1. Bundesliga Luftpistole

Freischütz Wathlingen begleicht offene Rechnung

Start nach Maß für die Wathlinger Bundesliga-Sportschützen: Zum ersten Mal gewannen die beide Auftakt-Wettbewerbe. Und sorgten für ein weiteres Novum.

  • Von Oliver Schreiber
  • 18. Okt. 2021 | 14:45 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 18. Okt. 2021 | 14:45 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Wathlingen.

Viel besser hätte es nicht laufen können: Die Luftpistolen-Schützen des SV Freischütz Wathlingen sind erstmals in ihrer Geschichte mit einer weißen Weste von ihren ersten beiden Bundesliga-Wettkämpfen zurückgekehrt. Dem 5:0 gegen den SV Uetze ließen sie ein 3:2 gegen Gastgeber Sportschützen Raesfeld folgen. „Das ist natürlich ein optimaler Start für uns. Dementsprechend gut war die Stimmung auf der Rückfahrt. Wir haben den Grundstein gelegt, um unsere Ziele zu erreichen“, erklärt Teammanager Erhard Oehns.

"Tendenz geht in die richtige Richtung"

Soll heißen: Dem Klassenerhalt sind die Wathlinger schon gleich zu Beginn ein großes Stück näher gerückt. Der große Wunsch, im sechsten Anlauf erstmals die Meisterschaftsendrunde zu erreichen, scheint realisierbar zu sein. „Natürlich ist es noch viel zu früh, um jetzt schon sagen zu können, wohin die Reise geht. Aber die Tendenz geht schon einmal in die richtige Richtung“, meint Oehns.

Der SVW ist eines von vier Teams mit optimaler Punktausbeute und Dritter. Das Mannschaftsergebnis (im Schnitt 1861,5 Ringe) ist das drittbeste und liegt weit über dem von sechs weiteren Vereinen. Wenn die Wathlinger ihre Form halten, werden sie mit dem Abstieg nichts zu tun haben.

Im Nachbarschaftsduell gegen Uetze erledigten die favorisierten Freischützen ihre Pflicht mit Bravour, der Sieg war nie ernsthaft in Gefahr. Die Wathlinger entschieden alle Duelle für sich und kamen auf ein stolzes Mannschaftsergebnis von 1970 Ringen. Der Engländer Kristian Callaghan gewann gegen die Schwedin Vendela Sörensson (380:376), Philip Aranowski gegen Katharina Hempel (376:362), Christian Oehns gegen Wolfgang Geppert (375:368), Jessica Schrader gegen Isabel Kausch (376:361) und Torben Wolf gegen Marit Albrecht (363:355).

Oma sei Dank: Baby-Betreuung klappt hervorragend

Oehns‘ Schwiegertochter Sarah kam gegen ihren Ex-Club nicht zum Einsatz, da sich Wolf im Trainingsdurchgang besser präsentierte. „Zudem ist es immer etwas speziell, gegen die ehemaligen Teamkollegen zu schießen, da ist der Druck nochmal höher. Außerdem hat Sarah nach ihrer Babypause noch etwas Trainingsrückstand“, erläutert Erhard Oehns.

Die Betreuung seiner 15 Wochen alten Enkeltochter während des Wettkampf-Wochenendes klappte übrigens hervorragend. „Zum Glück waren beide Omas dabei, so dass Papa und Mama sich aufs Schießen konzentrieren konnten. Und Opa auch“, erzählt Erhard Oehns lächelnd.

Vor allem Papa Christian Oehns schien die Anwesenheit seines „jüngsten Fans“ zu beflügeln. Auch gegen Raesfeld punktete er mit 376 Ringen gegen Robin Januszek (372). Ehefrau Sarah musste hingegen ihrem Kontrahenten Bob Linders zum Sieg gratulieren (363:367), auch Philip Aranowski zog gegen Jan Brückner (369:373) den Kürzeren.

Dafür hatten aber Callaghan (376:372 gegen den Belgier Bart Liebens) und Schrader (369:365 gegen Lena Krampe) mehr Zielwasser getrunken als ihre jeweiligen Widersacher und machten den Wathlinger Gesamtsieg perfekt. Kurios: Jedes der fünf Duelle ging mit jeweils vier Ringen Unterschied zu Ende. Callaghan profitierte davon, dass sein Gegner Liebens gleich zu Beginn einmal „ins Weiße“ schoss und nur eine fünf erzielte. Das war letztlich entscheidend, weil auch Callaghan im Verlauf des Duells zunehmend schwächelte. Eng ging es in der Begegnung zwischen Schrader und Krampe zu. Zwei Schüsse vor Ultimo lagen beide gleichauf, dann feuerte Schrader jeweils eine Zehn ab, Krampe nur eine zweimal eine Acht. „Jessica war an diesem Wochenende richtig gut drauf und nervenstark“, lobt Oehns.

Die Freischützen beglichen bei ihrem ersten Sieg gegen Raesfeld überhaupt noch eine offene Rechnung. Beim letzten Bundesliga-Wettkampf vor 20 Monaten unterlag Wathlingen im direkten Duell um den letzten noch verbliebenen Platz in der Meisterrunde Raesfeld vor eigenem Publikum haushoch mit 0:5. „Das hat uns damals sehr weh getan, weil wir uns unter Wert verkauft haben. Dieses Mal ist es Raesfeld so ergangen“, erklärt Oehns.