein Hauch von Hawaii in den Saal.

"Smile" von Charlie Chaplin

Nach der Pause ging es stimmungsvoll weiter. Bei „Angelus ad Virginem“ verteilten sich die Sänger rechts, hinten und links auf der Empore, Rasmus stand mit einer Trommel auf der Bühne. Und wer spätestens bei „Blackbird“, dem Klassiker von den Beatles, nicht in Stimmung kam, der war an diesem Abend völlig falsch in der Congress Union. „Jul Jul“ war dann noch einmal eine Reminiszenz an die skandinavische Heimat. Und mit „All Shook Up“ erklang noch einmal King Elvis. Charlie Chaplins Song „Smile“ beendete das Programm.

Ohne Zugabe ging es natürlich nicht. Die vier Schweden forderten bei „All You Need Is Love“ das Publikum zum Mitsingen auf. Und zum Auszug gab es mit „Goodnight Sweetheart“ noch einen letzten Nachschlag.

Hoher stimmlicher Genuss

Die „Ringmasters“ boten eine große musikalische Bandbreite und dabei immer einen hohen stimmlichen Genuss. Die Töne waren immer exakt auf den Punkt, einige wurden so lange gehalten, dass man meinte, die Lungen des Sängers müssten platzen. Es war ein Abend mit vielen Höhepunkten, nicht zuletzt durch den Juventis-Jugendchor – bei dem sich das Publikum mit Standing Ovations bedankte.