Europameisterschaft

Retterin Merle Hinrichs holt Titel und Medaillen

Merle Hinrichs hat Celle bei der EM im Rettungschwimmen in Italien vertreten. Die 22-Jährige wurde mit Team der DLRG Magdeburg Vizeeuropameisterin.

  • Von Benjamin Behrens
  • 10. Okt. 2019 | 18:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 10. Okt. 2019 | 18:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

Eigentlich sammelt Rettungsschwimmerin Merle Hinrichs ihre sportlichen Erfolge mit der DLRG-Ortsgruppe Celle. Doch für die Europameisterschaft im Rettungsschwimmen im italienischen Riccione trat die 22-Jährige zusammen mit der DLRG-Ortsgruppe-Magdeburg an. Das Team wurde in der Gesamtwertung Vizeeuropameister und Europameister in den Freiwasser-Disziplinen. Außerdem gewann die Auswahl eine Gold-, zwei Silber und zwei Bronzemedaillen.

Wettkampf für viel Sportler zu teuer

An sich wäre Hinrichs auch gerne mit ihrer Stammortsgruppe gestartet, doch die hohen Kosten für die Teilnahme vereitelten den Plan. „Man muss für eine WM pro Person knapp 1000 Euro und für eine EM rund 800 Euro einplanen“, sagt Hinrichs. Der Kontakt zur Magdeburger Mannschaft war bei den Deutschen-Einzelstrecken-Meisterschaft im Mai in Magdeburg zustande gekommen.

Wettkampf beginnt im Hallenbecken

Die ersten Wettkämpfe fanden im Becken des Stadio del nuoto Riccione statt. Mit einem vierten Platz im SERC (Simulated Emergency Response Competition), also der simulierten Rettungsübung, startete Merle Hinrichs in die Europameisterschaften. „Besser als gedacht und zur Medaille fehlten nur zweieinhalb Punkte“, so die Rettungsschwimmerin. Beim SERC müssen innerhalb von zwei Minuten so viele Personen und Rettungspuppen wie möglich gerettet und je nach Verletzung behandelt werden.

Mit persönlicher Bestzeit zur Silbermedaille

Am zweiten Tag qualifizierte sich Merle Hinrichs in allen ihren Disziplinen im Einzel und im Team für die Finalläufe. In der 4x50 Meter Lifesaver-Mixed-Relay schwamm die Cellerin an der vierten und letzten Position mit Flossen und Puppe mit neuer Bestzeit zur Silbermedaille. In der gemischten Staffel werden Strecken mit Rettungsboard, dem Ski genannten Kajak und Schwimmen kombiniert. Als Einzeldisziplin stand der 100-Meter-Lifesaver, Retten mit Flossen und Gurtretter, auf dem Plan. Obwohl das Einklinken im Gurt nicht optimal geklappt hatte, schwamm Merle Hinrichs im Finale auf Platz sieben.

Der dritte Tag begann mit leichten Schwierigkeiten in den Einzeldisziplinen, sodass die Cellerin keine Qualifikationen für die Finalläufe erreichte. Somit konzentrierte sie sich voll und ganz auf die Mannschaftsdisziplinen. In der 4x50-Meter-Gurtretter-Staffel schwamm sie ihr Team als Schlussschwimmerin nach einem spannen Rennen mit den Staffeln aus dem niederländischen Dordrecht und Halle/Saalekreis zur Bronzemedaille. In der Gesamtwertung reichte es für das Team zum vierten Platz.

Team holt Silber in der Sprint-Staffel

Am Strand standen für Merle Hinrichs vorerst der Beach Sprint, ein Lauf über 90 Meter, sowie die Beach Relay, ein Staffellauf aus 4x90 Metern, auf dem Plan. Als beste Deutsche kam sie im A-Finale auf Platz vier – nur wenige Zentimeter fehlten zu Bronze. In der Staffel lief das Team zur Silbermedaille. Mit den 100 Punkten in der Tageswertung arbeitet sich das Team an das Podest heran.

Mit Platz zwei, sieben und neun im Oceanwoman, dem Rettungstriathlon, machten die Damen weitere Punkte gut. Dabei absolviert ein Retter nacheinander mehrere Disziplinen. „Die Reihenfolge ist für mich ganz gut, nach dem Rettungskajak, dem sogenannten Ski, zu Beginn musste ich mich ein bisschen nach vorne kämpfen“, so Hinrichs, die Siebte wurde.

Staffel-Gold im Rettungstriathlon

In der Oceanwoman Relay übernimmt jedes Teammitglied einen Teil des Rettungstriathlons. Hinrichs, die den Part mit dem Board übernahm, brachte ihr Team an die Spitze und übergab als in Führung liegend an die Schwimmerin. Diese konnte den Platz halten und im abschließenden Sprint freute sich das Team im Ziel über die gewonnene Goldmedaille. Nach Platz eins in dieser Einzeldisziplin lag das Team in der Gesamtwertung auf Rang zwei.

Der Abschlusstag der Meisterschaften qualifizierte sich Hinrichs im Board Race mit den Vorläufen für das Finale der besten 16. Dort kam es mehrfach zu Berührungen mit anderen Boards, sodass sie sich von der vorletzten Position auf dem 600 Meter langen Rennen nach vorne kämpfen musste und am Ende Rang neun belegte.

Den Abschluss des Wettkampfes bildet die Disziplin „Retten mit Gurtretter“, bei der das Team eine weitere Bronzemedaille holte. Die gesammelten Punkte reichten aus, um in der Gesamtwertung Vizeeuropameister zu werden und sich zusätzlich den Titel als bestes Team im Freiwasser, den sogenannten Ocean Events, zu sichern.