Hannover

Herbstausstellung mit Newcomern und bekannten Namen

Seit 111 Jahren richtet der Kunstverein Hannover seine Herbstausstellung aus, jetzt ist die 88. Ausgabe eröffnet worden. Die gewaltige Schau umfasst 53 Positionen an fünf Ausstellungsorten, die in fußläufiger Entfernung voneinander liegen.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 17. Aug. 2018 | 12:58 Uhr
  • 10. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 17. Aug. 2018 | 12:58 Uhr
  • 10. Juni 2022
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Hannover.

Dass es eine sehr bunte Mischung geworden ist, liegt in der Natur der Sache. Denn die einzige Bedingung für die Teilnahme besteht darin, dass die Künstlerinnen und Künstler entweder aus dem Niedersachsen-Bremen-Gebiet stammen oder dort leben. Keine Rolle spielt das Alter – die diesmal vertretenen Geburtsjahrgänge reichen von 1935 bis 1994. Auch ist ein Kunststudium keine zwingende Voraussetzung. Rund 500 Bewerbungen hat es gegeben, vertreten sind nun Newcomer ebenso wie sehr bekannte Namen.

Zu den letztgenannten gehört Dieter Froelich, der den mit 10.000 Euro dotierten „Kunstpreis der Sparkasse Hannover“ gewonnen hat. Eine Auswahl seiner Arbeiten ist im Kunstverein selbst zu sehen, kleine Figuren der „Annenkleider“-Serie ebenso wie Exponate, die im Zusammenhang mit den Eat-Art-Aktivitäten Froelichs stehen – der nämlich hat das Kochen zur Kunst erklärt.

Da der Kunstverein die größten Räumlichkeiten hat, finden sich hier naturgemäß die meisten Positionen. Darunter so spektakuläre wie die Geldsortiermaschine von Enric Fort Ballester: Die Apparatur des gebürtigen Spaniers und Wahlhannoveraners führt 1-Cent-Münzen je nach Erhaltungszustand zu mal glänzenden, mal matten Häuflein zusammen, was zu einer eigenartigen skulpturalen Ästhetik führt, „in einer Zeit, da ja verstärkt über die Abschaffung von Bargeld nachgedacht wird“, wie Kunstvereins-Direktorin Kathleen Rahn zu Recht anmerkt.

Raumgreifend ist auch Daniel von Bothmers Installation „Cage of Fortune“ ausgefallen, die ihren Titel angesichts von knuffigen Figuren und Spielzeug auf den ersten Blick aus gutem Grund zu tragen scheint. Bei genauerer Betrachtung wird das Glück allerdings nachhaltig getrübt, so sind die oberen Leisten etwa mit garstigen Glasscherben bestückt. Direkt daneben ist ein Beispiel dafür zu sehen, dass das klassische Genre der Malerei in dieser Ausstellung ebenfalls seinen Platz gefunden hat: Peter Heber zeigt eine seine beeindruckenden abstrakten Mischtechniken, bei denen durch die geschütteten Farben auch Zufallserscheinungen eine Rolle spielen.

Die anderen vier Ausstellungsorte der Herbstausstellung sind zwei Galerien, ein Treppenhaus und ein Hotelzimmer. Darüber wird die Cellesche Zeitung in einem separaten Text berichten.

Von Jörg Worat

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