Im Schlosstheater

Musiker als „Bühnen-Inventar“

Wenn die Musiker um Moritz Aring im Schlosstheater für „Das Appartement“ spielen, dann ist nicht zu merken, wie viel Arbeit dahintersteckt.

  • Von Jürgen Poestges
  • 12. Dec 2019 | 09:00 Uhr
  • 10. Jun 2022
  • Von Jürgen Poestges
  • 12. Dec 2019 | 09:00 Uhr
  • 10. Jun 2022
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Celle.

Es sieht so einfach aus! „Das soll ja auch so sein“, sagt der 25-jährige Saxofonist lachend. Wenn die Band an einem Theaterabend die 22 Songs des Musicals spielt, ist das für die Musiker schon etwas Besonderes. „Normalerweise stehen ja wir im Mittelpunkt, wenn wir Musik machen“, sagt Trompeter Marvin Zimmermann. „Oder wir sitzen in einem Orchestergraben mit einem Dirigenten vor uns und sind gar nicht zu sehen“, ergänzt Posaunist Jan Schmidt. Außerdem gehören noch Marcus Lewyn, Erik Mrotzek und Anthony David Williams zur Band.

Die dritte Produktion im Schlosstheater

Das ist im Schlosstheater alles etwas anders. Dort sind die Musiker quasi Bühnen-Inventar. „Wir kennen das ja schon, es ist ja die dritte Produktion, die wir hier mitmachen“, erzählt Aring. Das war zunächst „Fesche Lola, Brave Liesel“, danach dann „My Fair Lady“ und jetzt eben „Das Appartement“, das Mitte November Premiere hatte und bis zum April kommenden Jahres noch 13 Mal zu sehen sein wird.

Erste Proben im kleinen Kreis

Für Aring hat die Arbeit bereits Anfang Oktober angefangen. Die Stücke, die eigentlich für ein großes Orchester geschrieben wurden, mussten für eine kleinere Besetzung umarrangiert werden. Dann begannen die Proben mit den beiden Hauptdarstellern Nora Di Fausto und Fridtjof Bundel. „Gerade Fridtjof hat viele Stücke zu singen. Das haben wir zunächst im kleinen Rahmen geprobt“, erzählt Aring.

Die „großen Proben“ fanden in der Halle 19 statt. „Die Probenzeiten auf der Hauptbühne sind nicht so üppig. Eigentlich haben wir erst zur Generalprobe das erste Mal mit allen zusammen im Schlosstheater das komplette Stück durchgespielt“, erzählt Schmidt.

"Aufpassen, dass es nicht zur Routine wird"

Für die Musiker ist es eine ungewohnte Situation, regelmäßig zur Arbeit zu gehen. „Denn wir müssen aufpassen, dass es nicht zur Routine wird“, erklärt Aring. „Denn nach wie vor müssen die Einsätze stimmen, müssen wir auf bestimmte Stichworte reagieren, damit Gesang und Musik auch gleichzeitig starten.“

Die Instrumente werden nicht verstärkt, damit sie nicht zu laut sind. „Wir müssen ja so spielen, dass der Text noch verstanden wird“, sagt Schmidt. „Wir haben auch sehr oft die Dämmer in den Instrumenten. Oder wir spielen praktisch in den Notenständer hinein“, ergänzt Zimmermann. Um die passende Lautstärke zu finden, haben sich die Musiker abwechselnd bei den Proben in den Zuschauerraum gesetzt. „Dabei kann man am besten testen, wie es unten ankommt. Und das ist ja schließlich das Wichtigste“, sagt Aring.

Tolle Erfahrung für alle

Für alle ist es eine tolle Erfahrung. „Diese Verknüpfung von Schauspielern und Musikern ist etwas Besonderes. Man taucht einmal in eine ganz andere Welt ein.“