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Sportstätten Wo Flugzeuge und Rehe zu Hause sind
Thema Sportstätten

Lokalsport Sportstätten Segelfluggruppe Scheuen

11:58 04.07.2020
Von Marie Nehrenberg-Leppin
Serie Sportstätten: Bei der Segelfluggruppe Scheuen, 25.05.2020.
Serie Sportstätten: Bei der Segelfluggruppe Scheuen, 25.05.2020. Quelle: Oliver Knoblich
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Scheuen

Doch pünktlich zum Wochenende ist Schluss damit und das Reh tut gut daran, sich in die angrenzenden Wälder zurückzuziehen. Die begraste Startbahn gehört dann wieder den Motorseglern und Segelflugzeugen.

Drei großflächige Hallen stehen auf dem weitläufigen Gelände, welches 25 Hektar umfasst. „Den Rasen müssen wir zum Glück nur auf 14 Hektar mähen, aber selbst das kostet jedesmal locker zehn Stunden“, berichtet der Vorsitzende der Flugsportvereinigung Celle, Christian Hörnicke, lachend. Die vereinseigene Flotte besteht aus zwölf Flugzeugen: elf Segelfliegern und einem Motorsegler. Zusätzlich beherbergen die heiligen Hallen einen Windenschlepp und einen Flugzeugschlepp, die die Flugzeuge in Startposition bringen. Dahinter stehen Wohnwagen. „Hier ist Platz zum Campen, das wird von Mitgliedern und Gästen gerne angenommen“, erzählt Hörnicke.

Wenn auf dem Platz Flugbetrieb ist, dann kann es schon einmal sein, dass Autos, Radler und Fußgänger warten müssen. Die Startbahn kreuzt nämlich eine Straße. „Wenn man von Scheuen nach Vorwerk möchte, dann muss man hin und wieder geduldig sein und hinter der Schranke stehen bleiben“, sagt der Hobbypilot.

"Den Rasen müssen wir zum Glück nur auf 14 Hektar mähen", sagt Vorsitzender Christian Hörning. Quelle: Oliver Knoblich

Der wahrscheinlich schlimmste Moment, den Christian Hörnicke auf dem Flugplatz erlebt hat, liegt knapp zehn Jahre zurück. Damals stürzte ein 50-jähriger Mann aus Gifhorn auf dem Gelände der Scheuener ab und starb. „Das war damals eine ganz schlimme Sache.“ Die Scheuener Flieger selbst sind seit Ende der 90er Jahre unfallfrei. „Toi, toi, toi – zum Glück ist in unserem Verein schon lange nichts Schlimmes mehr passiert.“

Gemütlichkeit wird großgeschrieben

Quelle: Oliver Knoblich

Das Vereinsheim der Flieger erinnert an ein gemütliches, heimeliges Wohnzimmer. Der große Kamin in der Mitte sorgt für lauschige Winterabende, die Wände sind tapeziert mit Erinnerungsstücken aus der Fluggeschichte. Am langen Tisch finden alle Mitglieder Platz. Außerdem gibt es eine neue Küche und Übernachtungsmöglichkeiten.

Schwere Fahrzeuge im Einsatz

Quelle: Oliver Knoblich

Der vereinseigene Windenschlepp sorgt dafür, dass die Flieger sicher in die Luft kommen. Der Windenstart ist eine Technik, mit der ein Luftfahrzeug ohne eigenen Antrieb auf eine für den Weiterflug ausreichende Geschwindigkeit und Höhe gebracht wird. Dabei wird es mit einem langen, an einer Seilwinde befestigten Seil in die Luft gezogen. Am höchsten Punkt der Bahn wird die Verbindung zwischen Seil und Luftfahrzeug getrennt und das Luftfahrzeug fliegt frei weiter.

Garagen in Übergröße

Serie Sportstätten: Bei der Segelfluggruppe Scheuen, 25.05.2020. Quelle: Oliver Knoblich

Zwölf vereinseigene Flugzeuge stehen in den drei Hallen. Dazwischen parken Schlepper, Trecker, Anhänger und andere Fahrzeuge. Eine Halle ist mit einer Benzin- und Dieseltankstelle ausgerüstet. Außerdem ist meistens auch noch ein bisschen Platz reserviert für Privatflugzeuge von Mitgliedern oder Gästen.

Hier hat alles seine Ordnung

Quelle: Oliver Knoblich

Überall auf dem Gelände weisen Schilder auf den Flugverkehr hin. Landkarten veranschaulichen den Luftraum. Zusätzlich sorgen Windsäcke dafür, dass die herrschenden Winde richtig eingeschätzt werden können. Früher haben hier übrigens Grasbahnrennen stattgefunden. Auf dem Heidering, der sich auf dem Areal der Segelflieger befindet, fanden seit 1950 regelmäßig Rennen statt, unter anderem sogar die Europameisterschaft. Seit 2000 ist Schluss damit. Erinnerungsstücke sind auf dem Flugplatz allerdings geblieben.

Hier geht es zur Anlage

Quelle: cz - Norman Hesebeck

Der Flugplatz liegt mitten im Wald am südöstlichen Rand von Scheuen, am Hermannsburger Weg 12. Aus Richtung Süden und aus Richtung Norden gelangt man über Groß Hehlen nach Scheuen. An der Tankstelle „Kramer“ geht es rechts rum, über die Schnuckendrift hin zum Hermannsburger Weg. Auf der linken Seite, hinter dem Sportplatz, befindet sich dann die Einfahrt zum Flugplatz. Dort gibt es ausreichend viele Parkplätze und sogar Abstellmöglichkeiten für Wohnmobile oder Wohnwagen.

Die CZ stellt in dieser Serie öffentliche Sportanlagen im Landkreis Celle vor. Die anwachsende Serie kann man auf unserer Homepage sehen:
www.cellesche-zeitung.de.

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