Vielseitigkeitsturnier

„Treppab“ sorgt für Nervenflattern

Die "Buschreiter" durften wieder in den Sattel: Der Reit- und Fahrverein Beedenbostel veranstaltete das erste Vielseitigkeitsturnier nach der Corona-Pause.

  • Von Heiko Hartung
  • 20. Jun 2021 | 12:00 Uhr
  • 10. Jun 2022
  • Von Heiko Hartung
  • 20. Jun 2021 | 12:00 Uhr
  • 10. Jun 2022
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Beedenbostel.

„Das waren tolle Leistungen und Prüfungen auf einem sehr hohen Niveau. So haben wir es am liebsten, da macht uns das Richten und Bewerten glücklich“, fasste Prüfungsrichter Dieter Stut die Pferdesporttage des Reit- und Fahrvereins (RFV) Beedenbostel zusammen. Das Zusammenspiel von Pferd beziehungsweise Pony und Reiter wurde in der Dressur, dem Springen und dem Geländeritt genauestens unter die Lupe genommen.

439 Starts bei Vielseitigkeitsturnier

Für die meisten „Buschreiter“ war es das erste Turnier nach langer Corona-Pause. Sogar aus Leipzig oder Berlin kamen Vielseitigkeitsreiter auf das Turniergelände in Beedenbostel. Insgesamt wurde 439-mal die Startbereitschaft erteilt.

Herkulesaufgabe für Veranstalter RFV Beedenbostel

„Wir hatten etliche Corona-Auflagen zu beachten. Über Zugangskontrollen mussten wir sicherstellen, das sich maximal 249 Personen auf dem Gelände aufhalten – eine absolute Herkulesaufgabe“, sagte RFV-Vorstand Hermann Ernst und freute sich, dass es seinem Verein gelungen ist, den Reitern nach den vielen Entbehrungen während der Pandemie eine schöne Rückkehr ins Turniergeschehen zu bieten: „Wir haben viel dafür getan, um alles ordnungsgemäß umzusetzen.“

Beedenbosteler Reiter mit Erfolgen

Angesichts der erschwerten Bedingungen freute sich Ernst umso mehr über die Erfolge der Beedenbosteler Reiter: Maleen Franceschini siegte auf Eivenho in der Stilspringprüfung Klasse L, Miriam Hörning gewann auf Rassolana in der Dressurprüfung der Klasse A*. Eine hervorragende Leistung zeigte Lara Lyke auf Constantiano mit dem zweiten Platz in der Stilspringprüfung der Klasse E.

Parcourschef mit Debüt sehr zufrieden

Für Dirk Heitmann war das Turnier eine Premiere: Erstmals war er als Parcourschef für den Aufbau der Hindernisse verantwortlich. „Ich war ziemlich aufgeregt, deshalb bin ich sehr zufrieden, dass an den drei Tagen weder Reiter noch Pferd verletzt wurden und der Großteil der Starter gut bis sehr gut durchs Ziel gekommen ist“, resümierte Heitmann, der bereits selbst bei einer Deutschen Meisterschaft im Sattel saß. „Schade, dass das Turnier ohne Publikum stattfinden musste, denn die Zuschauer geben diesen Pferdesporttagen immer das Besondere.“

Tripple-Hecke große Herausforderung

Große Aufregung verspürte auch Reiterin Donata-Viktoria Bechstein vom Pferdezucht- und Reitverein Luhmühlen Mit ihrer 14-jährigen gescheckten Trakehnerstute Bonnily absolvierte sie den Geländeritt der Klasse L mit seinen 21 Hindernissen und vier Kombinationen zu Land und zu Wasser mit Bravour. „Die größte Herausforderung ist, dass man den richtigen Grundrhythmus bekommt“, beschrieb Bechstein ihren Ritt. Insbesondere die „Tripple-Hecke“, ein trapezförmiger in der Tiefe höher werdender Holzsprung, sorgte bei manchem Pferd und Reiter für Herzklopfen. Das mit Tannen verzierte Hindernis wurde in liebevoller Handarbeit von dem 81-jährigen Gerhard Marwede eigens für dieses Turnier gebaut. Doch Bechstein meisterte die Hürde: „Bonnily ist ein megaverlässliches Pferd bei technischen Aufgaben.“

Zwei Mächtige Stufen machen Pferde nervös

Große Aufregung verspürte auch Reiterin Donata-Viktoria Bechstein vom Pferdezucht- und Reitverein Luhmühlen. Mit ihrer 14-jährigen gescheckten Trakehnerstute Bonnily absolvierte sie den Geländeritt der Klasse L mit seinen 21 Hindernissen und vier Kombinationen zu Land und zu Wasser mit Bravour. „Die größte Herausforderung ist, dass man den richtigen Grundrhythmus bekommt“, beschrieb Bechstein ihren Ritt.

Insbesondere die „Triple Hecke“, ein trapezförmiger in der Tiefe höher werdender Holzsprung, sorgte bei manchem Pferd und Reiter für Herzklopfen. Das mit Tannen verzierte Hindernis wurde in liebevoller Handarbeit von dem 81-jährigen Gerhard Marwede eigens für dieses Turnier gebaut. Doch Bechstein meisterte die Hürde: „Bonnily ist ein megaverlässliches Pferd bei technischen Aufgaben.“

Auswärtige Reiter mit tollen Ritten

Weiter ging der Kurs auf das Hindernis „Treppab“ zu. Dieses ließ wider Erwarten doch manchem Pferd die Nerven flattern, denn es mussten dabei zwei mächtige Stufen hinuntergesprungen werden. Die Schwierigkeit: Die vorherigen Hindernisse wurden von hellem Sonnenlicht begleitet, und nun ritt man – aus Pferdesicht gesprochen – in ein dunkles schwarzes Loch. Hier war für manchen Reiter aufgrund dreimaligen Verweigerns die Reise zu Ende. Auch Bonnily schaute bei diesem Hindernis etwas irritiert, sprang dann aber doch. „Insgesamt war es eine sehr schöne Runde. Für Bonnily war es der erste Start in der Vielseitigkeit nach einer 20-monatigen Verletzungspause", verriet Donata-Viktoria Bechstein mit der Schleife für den 7. Prüfungsplatz in der Hand. „Das macht es für uns definitiv zu einem besonderen Tag.“

Starke Ritte zeigten auf diesem Geländekurs auch Julia Weiser (RC Harbarnsen) auf Claire de Lune (Wertnote 9,30), Heika Hänel (RSV Overbeckhof-Luhmühlen) auf Shine Forever (9,20) und Kim Heitmann (Pferdezucht- und Reitverein Luhmühlen) auf Royal Dancer (9,10).