Luftgewehr-Bundesliga

Ein 5:0 fürs Selbstvertrauen des SV Wieckenberg

Zwei Heimsiege hätten es werden können. Doch so ganz hat es für die Luftgewehrschützen des SV Wieckenberg in der Bundesliga dafür nicht gereicht.

  • Von Uwe Meier
  • 25. Okt. 2021 | 17:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Uwe Meier
  • 25. Okt. 2021 | 17:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Wietze.

Manchmal kann Horst-Dieter Ruschel einfach nur den Kopf schütteln. „Warum denn immer wir?“, fragt sich der Chef der Sportschützen des SV Wieckenberg. Rund um die Bundesliga-Heimwettkämpfe in Wietze, bei denen es einen Sieg und eine Niederlage gab, musste die SVW-Riege, mit einigen Störgeräuschen klarkommen.

Störgeräusche vor den Wettkämpfen

Auf den krankheitsbedingten Ausfall von Trainer Norbert Polterstein hatte man sich schon eingestellt. Der englische Neuzugang Michael Bargeron übernahm diesen Part. An der Schießlinie kam er selbst nicht zum Einsatz. Dann kam die Nachricht aus Norwegen, dass die Fluglinie Topschütze Henrik Larsen verweigerte, ihn zusammen mit seinem Sportgerät auf den Flug nach Hamburg mitzunehmen. Und zu guter Letzt lieferte das Team vom BSV Buer-Bülse gegen die Wieckenberger seine Saisonbestleistung ab.

Unglückliches 2:3 gegen Buer-Bülse

Für die Gastgeber endete das Duell mit einer unglücklichen 2:3-Niederlage. Immerhin gab es für die Wieckenberg einen versöhnlichen Abschluss eines schwierigen Wochenendes. Gegen die SG 1920 Mengshausen gab es einen glatten 5:0-Sieg, nach dem die SVW-Riege nach insgesamt vier Wettbewerben auf dem sechsten Tabellenplatz steht.

Nach dem abschließenden Erfolg übte Ruschel mit dem Schicksal Nachsicht. „Diesen Sieg haben wir gebraucht. Der tut einfach gut“, sagte er, „das gibt Selbstvertrauen und zeigt, dass es funktioniert. Wir blicken zuversichtlich auf die weitere Saison.“

Bundesliga-Debüt für Schweizerin Chirara Leone

Durch den Ausfall von Larsen kam Chiara Leone zu ihren beiden ersten Einsätzen für die Wieckenberger. Die 23-jährige Schweizerin zeigte an Position eins beeindruckende Vorstellungen. „So gut wie sie, hat bei uns noch niemand seine Premiere absolviert“, erzählt Ruschel. Trotz zweier Serien von jeweils 398 von maximal 400 Ringen reichte es für den SCW-Neuzugang jedoch nicht zu zwei Siegen. Im ersten Duell gegen Buer-Bülse war ihr Kontrahent Peter Hellenbrand noch einen Ring besser. „Ich war früh mit meinen Schüssen fertig und habe gesehen, wie gut er war. Da hatte ich noch gehofft, dass er noch einen Fehler macht“, erzählt Leone, „aber den Gefallen hat er mir leider nicht getan.“

Geräuschkulisse für Wieckenberger Neuzugang sehr speziell

Dennoch war sie zufrieden mit ihren Auftritten. „Die Geräuschkulisse in der Halle war für mich zwar ungewohnt und sehr speziell“, erzählt Chiara Leone über ihre Eindrücke bei ihrem ersten Bundesliga-Wettkampf, „aber es hat total viel Spaß gemacht, gemeinsam mit dem Team einen Wettkampf zu bestreiten“, so die 23-Jährige, die in Biel im Schweizer Kanton Bern lebt und trainiert. Dorthin ging es kurz nach dem zweiten Wettkampf am Sonntag mit dem Flugzeug zurück. Am Dienstag steht für die Topschützin bereits der nächste Lehrgang mit dem Nationalteam ihres Heimatlandes auf dem Programm.

Flugzeug aus Oslo startet ohne Henrik Larsen

Eigentlich hätte Henrik Larsen einen der Wettkämpfe bestreiten sollen. Der Norweger wollte sich dazu auch auf den Weg machen und hatte mit seiner Freundin Jeanette Hegg Duestad am Freitag in Oslo am Flughafen gestanden. Doch während die Bundesliga-Topschützin Duestadt, die in allen Wettkämpfen 400 Ring erzielte, den Lufthansa-Flieger nach Leipzig bestieg, um mit SB Freiheit Wettkämpfe in Gölzau zu bestreiten, blieb Larsen zurück. Euro Wings lehnte es ab, sein Luftgewehr auf dem Flug nach Hamburg mitzunehmen. Larsen wollte daraufhin mit dem Auto nach Wietze kommen. Doch das lehnte Horst-Dieter Ruschel ab.

Überzeugend waren erneut die Auftritte von Robin Zissel. Mit zwei 397-Runden bestätigte er seine Topform. In den bisherigen vier Bundesliga-Duellen blieb er als einziger SVW-Schütze noch unbesiegt.

300 Ringe nach 30 Schuss reichen nicht zum Sieg

Auch die Form von Tina Lehrich passt derzeit. „Im Vergleich zur vergangenen Saison bin ich konstanter und sicherer geworden“, sagte die 25-jährige Studentin zufrieden. Gegen Buer-Bülse schien sie gegen Henny Karen Reitz bereits auf der Siegerstraße zu sein. In den ersten drei 10er-Serien unterlief ihr kein Fehlschuss. Mit der maximalen Punktzahl von 300 lag sie in Führung. Doch von den letzten zehn Schüssen traf Lehrich fünfmal „nur“ die Neun und verlor das Duell (395:397). „Das ist natürlich schon ärgerlich. Ich bin dennoch zufrieden mit meiner Leistung“, sagte sie, „35 Schüsse waren gut – fünf halt eben nicht so.“

Teamgedanke wird mit Leben gefüllt

Die Rahmenbedingungen seien beim Heimwettkampf sicherlich etwas schwierig gewesen. „Aber wir haben als Team funktioniert“, sagt das Lehrich und führt als Beispiel an, dass Michael Bargeron angereist war, „obwohl er wusste, dass er nicht schießen wird.“ Auch die ehemalige Wieckenberger Topschützin Stine Nielsen, die eine Pause vom Schießsport eingelegt hat, war aus Dänemark in die Wietzer Sporthalle gekommen. „Das zeigt, dass wir ein echtes Team sind“, so Lehrich, „wir gewinnen und verlieren zusammen.“ Jetzt werde man versuchen, die weiteren Wettkämpfe möglichst gut zu bestreiten. „Und dann sehen wir ja, was dabei herauskommt.“