1. Bundesliga Luftgewehr

SV Wieckenberg erfüllt die Pflicht

Der SV Wieckenberg ist mit einem Sieg und einer Niederlage in die Saison gestartet. Robin Zissel war dabei der Gewinner des Wochenendes.

  • Von Oliver Schreiber
  • 11. Oct 2021 | 14:43 Uhr
  • 12. Jun 2022
  • Von Oliver Schreiber
  • 11. Oct 2021 | 14:43 Uhr
  • 12. Jun 2022
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Gelsenkirchen.

Zufrieden, aber nicht rundum glücklich: So in etwa lässt sich die Gefühlslage bei den Luftgewehrschützen des SV Wieckenberg nach den ersten beiden Bundesliga-Wettkämpfen in Gelsenkirchen beschreiben. Dem 4:1-Auftakterfolg gegen Aufsteiger SV Kamen folgte eine 1:4-Niederlage gegen den „Vor-Corona-Meister“ SSG Kevelaer. „Unterm Strich haben wir das erreicht, was wir wollten. Nämlich zwei Punkte einzufahren. Insofern ist alles im grünen Bereich“, resümiert Wieckenbergs Vereinsboss und Teammanager Horst-Dieter Ruschel.

Die Pflicht haben die SVW-Schützen mit dem Erfolg gegen Kamen erfüllt, für die Kür mit einem weiteren Sieg gegen Favorit Kevelaer hat es nicht ganz gereicht. „Aber selbst da hatten wir unsere Chancen. Bis zur Mitte des Wettkampfs war für uns noch alles drin, dann haben wir aber leider abgebaut und Kevelaer ist letztlich davongezogen“, berichtet Ruschel. Symbolisch dafür war der Wettkampf von Top-Schütze Henrik Larsen gegen den Italiener Marco Suppini, in dem lange Zeit viel für den Norweger sprach, der aber dann nachließ und schließlich mit 393:396 Ringen verlor.

Melissa Ruschels Gegnerin schießt 400 Ringe

An Position zwei war für Melissa Ruschel gegen Kevelaers Anna Janßen kein Kraut gewachsen. Die feuerte alle 40 Schüsse in die Zehn – mehr geht nicht. „Vor dieser Leistung kann man nur den Hut ziehen, Chapeau!“ lobt Horst-Dieter Ruschel. Auch die anderen SSG-Schützen präsentierten sich in starker Form und erreichten als Team 1982 Ringe – zweitbester Wert an den beiden ersten Wettkampftagen nach SB Freiheit aus Osterode (1983). Dementsprechend verloren auch Isabell Ruschel (385:395 gegen Alexander Thomas) und Tina Lehrich (395:397 gegen Jana Erstfeld) ihre Duelle. Den einzigen Zähler für den SVW verbuchte Robin Zissel, der sich im Vergleich mit Franka Janßen als nervenstark erwies und 395:394 gewann. Auch gegen Kamen war Zissel erfolgreich und holte damit als einziger Wieckenberger zwei Punkte. „Robin ist der Gewinner des Wochenendes, er hat eine tolle Leistung abgeliefert. Gerade im Duell mit Franka Janßen, weil er da unter starkem Druck stand. Seine Gegnerin schoss schneller als er und war schon wesentlich früher fertig. Robin musste also nachlegen und wusste von dem gutem Ergebnis, trotzdem ist er ruhig geblieben und ist am Ende noch vorbeigezogen. Großes Kompliment“, so Ruschel.

Mit exakt demselben Mannschaftsergebnis von 1960 Ringen wie gegen Kevelaer hatte es tags zuvor für einen Sieg gegen Kamen gereicht. Den Wieckenbergern kam etwas entgegen, dass beim Aufsteiger die polnische Top-Schützin Agnieszka Nagay fehlte. Die Rumänin Eliza Molnar als Ersatz an Position eins verlor gegen Larsen deutlich (389:396). Auch Melissa Ruschel (388:385 gegen Patrick Trunk), Zissel (397:393 gegen Lara Heiden) und Lehrich (393:390 gegen Danilo Zeihs) behielten gegen ihre Kontrahenten die Oberhand, lediglich Claire-Luisa Ruschel (386:390 gegen Klaas Viehbahn) musste ihrem Gegner zum Sieg gratulieren.

Der Wieckenberger Gesamterfolg war aber nie ernsthaft in Gefahr. „Ich weiß, dass es noch sehr früh ist, aber das Thema Klassenerhalt sollte für uns erledigt sein. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn wir den nicht schaffen. Das haben unsere Ergebnisse und auch die der anderen gezeigt“, ist Ruschel optimistisch.

Ruschel warnt vor zu hohen Erwartungen

Gleichwohl warnt er vor zu hohen Erwartungen, nachdem der SVW vor zwei Jahren unter die besten vier Teams gekommen war und sich für die Meisterschaftsendrunde qualifiziert hatte. „Man darf einfach nicht vergessen, dass wir nur ein kleiner Dorfverein mit sehr begrenzten Mitteln sind. Wir haben vier, fünf Schützen aus dem eigenen Nachwuchs dabei, das hat sonst kein anderes Bundesliga-Team. Natürlich bleiben wir ambitioniert und wollen so weit wie möglich oben landen. Aber wir müssen angesichts der Konkurrenz auch realistisch bleiben. Für uns ist es schon eine Riesensache, auf diesem Niveau mithalten zu können“, meint Ruschel.