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Sommerspiele in Japan : Miller und Teuber deutsche Fahnenträger bei den Paralympics

11:21 23.08.2021
Einer von zwei deutschen Fahnenträger bei der Paralympics-Eröffnungsfeier in Tokio: Michael Teuber. Foto: Gregor Fischer/dpa
Einer von zwei deutschen Fahnenträger bei der Paralympics-Eröffnungsfeier in Tokio: Michael Teuber. Foto: Gregor Fischer/dpa Quelle: Gregor Fischer
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Rio de janeiro

Tokio (dpa) - Die eine ist die Kapitänin in der «Autoscooter»- Sportart, der andere seit mehr als zwei Jahrzehnten zuverlässiger Medaillensammler und ein Sprachrohr des Behindertensports.

In Mareike Miller und Michael Teuber hat der Deutsche Behindertensportverband (DBS) höchst unterschiedliche, aber würdige Fahnenträger für die Eröffnungsfeier der Paralympics in Tokio am Dienstag (13.00 Uhr MESZ/20.00 Uhr Ortszeit/ARD) gefunden. Auf die Frage, ob andere ihm diese Ehre neiden, antwortete Teuber: «Die Wahl kann man nicht groß kritisieren. Das passt.»

«Die beiden sind Ausnahme-Athleten»

Das bestätigte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher, dem das erste Duo unter den deutsche Para-Fahnenträgern vom Chef de Mission Karl Quade vorgeschlagen wurde. «Als Karl damit ankam, hatte ich dem nichts hinzuzufügen», sagte Beucher: «Die beiden sind Ausnahme-Athleten.»

Miller, Kapitänin der Basketballerinnen und Gesamtaktivensprecherin, nimmt in Tokio an ihren dritten Spielen teil. 2012 wurde sie Paralympics-Siegerin, 2016 holte sie Silber. Ihre Sportart beschrieb die Hamburgerin als «Mischung aus Autoscooter und taktischem Mannschaftssport». Die Nominierung sei «eine besondere Ehre», und es werde «ein besonderer Moment, auch ohne Zuschauer». Neid der Kolleginnen verspüre sie nicht. «Es wäre schade, wenn sich andere das nicht auch wünschen würden», sagte die 31-Jährige: «Aber meine Mannschaft hat mir zugejubelt. Sie haben sich gefreut.»

Der 53-jährige Teuber nimmt bereits zum sechsten Mal an Paralympics teil. Er holte bisher fünf Goldmedaillen, vier auf der Straße und eine auf der Bahn. «Das ist eine Krönung. Ich freue mich mega. Eine größere Ehre gibt es nicht», sagte der Münchner. Er habe schon ein wenig darauf spekuliert, gab er zu. «Ich hatte das schon im Hinterkopf, weil ich ja zu den Erfahrenen gehöre. Dennoch war es eine freudige Überraschung, als ich es erfahren habe.»

Auch bei Olympia hatten in Beachvolleyballerin Laura Ludwig und Wasserspringer Patrick Hausding erstmals eine Frau und ein Mann die Fahne ins Stadion getragen. Bei der Eröffnungsfeier der Paralympics 2016 in Rio de Janeiro war Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm diese Ehre zuteil geworden.

© dpa-infocom, dpa:210823-99-935017/4