Theaterverein positiv

Offensive für mehr Zuschauer

Nach dem Corona-Jahr will der Theaterverein mit dem Schlosstheater durchstarten und Zuschauer zurückgewinnen.

  • Von Jürgen Poestges
  • 16. Jun 2022 | 11:00 Uhr
  • 21. Jun 2022
  • Von Jürgen Poestges
  • 16. Jun 2022 | 11:00 Uhr
  • 21. Jun 2022
Anzeige
Celle.

Es waren schwere Zeiten für die Theater – und natürlich auch für das Schlosstheater in Celle. „Das Corona-Jahr hat uns schwer gebeutelt“, erklärte Thomas Knoke, der Vorstandsvorsitzende des Theatervereins, am Dienstag bei der Mitgliederversammlung in der Halle 19 auf dem Gelände der CD-Kaserne. Mit einem Defizit von rund 40.000 Euro ist man aus diesem Tal herausgekommen. „Sowohl beim freien Verkauf als auch bei den Abonnenten ist die Zahl um 50 Prozent eingebrochen“, so Knoke.

Planungen mit einem Minus

„Und wir sind nicht so blauäugig, dass wir davon ausgehen, dass es jetzt sofort wieder alles normal werden wird“, ergänzte er. Und so gehen die Planungen für die kommenden Jahre dann auch von einem Minus von 30 Prozent (Spielzeit 22/23) beziehungsweise 15 Prozent (Spielzeit 23/24) aus. Demgegenüber steht allerdings, dass zu den Lockdown-Zeiten, als das Theater komplett geschlossen werden musste, ein Überschuss aufgebaut werden konnte. „Da sind keine Personalkosten angefallen, weil wir Kurzarbeit anmelden konnten.“ Mit diesem Überschuss kann das Defizit ungefähr aufgefangen werden. „Allerdings“, so Knoke, „kann es durchaus sein, dass wir die Förderung, die die kommunalen Theater in der Corona-Zeit bekommen haben, wegen der Überschüsse zurückzahlen müssen.“

Mehr Geld für Schauspieler

Eine weitere „Baustelle“ sei die Erhöhung der Entlohnung für die Schauspieler, die von 2000 auf 2500 Euro steige. „Diese Erhöhung halten wir für Menschen, die studiert haben, um sich für ihren Beruf zu qualifizieren, für mehr als angemessen“, so Knoke. Dazu komme die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro. „Wir haben bisher noch nicht die Zusage, dass sich wie bisher das Land, die Stadt und der Landkreis an der Tariferhöhung beteiligen, wie das bisher der Fall war. Sollte das nicht passieren, ist ein Theater wie unseres nicht mehr zu führen.“

Abos jetzt auch Online möglich

Intendant Andreas Döring, dessen Vertrag vor Kurzem um fünf Jahre verlängert wurde, ging ebenfalls auf die schwierigen Corona-Zeiten ein. „Uns ist bewusst, dass wir auf besondere Weise gefördert worden sind und es andere kulturelle Institutionen härter erwischt hat als uns“, sagte er. Und er kündigte eine große Offensive an, um die Besucherzahlen anzukurbeln. Dazu gehört unter anderem, dass der Abschluss eines Abonnements jetzt online möglich ist. Dazu forderte er die Mitglieder des Theatervereins auf, mitzuhelfen und ordentlich die Werbetrommel zu rühren. „Es reicht schon aus, wenn Sie mit dem neuen Spielzeitheft zu den Nachbarn gehen und auf die vielen Stücke hinweisen, die in der kommenden Spielzeit zu sehen sein werden. Wir alle blicken positiv nach vorne“, ergänzte Geschäftsführerin Katharina Lohmann.

Ein Ort der Begegnung

Döring möchte das Schlosstheater noch stärker zu einem Ort der Begegnung machen. Dazu soll das nach der Pandemie reaktivierte Theaterfest gehören, diverse Aktionen in der Turmbühne wie das Kochstudio oder Treffs zu speziellen Themen. Auch für die Mitglieder des Theatervereins soll es wieder mehr Angebote geben – neben einem Stammtisch alle zwei Monate auch mehr Einblicke hinter die Kulissen des Theaters.