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Kultur KunstFestSpiele Herrenhausen mit 26 Produktionen
Weltgeschehen Kultur KunstFestSpiele Herrenhausen mit 26 Produktionen
16:48 16.01.2019
Foto: Bei den KunstFestSpielen Herrenhausen ist im Mai dieses Jahres nahezu unendlicher Kulturgenuss garantiert.
Bei den KunstFestSpielen Herrenhausen ist im Mai dieses Jahres nahezu unendlicher Kulturgenuss garantiert. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Herrenhausen

Alle 36 Shakespeare-Dramen an neun Tagen? Ein Konzert um 6 Uhr morgens? Klar doch: Die „KunstFestSpiele Herrenhausen“ sind bekannt dafür, gerade das Unbekannte zu präsentieren. Vom 10. bis zum 26. Mai findet die zehnte Ausgabe statt, gestern wurde das Programm mit 26 Produktionen und rund 90 Veranstaltungen vorgestellt.

Veranstaltungsreihe Schub versetzt

„Die 10 hat mir schon beim Fußball immer besonders gefallen“, sagt Intendant Ingo Metzmacher, der die Veranstaltungsreihe zum vierten Mal betreut und ihr in Hinblick auf überregionale Wahrnehmung noch einen kräftigen Schub versetzt hat. Passt: Beim Zehner laufen ja im offensiven Mittelfeld die Fäden zusammen.

Starregisseur Peter Sellars kommt persönlich

Nicht nur kommt das Programmheft gülden daher, auch die Teilnehmerliste ist vom Feinsten. So reist gleich zum Auftakt Starregisseur Peter Sellars persönlich nach Hannover. Am 10. und 11. Mai ist in der Orangerie seine Inszenierung von „Kopernikus“ zu erleben, ein „Opern-Ritual des Todes“ mit der Musik des eigenwilligen Komponisten Claude Vivier, der 1983 in Paris ermordet wurde. „Kopernikus war jemand, dessen Denken Grenzen überschritten hat“, betont Metzmacher und verweist damit natürlich auch auf einen grundlegenden Ansatz seines Festivals.

Kompositionen von Frank Zappa

Ein lustvoller Grenzüberschreiter war fraglos auch Frank Zappa, der in seinen letzten Lebensjahren bevorzugt mit dem deutschen „Ensemble Modern“ seiner Liebe zur „Neuen Musik“ nachgegangen ist. Eben diese Gruppe spielt nun am 18. Mai Kompositionen des Meisters in der Eilenriedehalle – der Ort ist mit Bedacht gewählt, denn hier hat Zappa selbst einst spektakuläre Konzerte der rockigen Art gegeben.

Kompletter Shakespeare innerhalb von neun Tagen

Zudem wollte Metzmacher das Festival schon immer gern punktuell aus Herrenhausen herausgehen. Erstmals dabei ist das Lindener Kulturzentrum „Faust“, wo die britische Gruppe „Forced Entertainment“ ab dem 11. Mai binnen neun Tagen den kompletten Shakespeare spielen will. Und zwar als „Table-Top-Theater“: Alles findet auf einem Tisch statt, an dem die Performer „Othello“ oder „König Lear“ nachstellen – der Stoff wird jeweils auf 45 Minuten gekürzt, so dass man vier Dramen an einem Abend genießen kann; Ketchupflaschen, Gewürzstreuer und andere Utensilien übernehmen die Rollen von Prinzen, Narren und Rüpeln.

Hardenberger und Kremer kommen auch

Als bekannter Dirigent hat Metzmacher natürlich beste Kontakte in der Musikszene und kann mit ganz großen Namen aufwarten: Trompeter Hakan Hardenberger kommt am 15. Mai ins Herrenhäuser Galeriegebäude, an gleichem Ort rückt der herausragende Geiger Gidon Kremer eine Woche später Werke von Mieczyslaw Weinberg in den Fokus. Und Klasse-Pianist Pierre-Laurent Aimard führt am 25. und 26. Mai den kompletten „Catalogue d`Oiseaux“ von Olivier Messiaen auf, in vier Blöcken an verschiedenen Orten zu verschiedenen Tageszeiten – diese sollen nämlich zu den Vogelstimmen passen, durch die das Werk inspiriert wurde.

Von Jörg Worat

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