Deutsche Meisterschaften

Mit starken Nerven zum Titel

Rundum zufrieden kehrten die Sportschützen des SV Wieckenberg von den Deutschen Meisterschaften in München zurück. Es gab Medaillen zu feiern.

  • Von Uwe Meier
  • 30. Aug. 2021 | 14:04 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Uwe Meier
  • 30. Aug. 2021 | 14:04 Uhr
  • 12. Juni 2022
Anzeige
München.

Als nach dem letzten Schuss eine 10,3 auf der Anzeigetafel aufleuchtet, atmete Tina Lehrich erst noch einmal ganz tief durch. Dann drehte sie sich um und winkte in Richtung Zuschauerränge. Ein breites Lächeln und leuchtende Augen wichen den zuvor angespannten und konzentrierten Gesichtszügen während des Wettkampfes. Es war geschafft. Die Nerven hatten dem großen Druck standgehalten. Die Sportschützin des SV Wieckenberg Platz sicherte sich bei den Deutschen Meisterschaften in München in der Disziplin Kleinkaliber 3x40 Schuss den Titel. „Mein erster bei den Erwachsenen“, sagt die 25-jährige Studentin erleichtert. „Der DM-Titel bedeutet mir viel. Er ist eine Bestätigung dafür, dass es noch geht.“

SV Wieckenberg mit zwei Schützinnen im Finale

Ihre Klubkollegin Melissa Ruschel belegte in dem Kleinkaliberfinale den sechsten Platz. „Zwei Teilnehmerinnen im Finale der besten acht deutschen Schützinnen ist für das kleine Wieckenberg schon erwähnenswert“, sagt Klubchef Horst-Dieter Ruschel stolz. Ohnehin waren er und Trainer Norbert Poltermann mit dem Abschneiden der Schützinnen rundum zufrieden. „Wir hatten vor den Meisterschaften gesagt, dass, wenn alles gut läuft, wir vielleicht eine Finalteilnahme und mit etwas Glück eine Medaille holen können“, erzählt Ruschel. Letztlich wurden es sogar drei Finals und zwei Medaillen. Denn auch mit dem Luftgewehr erreichte Tina Lehrich die Runde der besten Acht. Dort reichte es für sie am Tag ihres 25. Geburtstages in der Einzelwertung mit 626,5 Ring) zu Platz sechs. Grund zum Feiern gab es dennoch. Denn gemeinsam mit Claire-Luisa (619,6/Platz 30) und Melissa Ruschel (623,4/16), die beide erstmals in der Damenklasse antraten, holte sie mit der SV Wieckenberg als Mannschaft die Vizemeisterschaft mit dem Luftgewehr. Zum Titel, der an die FSG Der Bund Allbach (1869,9 Ringe) ging, fehlten dem Trio nur 0,4 Ring.

Tina Lehrich zielt sich nach Rückstand noch zum Titel

Tina Lehrich hatte sich im stark besetzten Achterfeld der Kleinkaliberschützinnen einen harten Kampf mit Isabella Straub (FSG Der Bund Allach) geliefert. Straub hatte nach dem Kniend-Anschlag 2,8 Ringe Vorsprung auf Lehrich. Doch die Sportschützin des SV Wieckenberg ließ sich nicht abschütteln und pirschte sich Schuss für Schuss und Ring für Ring an Straub heran. Nach dem Liegendschießen betrug ihr Rückstand nur noch 1,3 Ringe. Und nach den ersten beiden Stehend-Schüssen (10,8 und 10,7) lag Lehrich erstmals in Führung. Diese wechselte in der Folge hin und her, mal führte Straub, mal Lehrich mit dem Minimal-Vorsprung von 0,1 Ringen. Erst mit den letzten drei Schüssen (10,4 / 10,1 / 10,3) machte die Wieckenbergerin den Titel klar und sich selbst einen Tag vor ihrem 25. Geburtstag das schönste Geschenk. An die entscheidende Phase des Herzschlagfinales erinnert sie sich noch genau: „Bei den letzten Schüssen hatte ich mich auf meine Atmung konzentriert, dass der Puls einigermaßen unten bleibt. Um dann im richtigen Moment abzudrücken. Vor dem letzten Schuss habe ich nur gedacht: Sauber und schnell abziehen.“ Das gelang einwandfrei. Der zweite deutsche Meistertitel nach 2015, damals allerdings noch bei den Juniorinnen, war für die Nationalkaderschützin perfekt.

Für Robin Zissel, der für Wieckenberg in der Luftgewehr-Bundesliga an den Start geht, gab es ebenfalls eine Medaille. Mit 0,2 Ring Rückstand auf Sieger Bastian Blos holte sich der Luftgewehrschütze den zweiten Platz.

Platz sechs mit dem Luftgewehr wurde es für Carolina Müller-Oehns in der Damenklasse II (AK 40). Die Sportschützin des SV Freischütz Wathlingen erzielte 610,3 Ring.

Für Jessica Schrader vom Schützencorps Neuenhäusen reichte es nicht für eine Finalteilnahme. Die Pistolenschützin, die in der Bundesliga für Wathlingen an der Schießlinie steht, wurde es nach 556 Ring der 17. Rang.