1. Bundesliga Luftpistole

Zu viele Negativgedanken bei Wathlinger Schützen

Zu viele "Fahrkarten": Die Wathlinger Pistoleros mussten nach schwachen Leistungen ihre ersten beiden Saisonniederlagen einstecken.

  • Von Oliver Schreiber
  • 29. Nov. 2021 | 17:24 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 29. Nov. 2021 | 17:24 Uhr
  • 12. Juni 2022
Anzeige
Langerwehe.

Die Enttäuschung bei den Luftpistolenschützen des SV Freischütz Wathlingen war groß. Die ersten beiden Niederlagen in dieser Saison gegen Gastgeber Sportschützen St. Sebastian Pier (1:4) und SV Bassum (2:3) taten weh, noch schmerzlicher aber war die Tatsache, fast komplett hinter den eigenen Möglichkeiten geblieben zu sein. „Mit diesen Leistungen haben wir beim Bundesliga-Finale nichts verloren. Dann wird das nur eine Sight-Seeing-Tour nach Bayern“, stellte Teammanager Erhard Oehns ernüchternd fest.

Für die Wathlinger Pistoleros wäre auch ohne ihre Nummer eins Kristian Callaghan (ungeimpft) mehr drin gewesen. Das Problem war in beiden Wettkämpfen die fehlende Konstanz, vor allem in der Schlussphase. Gegen Pier lagen die Wathlinger vor der letzten Zehnerserie sogar noch mit 3:2 vorne, bauten dann aber stark ab. Der einzige Lichtblick an diesem Tag war Philip Aranowski, der an Position zwei seine bisher beste Saisonleistung ablieferte. In einem spannenden Duell mit Andreas Kögler hatte er am Ende mit 379:378 Ringen hausdünn das bessere Ende für sich. Aranowski ließ sich auch durch Köglers außergewöhnliche erste Serie mit 99 Ringen nicht aus der Ruhe bringen, konterte im dritten Durchgang mit 98 Ringen. Dadurch ging er in Führung und hielt diese bis zum Schluss. „Das war ein bärenstarker Auftritt von Philip. Leider war das auch unser einziger“, berichtet Oehns.

Sein Sohn Christian lag im Vergleich mit Markus Kremser lange Zeit gleichauf. In der letzten Serie wollte er seinen Gegner durch schnelleres Schießen unter Druck setzen. Diese Taktik ging aber nach hinten los, Kremser blieb cool und siegte mit drei Ringen Vorsprung (371:368).

Jessica Schrader an Position drei war ihr beruflicher Prüfungsstress anzumerken. Mit 360 Ringen blieb sie deutlich unter ihrem Leistungsvermögen, Tobias Kaulen siegte locker mit 373 Ringen.

Sarah Oehns sah an Position vier wie die sichere Siegerin aus. Nach 30 Schüssen führte sie mit sechs Ringen Vorsprung. In der letzten Serie patzte sie dann aber zu oft und erzielte nur 88 Ringe, ihre Widersacherin Anne-Marlen Ohler bewies Nervenstärke und ballerte ihre letzten fünf Schüsse allesamt in die Zehn – am Ende hieß es 364:365 aus Wathlinger Sicht.

Torben Wolf erwischte an Position fünf einen rabenschwarzen Tag. Über seine nur 353 geschossenen Ringe war er richtig sauer, Astrid Au hatte mit 364 Ringen keine Mühe, dieses Duell für sich zu entscheiden.

Der Frust über diese 1:4-Niederlage war groß. So groß, dass die Leistungen tags darauf gegen Bassum noch schlechter wurden. Das Mannschaftsergebnis von 1813 Ringen war das bisher zweitschlechteste aller Bundesligisten in dieser Saison – und trotzdem wäre auch hier ein Sieg gegen nicht viel bessere Bassumer möglich gewesen. Marten Heuer (364:362 gegen Martin Mohnke) und Sven Freier (354:351 gegen Albert Grieskamp) ärgerten sich zwar über ihre schwachen Leistungen, gingen aber trotzdem als Sieger hervor.

Doch an den Positionen eins bis drei zogen die Freischützen jeweils den Kürzeren. Sarah Oehns erlebte ein Dj-vu. Erneut kam sie auf 364 Ringe, erneut lag sie nach 30 Schüssen vorne – und erneut brachte sie diese Führung gegen den erfahrenen Valerij Samojlenko (369 Ringe) nicht ins Ziel. Aranowski konnte sein Niveau vom Vortag nicht halten. Er schoss zwölf Ringe weniger und unterlag Thomas Hoppe mit 367:378. Christian Oehns versaute sich seine Siegchance gegen Denis Rother mit nur 85 Ringen in der ersten Serie. Den daraus resultierenden Rückstand holte er nicht mehr auf und verlor am Ende mit 364:369. „Das war einfach nur schlecht“, nahm Christian Oehns kein Blatt vor den Mund.

Aufbauarbeit und Blick nach vorne

Vater Erhard Oehns versucht sich derweil schon in Aufbauarbeit für sein demoralisiertes Team. In einem Rundschreiben munterte er die Pistoleros auf. „Es waren einfach zu viele Negativgedanken im Spiel, dadurch wird man verkrampft. Aber wir haben ja schon gezeigt, dass wir es deutlich besser können. Und wir sind immer noch Dritter und voll im Rennen. Aufarbeiten, abhaken und weitermachen ist jetzt die Devise“, betont Oehns.