Ausstellung

Galerie Robert Drees zeigt „Invited By/Part One“

Die aktuelle Schau in der Galerie Robert Drees heißt „invited by // part one“. Zu sehen sind Seerosen, durchgeknallte Figuren und 1000 Geldscheine.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 08. Okt. 2019 | 12:50 Uhr
  • 10. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 08. Okt. 2019 | 12:50 Uhr
  • 10. Juni 2022
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Hannover.

Die Galerie Robert Drees kommt aus dem Feiern kaum noch heraus. Vor gut zwölf Monaten präsentierte man dort die 100. Ausstellung, nun steht gleich ein doppeltes Jubiläum an: Vor 25 Jahren begann Drees seine Galeristentätigkeit in Hannover, seit deren 20 ist er mit seinem Team in einem ehemaligen Fabrikgebäude am Weidendamm zugange. Logisch, dass man sich zu diesem Anlass ein ganz besonderes Konzept ausgedacht hat: „invited by // part one“ heißt die aktuelle Schau – die Hälfte der 20 Galeriekünstler zeigt eigene Arbeiten und hat jeweils einen Gast eingeladen.

„Seerosen“-Objekte aus Gummi, Stoff und Papier

Die gebürtige Koreanerin Sun-Rae Kim ist in Hannover bestens bekannt und zeigt ihre knuffig-verspielten „Seerosen“-Objekte aus Gummi, Stoff und Papier. Sie hat ihren ehemaligen Lehrer Siegfried Neuenhausen dazugebeten, der ebenfalls mit sehr typischen Arbeiten in Gestalt kleiner Bronzefiguren vertreten ist. Ein bevorzugtes Motiv auf den meisterhaft getuschten Darstellungen von Hanna Nitsch aus Braunschweig sind die eigenen Kinder, die jedoch in wenig niedlichen Posen abgebildet sind – vergleichbar irritierend ist Veronika Veits klaustrophobe Videoinstallation, die sich Nitsch zur Begleitung gewünscht hat.

Farbstarke Objekte mit ausgeprägtem Knautschcharakter

Wenn wir schon von irritierend sprechen: Der Katalane Samuel Salcedo präsentiert einmal mehr ziemlich durchgeknallte Figuren und hat seinen Landsmann Ramón Surinyak eingeladen, der allerdings gänzlich andere Kunst zu bieten hat, nämlich naturhafte Szenerien in Öl. Paul Schweer aus Düsseldorf fertigt gern farbstarke Objekte mit ausgeprägtem Knautschcharakter und hat sich ein Zusammenspiel mit Hannoveranern ausgedacht: Das Duo Lotte Lindner und Till Steinbrenner hinterfragt immer wieder die Mechanismen des Kunstmarkts und zeigt hier die kultige Arbeit „1–1000“. Das sind stark stilisierte Geldscheine im Siebdruck, nummeriert und signiert, und wer einen erwerben will, sollte schnell handeln, weil sie mit fortlaufender Nummerierung immer teurer werden: Der erste war noch für einen Dollar zu haben, der zweite für zwei und so weiter – mal sehen, wo die Serie inzwischen angekommen ist.

Merkwürdigste Objekte aus Glasperlen und Sicherheitsnadeln

Beim Abstecher in den kleineren Nebenraum stößt man auf die Malerei von Pepa Salas Vilar, die aus Andalusien stammt und in Hannover lebt, und kann sich gleich auf die Suche nach dem Walfisch begeben – dieses Motiv, das die Künstlerin als Symbol für Mütterlichkeit versteht, ist gleichsam ihr Markenzeichen. Sie hat Shige Fujishiro eingeladen, der aus Glasperlen und Sicherheitsnadeln die merkwürdigsten Objekte baut, sei es eine Schaukel oder einen vereinsübergreifenden Fanschal, der die Farben von Hannover 96 und Borussia Dortmund zusammenführt. Spannende Schau. Und natürlich wird es auch „invited by // part two“ geben – da fällt der Startschuss am 23. November.

Von Jörg Worat

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